Nichijou steht für "Mein gewöhnliches Leben", doch erwartet einen bei weitem nicht der typische Schulalltag, sondern vielmehr das Gegenteil. So spielt der Anime an einer Schule, wo es schon mal vorkommen kann, dass der Direktor mit einem Reh wrestlet oder die Klassenkameradin ein Roboter mit Aufziehschlüssel am Rücken ist. Doch nicht immer geht es derart abstrus zu, denn auch wirklich gewöhnliche Dinge werden behandelt, wie das Bauen von Kartenhäusern oder der Schocker vor einer Prüfung, für die man nicht gelernt hat.
Der nicht ganz normale Wahnsinn. In Nichijou begibt sich KyoAni in den Bereich der absurden Komödien und beweist dabei zweifellos, dass das Studio, was Inszenierung angeht, zu den besten seines Metiers gehört. Absurdität wurde selten schöner und gelungener dargestellt, nur gab es leider schon besseren absurden Humor.
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In gewisser Hinsicht ist Nichijou für mich wirklich ein Referenzwerk von KyoAni, denn wie gern man das Studio auch vielleicht für seinen Hang zu Moe kritisieren mag, muss man ihm hier neidlos zugestehen, durch die Umsetzung das Beste aus dem Manga herausgeholt zu haben. Schon der zu Grunde liegende Manga baut in erster Linie auf Absurdität auf, beschränkt sich dabei aber nicht nur auf Handlungselemente und Gags, sondern setzt diesen Punkt auch in der Inszenierung um. Das drückt sich dann dadurch aus, dass mitunter völlig normale Alltagsszenen, durch die Art der Inszenierung ins Absurde übergehen und so aus neutralen Begebenheiten durch inszenierungstechnische bzw. dramaturgische Übertreibung erst der Witz entsteht. Natürlich werden aber mit dieser Art von Inszenierung auch von sich aus schon absurde Szenen unterstützt. Dieser Stil, bzw. wohl mehr die Qualität, in der er hier umgesetzt wird, bewirkt dann, dass in Nichijou zweifellos einige der denkwürdigsten Einzelszenen vorkommen, die ich seit langer Zeit gesehen habe.
Wie man aber schon allein an meiner Wertung sehen kann, ist nicht alles an der Serie eitler Sonnenschein. Denn so toll manche Szenen auch sind, so langweilig sind andere. Wie schon der Manga ist auch der Anime letztendlich Hit-or-Miss. Manche Gags sind herrlich absurd und komisch, bei vielen anderen läuft man aber keinerlei Gefahr seine Gesichtsmuskulatur anstrengen zu müssen. Der Unterhaltungswert schwankt von Episode zu Episode bzw. auch innerhalb der Episoden mitunter stark und auch beim Unterhaltungswert der verschiedenen Personengruppen merkt man Unterschiede. Während man nun aber in der ersten Hälfte schon Abnutzungserscheinungen bemerkt, etwa weil manche Gags zu oft wiederholt werden, kann sich die Serie in der zweiten Hälfte noch einmal steigern und unterhält hier dann besser als zuvor bzw. leistet sich auch weniger unlustige Phasen.
Fazit: Die TV-Serie von Nichijou ist deutlich unterhaltsamer als die OVA, doch ist auch sie leidet an nicht zündenden Gags und langweiligen Szenen. Während die meisten Serien im späteren Verlauf eher schwächer werden, ist es hier umgekehrt, was eine vergnügsamere zweite Hälfte zur Folge hat. Über den Anime sind auch ausreichend Highlights verteilt, sowohl im Humor, als auch in der Inszenierung, was einen letztendlich bei der Stange hält. Ein netter Vertreter aus dem Bereich des absurden Humors, der merklich eigene Akzente setzt, bei dem man aber auch langweiligere Phasen in Kauf nehmen muss.
Nichijou ist ein Anime, welcher durch seine ganze eigene Art absurden Humors zu unterhalten vermag und dabei fast die gesamte Zeit sein hohes Niveau hält. Dies ist auch nicht zuletzt den äußerst schrägen und gleichzeitig sympathischen Charakteren zu verdanken, welche die gesamte Serie auf ihren Schultern tragen. Jeder Charakter bringt sich in der richtigen Stelle ein. Dies reicht von Stellen aus dem Alltagsleben, über verrückte Chemielehrer, bis hin zu Luftschiffschlachten oder schier ausweglosen Situationen. ... [ mehr lesen ]Was ermöglicht hinsichtlich dieser positiv geschriebenen Sätzen eine Bewertung von 7.0. Der Grund liegt keineswegs in der Qualität der Witze, welche fast die gesamte Länge der Serie ihr überdurchschnittliches Niveau hält, als in der Länge einiger (oder auch vieler) Sequenzen, welche schlichtweg eine zu lange Anlaufzeit benötigen um ihre Wirkung zu erzeugen und davor eher zum schmunzeln anregen bestes Beispiel für so eine Stelle wäre die Szene mit dem Aufzug. Dennoch ist Nichijou hinsichtlich der Comedy-Animes, wohl einer der witzigsten Vertreter überhaupt.
