1998 geht die Nachricht einer Reihe von Selbstmorden durch die Medien. Alles Schülerinnen aus normalen Verhältnissen, die sich vom Dach desselben Gebäude stürzten. Kaum zu einer persönlichen Angelegenheit geworden, beschäftigt sich Shiki auch schon eingehender mit den Vorfällen. Der Vorhang für Kara no Kyoukai geht auf. Eine Filmreihe deren Teile nicht chronologisch gereiht sind und die den Zuschauer zu Beginn vor Tatsachen stellt, die erst später beleuchtet werden. ------------------------------------------------ In chronologischer Reihenfolge der 4. Film.
Gesamtkommentar und Gesamtbewertung für alle sieben Filme:
Wären doch nur alle Anime so gut produziert wie Kara no Kyoukai, man könnte wirklich geniale Werke hervorbringen, wenn diese im Gegensatz zu dieser Filmseptologie auch eine gute Story hätten. Kara no Kyoukai bleibt so leider auf eine gut unterhaltende Filmreihe beschränkt, deren Inszenierung bei weitem besser ist als der Inhalt, allerdings schon wieder so gut ist, dass der Anime trotzdem eine hohe Wertung verdient.
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Eine leicht heruntergekommene Großstadt Ende der 90er, getaucht in das warme Licht der Abenddämmerung; ein nächtlicher Bambushain; eine einsame Person, die durch düstere Gassen voller zwielichtiger Gestalten streift. Kara no Kyoukai spielt in der absoluten Top-Liga was eine atmosphärisch dichte Präsentation und Inszenierung angeht. Die melancholisch-düstere Grundstimmung wird vom detaillierten, viel auf Licht- und Schattenverhältnissen aufbauenden Zeichenstil getragen, man schreckt kein bisschen vor Gewaltdarstellung zurück und auch beim Soundtrack bekommt man es mit Stücken von Yuki Kajiura mit einer der bekanntesten Persönlichkeiten in diesem Bereich zu tun, die schon oft genug unter Beweis gestellt hat, wie sehr sie es versteht die Handlung durch die Musik zu unterstreichen.
Kann man nun eigentlich nur lobende Worte über den Anime verlieren, wenn es um die Inszenierung geht, sieht es bei der Handlung schon anders aus. Kara no Kyoukai ist schon fast ein Paradebeispiel dafür, wie viel man aus einer durchschnittlichen Handlung herausholen kann, denn mehr als durchschnittlich ist sie nicht. Man erzählt die Geschichte nicht chronologisch, eine Erzählweise, die immer ein Risiko ist, denn es ist schwer ihre Qualitäten zu nutzen aber leicht dabei zu versagen. Letzten Endes gelingt es den Filmen mehr schlecht als recht diesen Stil umzusetzen, denn der Rätselfaktor, der aufkommt, wird durch die negativen Begleiterscheinungen ziemlich annulliert. Der erste Film wirft den Zuschauer ins eiskalte Wasser und lässt ihn völlig im Regen stehen, schon zu sehr, so dass der Frust gegenüber der Neugier überwiegt. Im Verlauf der weiteren Filme bekommt man dann nach und nach neue Informationen, aber man fühlt sich eigentlich chronisch unterversorgt was die Hintergründe der Charaktere angeht. Auch auf die Hauptfiguren als Gesamtes wird bis zum Schluss zu wenig eingegangen, so dass man als Zuschauer schlicht distanziert bleibt und irgendwann auch kein übermäßiges Interesse mehr an den Hintergründen hat, auch wenn besonders Shiki als ruppige Kämpfernatur mit herbem Charme durchaus ansprechend ist. Persönlich war mir das Gezeigte in diesem Punkt aber schlicht zu wenig, weshalb es auch keine besondere Überraschung ist, dass der zweite und siebente Film meine Favoriten aus der Reihe sind, da dort spürbar mehr Emotionen im Spiel sind. Was nun aber die allgemeine Handlung angeht, die ist nicht übermäßig innovativ und besteht neben fallweisen Rückblenden im Wesentlichen aus Konfrontationen mit diversen Widersachern mit übernatürlichen Kräften, in deren Verlauf fallweise einzelne Details über die Hintergründe der Gesamtgeschichte preisgegeben werden. Manche der Widersacher haben Erinnerungswert, andere sind eher schwach (leider auch der im finalen Film), allen wird aber immerhin eine eigene Geschichte spendiert, wo es allerdings ebenfalls zu Qualitätsschwankungen kommt. Fazit: Wie eingangs schon erwähnt, letzten Endes ist es schon fast eine Verschwendung wie gut die Inszenierung dieser mäßigen Vorlage ist. Für den Zuschauer bedeutet sie aber, dass die Filme trotz inhaltlicher Schwächen gut unterhalten.
