Code Geass: Hangyaku no Lelouch R2 setzt die erste Staffel nahezu nahtlos fort. Wer wissen will, was nach dem Cliffhanger geschieht, muss sich entweder diese Staffel ansehen oder einen Blick in den Spoiler werfen, der den Stand der Dinge, wie sie zur ersten Episode von R2 sind, beinhaltet.
Ein Jahr ist seit dem Fehlschlagen der Rebellion und dem mutmaßlichen Tod von Zero vergangen. Die Herrschaft von Britannia wurde wieder gefestigt und die Anhänger der Rebellion zu großen Teilen inhaftiert. Um zukünftige Aufstände und rebellische Gedanken in Area 11 zu unterdrücken, wird nun an den Elevens mit brutaler Gewalt ein Exempel statuiert. Lelouch, unwissend seiner Vergangenheit als Zero und inzwischen einfacher Schüler an seiner High School, findet sich plötzlich in einem Komplott gegen sein Leben und das einer mysteriösen Frau namens C.C. wieder. Sie enthüllt ihm seine vergangenen Pläne sowie seine frühere Identität, damit er das, was er begonnen hat, nun auch zu Ende bringt.
Reset da Worldo oder wie man es schafft jede Folge mit einem Cliffhanger enden zu lassen. ... [ mehr lesen ]
Da ich nicht glaube, dass irgendjemand der sich die erste Staffel angesehen hat noch irgendeinen Rat in Form eines Kommentars braucht, nutze ich selbigen ausnahmsweise einmal nicht um andere zu informieren, sondern um anderen klar zu machen, wie stark Code Geass ein Leben beeinflussen kann, wenn es von dafür empfänglichen Personen gesehen wird. Seht nur auf das überdimensionale Wort ganz oben. Denkt nicht, dass es meine Art wäre einfach so Wörter ohne Kontext auf den Leser loszulassen. Bewahre! Das alles lässt sich auf meine Begeisterung zurückführen. Code Geass bietet all das, was sich Leute, die von eindimensionalen Heldenfiguren und klarer Schwarz/Weiß - Trennung genug haben, schon immer gewünscht haben.
Doch das weiß jeder, der die erste Staffel gesehen hat. Im zweiten Anlauf wird das weitergetrieben. Cliffhanger, Twists und noch weitere Anglizismen beschreiben das, was mich davon abgehalten hat von Anfang an mit dabei zu sein. Man sollte sich diese insgesamt 50 Folgen einfach am Stück ansehen um wirklich die bestmögliche Unterhaltung mitnehmen zu können.
Nun noch ein paar spoilernde Fakten zum Ende um noch mit anderen Informationen außer einem 'Random Bla' aufzuwarten.
Warum Lelouch überlebt hat und mit C.C durch die von ihm geschaffene Welt als Unsterblicher kutschiert:
..während Nunally ihren sterbenden Bruder berührt empfängt sie seine Erinnerungen. So wie Lelouch einst den wahren Namen von C.C erfahren hat. Sowas ist nur möglich, wenn er unsterblich ist oder anders ausgedrückt einen 'Code' hat.
Mehr muss ich gar nicht argumentieren, da dies allein schon recht aussagekräftig ist. Wer damit nicht zufrieden ist, darf sich Lelouch gerne tot vorstellen. Solche Personen ließen sich wohl nicht einmal durch eine überzeugende Argumentation
(zu finden hier, Badword='my_animelist' ohne Unterstrich. http://<Badword>.net/forum/?topicid=45259&show=20#msg1790745)
von ihrer heilen Welt in welcher der böse, böse Lelouch das zeitliche segnete, abbringen.
Auch das von -animefan93- gepostete Video, echt oder nicht, bestätigt meine Ausführungen.
- Die Unsterblichen können Leute mit Veranlagung Geass geben.
- Geass wird mit der Zeit stärker.
- Starke Geassnutzer können den Code der Unsterblichen nehmen, selbst untsterblich werden, sobald sie getötet werden und nun auch den Codelosen Geber töten.
Warum gibt es C.C und V.V, bzw warum sind beide unsterblich? Hätte es nicht so sein müssen, dass C.C ihren Code an V.V weitergibt und selbst sterblich wird? Wenn es nur eine Geasslinie gibt, in der der Code weitergegeben wird, dann ist es unerklärlich, dass es zwei Unsterbliche gibt.