Handlung:
Wie bei fast allen Comedy-Serien, existiert auch bei Nichijou kein roter Faden. Einige Ereignisse greifen zwar ineinander über, könnten aber nichtsdestotrotz auch einzeln stehen und somit handelt es sich bei Nichijou um einen streng episodischen Anime. Ein Grundmuster existiert in diesem Anime allerdings trotzdem. Die Serie wurde in zwei Haupterzählungen und duzende Nebenerzählungen aufgeteilt. Die Haupterzählungen fokussieren sich dabei auf zwei Gruppen Yuuko, Mio, Mai und Hakase, Nano und Sakamoto. Diese Erzählungen verlaufen zunächst unabhängig voneinander und werden erst gegen Ende zusammengeführt, wobei der Fokus trotzdem immer nur auf eine Sichtweise gestellt ist. Die Nebenerzählungen sind in jedem Fall innerhalb einer Erzählung abgeschlossen. Die einzelnen Sequenzen (Szenen), welche das Herzstück der Serie bilden sind in jedem Fall durchdacht und vor allem unterhaltsam. Entweder werden Alltagssituationen übertrieben absurd dargestellt oder es wird mit den Erwartungen des Zuschauers sichtlich gespielt. Mit Erfolg der Anime schafft es nahezu die gesamte Zeit über zu unterhalten.
Grafik und Animation:
Grafisch gibt es an Nichijou nicht viel auszusetzen. Die Zeichnungen halten sich stabil und gut im Durchschnitt. Allerdings ist man gerade von Kyoto-Animation besseres gewohnt (Die Melancholie der Haruhi Suzumiya, Kanon 2006, K-ON!). Doch gerade bei Comedy-Animes fällt nicht die grafische Qualität in die Wagschale. Vor allem zwei Punkte sind wichtig. Ausdrucksstärke und Überzeichnung. Beides Punkte, welche in Nichijou vorhanden sind und es mit zu dem machen was es ist. Wenn Charaktere regelrecht ausbrechen beginnt die Luft zu zittern (Im übertriebenen Sinne). Trotz des überwiegend simplen Zeichenstil, welcher mich stark an Kyou no Go no Ni (2008) und Lucky Star, welches sogar vom gleichen Studio stammt, erinnert gibt es trotzdem Stellen, welche Kyoto-Animations wahre Stärken offenbaren. Dies sind jedoch schlichtweg Zwischenbilder, welche in einer Folge öfters gezeigt werden und auch nur auf irgendeine dumme Aktion hinarbeiten.
Sound und Musik:
Musiktechnisch hält sich Nichijou auch recht stabil. Beide Openings sind nichts weltbewegendes, passen jedoch perfekt zur Serie, aufgrund ihres verrückten Herüberkommens. Dabei ist die Arbeit mit Vocodern, LOFIs oder ganz und gar künstlichen Stimmen für den Anime nicht untypisch. Diese kommen sowohl im ersten und zweiten Opening, als auch den Helvetica Standards vor. Während vieler Sequenzen im Anime, werden auch sphärische oder andere übertrieben „unpassende“ Stücke eingespielt. Natürlich nur in dem Sinne, dass sie das ganze bloß noch verrückter wirken lassen. Die Endings können auch überzeugen und von diesen gibt es auch jede Menge Stück zum einem das erste Ending „Zzz“, welches gleich in drei verschiedenen Varianten existiert. Mir persönlich hat die leicht „altmodische“ Aufmachung der Versionen sofort zugesagt. So werden E-Pianos und Kontrabässe eingesetzt mir persönlich gefielen die Bossa Nova und die Acapella Version am besten. Die restlichen Endings sind auch durchaus gelungen und zeichnen sich vor allem durch ruhigere Klavierklänge aus. Unter anderem ist auch Tsubasa o Kudosai (Neon Genesis Evangelion, K-ON!) vorzufinden.
Charaktere:
Jeder Charaktere hat irgendwo versteckt seine ganz persönliche Macke. Normalerweise hätte ich gesagt (Oder geschrieben): „Dies macht die Charaktere nicht nur sympathisch, sondern auch gleichzeitig realistisch.“. In diesem Fall trifft das allerdings nicht zu. Warum? Aus dem einfachem Grund, dass diese Macken zu übertrieben sind, als dass man sie als „natürlich“ bezeichnen kann. So tragen die Charaktere tausende Waffen mit sich herum oder reiten auf einer Ziege mit ihrem Buttler zur Schule. Dies nimmt den Charakteren zwar Realismus, aber keineswegs Sympathie oder Witz, welcher dadurch erst zustande kommt. Des weiteren spielen auch die Beziehungen der Charaktere untereinander eine Rolle, welche in vielen Szenen eine Rolle spielen. Meine persönlichen Favoriten waren dabei Mio und Nano, aber das spielt im Schema erst mal keine Rolle, da jeder ganz bestimmte Charaktertypen hat, welche er mehr oder auch weniger mag. Auch wenn die Handlungen der Charaktere (den Umständen entsprechend) plausibel sind, so waren sie mir schlussendlich doch ein wenig zu durchsichtig. Da hatte sogar manch anderer Anime gleichen Genres komplexere Charaktere herausgebracht.