Nachdem knapp die Hälfte der sieben Filme erschien, ist es langsam an der Zeit mal ein Zwischenfazit zuziehen:
Nachdem die beiden Werke von Type-Moon Tsukihime und Fate/Stay Night wegen ihrer "schlechten" Animeumsetzung sehr in die Kritik geraten sind, stand KnK bei mir unter genauer Beobachtung und wie ihr an meiner Bewertung seht, bin ich sehr zufrieden mit das, was ich bisher gesehen habe. Da ich Teile der Novels schon gelesen habe, ist es für mich nicht weiter schwer der Story zu folgen. ... [ mehr lesen ]Wer Pilops Kommentar gelesen hat, braucht sich keine Sorgen zu machen, dass er das nicht versteht, denn anfangs wirkt die Geschichte zwar etwas kompliziert, aber nach jedem Film wird man mit mehr Backgroundinfos gefüttert und auch offene Fragen werden rasch beantwortet. Vorkenntnisse von Tsukihime wären also hilfreich, aber nicht zwingend notwenig, um es zu verstehen. Da der Anime sich bislang streng an die Novels hält, bleibt uns ein weiteres Tsukihime-Disaster erspart. Die eigentliche Story ist schwer in Worte zufassen, weil die Handlungen von einer Zeit zur anderen springt und es keinen richtigen Handlungsstrang gibt wie zum Beispiel Haruhi Suzumiya oder Baccano!. Shiki, die durch ihre "Mystic Eyes of Death Perception" in der Lage ist alles lebendige zu töten, was sich ihr in den Weg stellt, ist nach zwei Jahren aus den Koma erwacht. Während die Geschichte ihren Lauf nimmt, werden immer mehr Details ihrer Vergangenheit enthüllt und auch ihre Beziehung zu Mikiya bekommt ihre Aufmerksamkeit.
KnK bietet viele interessante Charaktere wie Shiki oder Mikiya, die zu Beginn ein wenig blass und farblos wirken, aber im Laufe der Filme sich richtig entfalten und auch interessanter werden. Mir gefällt es insbesondere, dass Shiki eine sehr ruhige und geheimnisvolle Frau ist und wegen ihrer zwei Seiten schwer einzuschätzen ist. Das perfekte Gegenstück dazu ist Mikiya, der sehr liebevoll ist und sich um sie kümmert. Er wirkt vielleicht etwas klischeehaft, aber das sei ihm gegönnt :)
Die Animationen sind auf einen sehr hohen Niveau und glänzen durch ihre vielen spektakulären und detailgetreuen Hintergründen, die ein Teil zur düsteren Atmosphäre beitragen. Die Charaktere wurden in diesen typischen Type-Moon Style gezeichnet und die wenigen und kurzen Kämpfe werden mit einer packenden Musik von Kajiura Yuki begleitet, was dem Ganzen einen ordenlichen Spritzer Dynamik verpasst.
Fazit: Für mich ist KnK bislang eine große Bereicherung und hat für mich das Potenzial bis an die Spitze meiner Liste zukommen. Der Anime bietet eine packende Story mit einer tollen Atmosphäre. Die Kämpfe werden perfekt inszeniert und auch die Charaktere sind sehr interessant. Wer sich von der Erzählerweise des Animes nicht abschrecken lässt, wird göttlich belohnt und für mich ist der Anime jetzt schon ein kleines Meiserwerk. Sehr empfehlenswert! --- Kommentar wird (falls nötig) stets geupdated und das alles nur für euch
Kara no Kyoukai ist die Animeumsetzung einer Romanreihe von Kinoko Nasu, Mitbegründer des Zirkels Type-Moon. Wie auch andere Titel auf dem Hause Type-Moon spielt Kara no Kyoukai in einer alternativen Gegenwart, in der Magi, Vampire (gewisserweise) und allerlei andere übernatürliche Dinge existieren. ... [ mehr lesen ] Die Geschichte behandelt die Geschehnisse zwischen 1995 und 1999, die sich um das Mädchen Ryogi Shiki drehen. Zusammen mit ihrem Freund Kokutou Mikiya arbeitet sie für die "Magierin" Aozaki Touko (Im Grunde beherrscht sie keine Magie, aber das geht jetzt zu weit ins Detail, also bezeichnen wir sie als Magierin, um es einfacher zu machen), die ein Detektivbüro, Garan no Dou, besitzt. Dabei treffen sie auf übernatürliche Phänomene und geheimnisvolle Geschehnisse.