Meine Erklärung ist, dass ein starker Geassnutzer irgendwann von selbst einen Code bekommt und so unsterblich wird. Das würde bedeuten, dass sobald ein Doppelgeassanwender (= besonders starker Geassnutzer) stirbt, dieser automatisch einen Code bekommt, Geass (beim Sterben) verliert und unsterblich wird. Lebt Mao doch noch als Unsterblicher?
Nach dem Komplettieren meines Rewatchs, kommt mir nun der Gedanke, dass die Sache mit dem Codeweitergeben so funktioniert, dass der Geber den starken Geassnutzer unsterblich machen kann, jedoch nicht selbst sterben muss. Wünscht er dies, so ist es möglich, aber nicht durch den Willen des Nachfolgers. Sonst hätte Charles C.C einfach umgebracht, denn das lag gewiss in seinem Interesse und C.C hätte auch niemals die Nonne getötet. Nein. Das mit dem Sterben entscheidet der Geber selbst. Klingt für den Augenblick plausibel, doch wie hat V.V seinen Code bekommen? Marianne hat ihr Geass von C.C. Charles hat seines von seinem Bruder, der es auch irgendwoher bekommen haben muss. Wahrscheinlich von der Organisation, doch darüber gibt es zu wenige Informationen.
Spekulation über C.C's wirklichen Namen (Bezieht sich auf Staffel 1 Ep 11)
Zusammengefasst sagt seine Idee aus, dass C.C, gelesen "Shi-Tsu" (vom Englischen C Two, C2), eigentlich Shizuku heißt. Shizuku bedeutet im Japanischen so viel wie Tropfen.
PS: Lelouch vi Britannia befiehlt euch (im Namen der Anglizismen) auf den Plusbutton zu drücken.
Nach der ersten - und zugegebenermaßen genialen! - ersten Staffel von Code Geass war es kein Wunder, dass Sunrise dem Ruf des Geldes folgte und einen zweiten Teil nachlegte. Doch dieser war nicht von Anfang an geplant.
So sollte zum Beispiel C.C. bei dem Versuch, Zero in Episode 25 zu retten, sterben! (ersichtlich aus einem Interview mit der Synchronsprecherin; Quelle: wikipedia.org
Kann Code Geass R2 also mit der Klasse des ersten Teils mithalten? Nun sind alle 25 Folgen erschienen - Zeit für die endgültige Review: ... [ mehr lesen ]
Nach dem in der Tat furiosen Ende der ersten Staffel und diesem gewaltigen Cliffhanger dachte ich nicht, dass es Sunrise gelingen würde, die Story ebenso spannend weiterzuführen. Gott sei Dank habe ich mich geirrt. Die zweite Staffel setzt ein Jahr nach der ersten ein und Lelouch/Zero hat sein Gedächtnis aus für den Zuschauer ungeklärten Gründen verloren. Und das ist nicht das einzige Fragezeichen, dass einem während der ersten Episode von R2 vorschwebt. Allerdings trägt allein dieses "im Dunklen tappen" zum spannenden Auftakt von R2 bei und motiviert, auf jeden Fall den Anime weiterzuverfolgen. Die meisten offenstehenden Fragen werden jedoch schon nach den ersten 2-3 Episoden geklärt und Zero ist ab dann wieder in seiner alten Form. Der Spannung tut das keinen Abbruch: Zuviele neue Hindernisse stellen sich Lelouchs Kampf in den Weg. So haben zum Beispiel mehrere Personen die geheimnisvolle Fähigkeit des Geass und auch Suzaku hat seine etwas naive Ader verloren und beweist sich als würdiger Feind, was sich gerade im Cliffhanger Ende Episode 5 zeigt, dem übelsten, gemeinsten und härtesten Cliffhanger, den ich jemals sah und jemals sehen werde! Schon allein dieses Cliffhangers wegen ist die zweite Staffel die Zeit wert, die man investiert ;). Gegen Ende der zweiten (und im Übrigen letzten) Staffel wird es übrigens ein bißchen abgedreht und ich habe mich ein bißchen an Neon Genesis Evangelion erinnert gefühlt, zumindest was die metaphysische Ebene angeht. Trotzdem (oder sollte ich "gerade deswegen" sagen? ^^) ist auch das Ende der Staffel 2 sehr gut und das Ende der letzten Folge ist... überwältigend! Zeros letztes Meisterstück, grandios und ein wahrhaft passendes Ende.