Fazit:
Nichijou ist ein Anime, den ich jedem raten kann, der etwas mit absurden und in Gehwisserweise sinnlosen Animes anfangen kann. Der Anime stellt schon fast eine Brücke aus Alltag und Non-Sense her, welche wirklich gut gelungen ist. Abstand halten sollten in diesem fall Leute, welche einen komplexen oder tiefgründigen Anime erwarten, denn der Anime ist so tiefgründig wie eine Pfütze (und er spritz auch so).
Was zeichnet Nichijou aus? Ist es der Humor, der Zeichenstil oder der Typ mit der Eiermaske? Antwort: Alles zeichnet Nichjou aus und ist besonders prägend vor allem aber der absurde Humor. Dazu kommt noch hervorragende Animationen die an manchen Stellen wirklich einen staunen lassen.
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Nichijou bildet zwei Hauptprotagonistengruppen. Das sind einmal die Schülerinnen Yuuko, Mio und Mai die scheinbar ein ganz normales Schülerleben führen das geprägt ist von Freundschaft, Liebe und dem Prüfungsstress. Doch der absurde Nichijou Humor verwandelt ganz alltägliche Ding, wie den Weg zur Schule oder einer Campingtour, zu unterhaltsamen episodischen Kurzgeschichten mit vielen Running Gags, Slapstick aber auch Dialogwitz. Genau da ist aber auch der größte Schwachpunkt der Serie, da die Qualität der Gags bzw des Humors im allgemeinen sehr schwankend ist und sich oft wiederholen, dazu muss man auch sagen das dieser absurde Humor von Nichijou nicht jedem gefällt. Ich für meinen Teil fand genug Witze komisch um bis zum Ende am Ball zu bleiben, dennoch ist vor allem die erste Hälfte des Animes ein Ausdauertest. Die zweite Maincharaktergruppe umfasst Kindprofessor Hakase, Hausroboter Nano und Kater Sakamoto deren täglicher Alltag gezeigt wird und vor allem mehr auf Moe und etwas Drama setzt. Diese Beiden Hauptgruppen sind am Anfang sehr unabhängig voneinander und erst in der zweiten Hälfte des Animes verknüpfen sie sich. In der Zweiten Hälfte werden dann aber auch mehr Charaktere in die Mitte gerückt die vorher nur Nebencharaktere waren was eine erfrischende Abwechslung darstellt. Der Humor bleibt gleich zusätzlich spielt man mit mehr Drama und man gibt Ansätze eines festen Storyacts mit Nano im Mittelpunkt.
Wie es sich für eine Serie mit absurdem Inhalt gehört müssen natürlich die Charaktere ebenfalls ziemlich was an der Klatsche haben. Hier gefielen mir die Nebencharaktere von der Persönlichkeitseigenschaft her mehr als der Hauptcast. In den Hauptgruppen gibt es viel Stereotypen unterscheiden sich aber immer von Ihren Eigenschaften wie die tollpatschige Yuuko oder unsere kleine Wissenschaftlerin Hakase die sich ziemlich Moe benimmt. Die Nebencharaktere haben auch so ihre Macken wie der Typ der auf einer Ziege reitet, das Mädchen mit Raketenwerfern oder der Schuldirektor der mit Hirschen ringt.
Der Zeichenstil von Nichijou ist einzigartig und das gibt schon Pluspunkte dazu sind die flüssigen Animationen überdurchschnittlich und vor allem die Inszenierung mancher Szenen ist wirklich umwerfend und lässt andere Animes vor Neid spucken. Man holt wirklich alles raus was man kann aus der Vorlag und ich für meinen Teil wünsche mir mehr Animes mit solchen Animationen wie z.b in dem Gag "Principal vs Deer".
Die beiden Opening "Hyadain no Kakakata☆kataomoi-C" und "Hyadain no Joujou Yuujou" passen wunderbar und perfekt zur Serie mit ihrer leicht verrückten Art. Die Endings sind auch gut aber in Vergleich sehr ruhig gehalten.
Fazit: Ich muss gestehen das ich viele Witz nicht richtig verstanden hab, dennoch bietet Nichijou viele gute und witzige Gags um bis zum Ende dran zu bleiben. Mit Nichijou bekommt man absurden Humor mit gelungen Animation und einem bunten Zeichnstil mit Wiedererkennungswert. Am Ende zeigt die letzte Episode auch noch mal was man in Sachen Animationen und Witz noch so drauf hat und schließt mit einem guten Gefühl ab. ;)