Zu den Fakten: (Leichte Spoiler) Ryogi Shiki besitzt die Mystic Eyes of Death Perception, Augen, mit denen Sie den Tod aller Dinge in Form von farbigen Linien sehen kann. Sie lernt, dass wenn sie diese Linien spaltet, die Existenz der Person / des Gegenstandes vernichtet wird (Das geht weiter, denn sie ist im Gegensatz zu Tohno Shiki aus Tsukihime imstande, auch Konzepte und sogar Magie zu "töten", sprich alles was eine Existenz besitzt, egal ob physisch oder nicht).
Der Clan der Ryougi pflanzt in ihre Nachkommen mindestens eine zweite Persönlichkeit, die meist den ultimativen Killer darstellt. Die Ryougi sind eine alte Familie von Dämonenjägern (Ähnlich wie die Familie Fujou und Asagami). Shiki besitzt insgesamt 4 Persönlichkeiten im Verlauf der Geschichte. Durch einen Autounfall verliert Shiki die zweite Persönlichkeit (Der Killer, als SHIKI bezeichnet) und versucht seitdem durch Schauspiel den Eindruck zu erwecken, sie würde noch existieren. Trivia behaupten, dass genau dies die dritte Persönlichkeit ist. Ihre vierte Persönlichkeit manifestiert sich, wenn sie mit der traditionellen Waffe des Ryogi-Clans, dem Katana, kämpft.
Im Konflikt mit Fujoi Kirie und Asagami Fujino lernt sie, dass sie das Ziel des Magus Araya Souren ist, der das ultimative Ziel besitzt, die Chroniken von Akasha zu erreichen. Dies ist (Zitat von Touko in Ep. 5 - Paradox Spiral( "[...] die Quelle jedes Phänomens, der Grund jedes Ereignisses, die Wahrheit. Einer Theorie zufolge enthalten sie die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft aller Dinge dieser Welt.". Araya versucht durch das Verstehen des Begriffes "Tod" Zugang zu diesen Chroniken zu erhalten. Dies versucht er zu erreichen, indem er sein Gehirn in Ryogis Körper implantieren will, da sie durch ihre Augen mit dem Begriff Tod sehr vertraut ist und ihn vollständig versteht.
Optik: Die Bildgewalt haut einem fast vom Hocker. Perfekte Symbiose von traiditioneller Animation und CG-Effekten, dazu eine schmutzige Optik, die von Film zu Film im Farbton variiert. Während Teil 1 in einem grünlichen Ton gehalten ist, ist z.B. der dritte Teil größtenteils in bläulicher Athmosphäre, der fünfte strotzt nur so vor Orange. Die Animationen der Personen sind sehr detailliert und zeigen nur sehr selten kleine Schwächen. Die Hintergründe sind prachtvoll und perfekt in die Szene integriert. Ryogis Augen sehen einfach nur toll aus.
Sound: Durch die Feder von Yuki Kajiura enstand ein sehr melancholisch angehauchter, imposanter Soundtrack, der vor allem durch seinen großen Einsatz von Violinen, Klavier und Cello (besonders im 5. Teil) zur Geltung kommt. Sie hat es geschafft, die perfekte Musik für diesen Anime zu erschaffen. Hinzu kommt die Band Kalafina unter ihrer Leitung, die die Titelsongs für jeden Film geschrieben hat. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass diese Songs Pflicht sind, oder?
Die Geräuschkulisse weiß mit authentischen Geräuschen aufzuweisen und die Untermalung ist stets akkurat, einzig die Geräusche bei den besonders im dritten und fünften Teil vorkommenden Splatterelementen sind etwas übertrieben, aber wirken wirklich genau richtig.
Fazit: Ich bin beeinflusst von meiner Affinität zu Type-Moon, deswegen versuche ich unabhängig davon ein Fazit zu erstellen:
Als Einsteiger wird einem hier harte Kost serviert. Denn nicht nur wird im ersten Film kaum etwas über die "gewöhnlichen Dinge" im Anime erwähnt (z.B. woher Ryogi die Augen besitzt oder warum Touko einen Detektivladen leitet und wer Fujou Kirie ist), sondern die chronologische Reihenfolge ist absichtlich verdreht. Ihr fangt also handlungstechnisch genau in der Mitte an, springt dann zum Anfang und arbeitet euch dann zum Ende hin langsam vor. Die eigentliche chronologische Reihenfolge ist: Film 2, 4, 3, 1, 5, 6, 7.
Wenn man über diese Tatsache hinwegsieht, wird einem erstklassige Mystery/Action-Kost geboten, die auf höchstem Level präsentiert wird und in fast allen Aspekten mächtig punktet.