Charaktere: Auch Code Geass R2 hat wie der erste Teil der Serie das Problem, von nur einem Charakter zu leben: Lelouch ist und bleibt der Hauptgrund, die Serie zu sehen. Seine Genialität sowie sein innerer Konflikt zwischen Gut und Böse treiben ihn und damit die Serie an. Gerade seinen inneren Konflikten wird nun mehr Aufmerksamkeit geschenkt (wird in Episode 7 sehr deutlich) und baut ihn als charismatische Persönlichkeit weiter aus. Dies geht jedoch nur auf Kosten der anderen Charaktere, die ja schon in der ersten Staffel sehr kurz kamen. So wird C.C. vernachlässigt, Kallen bekommt auch nicht die verdiente Aufmerksamkeit und Rolo, der "neue Bruder" von Lelouch, wird zu einem Statisten degradiert. Hier ist zu Beginn der Staffel noch viel Potenzial offen, dass nur bedingt genutzt wird im Verlauf der Serie. Allerdings - und das halte ich Code Geass R2 zu Gute - ist es selten, dass allein ein genialer Charakter so mitzureißen vermag wie Lelouch das tut. Nachtrag nach Episode 12: Nun, Rolo wird langsam eine wichtige Rolle zugedacht ;). Nachtrag nach Episode 20: C.C. und Rolo wurden nun doch deutlich weiter ausgebaut und auch Suzaku hat inzwischen eine Daseinsberechtigung außerhalb von "Ich bin der Antiheld". Nachtrag nach Beendigung der Serie: Anschauen, sofort! XD Nein, im Ernst: Gegen Ende der Serie wurden die meisten Rätsel gelüftet, jeder Charakter hat seinen Zweck erfüllt und auch diejenigen, die mit Lelouchs Methoden nicht einverstanden sind, werden anerkennen müssen, dass die Tiefe seiner Persönlichkeit mehr ist als pures Böses.
Zeichnungen/Optik: Die zweite Staffel legt im Vergleich zur ersten eine insgesamt flüssigere Optik zu Tage. Gerade die Kämpfe der Knightframes laufen schneller und hübscher animiert ab. Dies unterstützt nicht nur das visuelle Vergnügen, sondern auch das Gefühl, dass die neuen Knightframes der Lancelot-Klasse bzw. das Pendant auf "Black Knights"-Seite einfach nochmal eine Nummer besser sind als die alten Kampfmechs aus Staffel 1. Das Charakterdesign ist zumindest auf selbem Niveau, wenn nicht sogar besser. Allerdings haben sowohl Suzaku als auch Lelouch einen etwas härteren Look bekommen und die Mimik ist nicht mehr so weich, wie sie es noch zu Beginn der ersten Staffel war. Als Ausdruck des Erwachsenwerdens und der Bitterheit, die mit den schlimmen Ereignissen zum Ende der ersten Staffel breitmachte, durchaus ein stilvoller Ausdruck der Persönlichkeiten.
Sound: Neben der gewohnt genialen Synchronisation, die ja schon aus Teil 1 bekannt ist, sind ein paar neue Tracks hinzugekommen, die den Soundtrack noch einmal eine Klasse emporheben. Auch das Opening ist das bisher gelungenste und passt sowohl zu den Bildern als auch zur Stimmung der Serie. Das Ending hab ich nicht wirklich wahrgenommen, schlecht ist es nicht. Allerdings auch kein Meisterwerk. Aber man muss sich das ja nicht antun. Zur Hälfte der zweiten Staffel ändert sich das Opening, "World's End" ist richtig (!) fetzig und eines der besten Openings, die mir zur Zeit bekannt sind! Definitiv ein Ohrwurm und schon länger ganz oben in meiner Playlist.
Sonstige Bemerkungen: Was bei R2 besonders auffällt, ist die deutliche Zunahme des Fanservice. So bekommt man C.C. und allen voran Kallen doch in einigen Posen zu Gesicht, die es in Staffel 1 noch nicht gab. Allerdings ist Code Geass noch weit davon entfernt, in den Ecchi-Bereich abzudriften und die Grenzen des guten Geschmacks werden keinesfalls überschritten. Erwähnenswert ist auch, dass R2 eine Prise Humor gerade zu Beginn der Serie in Episode 5 einbringt, der die Spannung etwas zu lockern vermag, bevor mit dem Episodenende der Dampfhammer ausgepackt wird *lach*.
Fazit: Trotz meiner anfänglichen Zweifel erweist sich Code Geass R2 als würdiger Nachfolger und setzt in puncto Spannung und bösartige Cliffhanger in meinen Augen neue Maßstäbe und übertrifft hier sogar Teil 1. Auch auf technischem Niveau bewegt sich Code Geass durchaus auf hohem Niveau, allerdings zeigen sich gerade bei manchen Charakteren erste Schwächen zu zeigen (Rolo ist mir zum Beispiel zu wenig ausgefeilt). Zudem brennts mir langsam auf der Seele, mehr über C.C. zu erfahren und ich befürchte, dass Sunrise sich etwas zu viel Zeit lässt. Bisher hat C.C. jedenfalls nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient. Hier wird Potenzial verschenkt. Trotz der kleinen Kritik lege ich Code Geass jedem Animefan wärmstens ans Herz!
Nachtrag: Den Charakteren hat Sunrise zwar etwas spät, aber immerhin nach dem Motto "besser als gar nicht" doch noch Platz eingeräumt und so kommt nicht nur Lelouch zum Tragen. Nur C.C.'s Persönlichkeit wird nicht völlig ins rechte Licht gerückt, aber so bewahrt man wenigstens ihre etwas mythische Seite ;).
Man erinnere sich an Code Geass, wo ein Schüler namens Lelouch auszog um mittels Kraft seines Verstandes und seines Geass das Imperium Britannia zu stürzen. Er sammelte Anhänger um sich, schmiedete geniale Pläne und kam so seinem Ziel Stück für Stück näher … Und jetzt vergisst man am besten all das und reduziert den Anime rein auf die darin vorkommenden Charaktere sowie die grundlegendsten Handlungsstränge. Dann versucht man vor seinem inneren Auge ein Brettspiel zu visualisieren, das vor einer Gruppe Drehbuchschreiber auf einem Tisch liegt. Ein durchschnittlich aussehender Japaner hebt seine Hand, öffnet sie und das Schicksal von Lelouch entscheidet sich. Alea iacta est, der Würfel ist gefallen! Lelouch rückt drei Felder vor und zieht eine Ereigniskarte. Code Geass R2, ein Anime dessen Handlungsverlauf mehr den Ergebnissen eines Würfelspiels ähnelt, als dass man dahinter ein ausgearbeitetes Drehbuch vermuten würde.
... [ mehr lesen ]
Zu Beginn lässt sich von all dem noch wenig erahnen. Nach dem (übertrieben) spektakulären Finale der ersten Staffel wirft man den Zuschauer erstmal ins kalte Wasser und präsentiert eine Welt mit völlig neuen Umständen. Lelouch als ein seiner Erinnerung beraubter Schüler, der von seiner Zeit als Zero keine Ahnung mehr hat. Ein gut gelungener Einstieg, der in seiner Entwicklung von ihm bis hin zu seiner früheren Rolle eigentlich alle Stärken des Vorgängers aufweist. Man ist frohen Mutes bald wieder seine bekannten genialen Pläne zu Gesicht zu bekommen und über Japan die ursprüngliche Flagge flattern zu sehen. Doch es kommt anders. Von einem Konzept dem die Story folgt kann hier eigentlich nicht mehr die Rede sein. Nach ein paar Episoden beginnt sich das eigentliche Schlagwort dieser Staffel herauszukristallisieren: Cliffhanger, Cliffhanger und nochmals Cliffhanger! Noch vor Fanservice in all seinen Formen (sowohl durch optische Reize als auch Storyelemente) das Hauptelement des Animes. Statt den Zuschauer wie in der ersten Staffel durch gut konstruierte Pläne mit gelungener Auflösung zu überraschen, nimmt man hier den weit einfacheren, billigeren, Weg und präsentiert laufend Storywendungen. Dass so was auf Dauer nicht gut gehen kann, ist eigentlich schon von vornherein klar und schon bald beginnen die Entwicklungen immer skurriler und unglaubwürdiger zu werden. Lelouch treibt auf einer Welle von glücklichen Zufällen und Deus Ex Machina Ereignissen langsam weiter, wobei die Richtung die der Anime geht immer schwerer zu erkennen ist. Ereignisse bei denen man eine große Auswirkung auf die Story oder die Charaktere erwarten würde verpuffen schlussendlich und versinken in der Bedeutungslosigkeit, so dass man sich zu fragen beginnt wofür sie eigentlich da waren außer um wieder einen schnellen Cliffhanger zu liefern. Die politisch/strategische Story nimmt stellenweise einen geringeren Teil ein und das Hauptaugenmerk wird stärker auf das Geass und seine Hintergründe gelegt. Was interessant sein könnte entpuppt sich schlussendlich aber als eher wirres Zeug, das ebenso billig konstruiert ist wie der Großteil der sonstigen Story. Nach dem wie schon erwähnten gelungenen Einstieg folgt schon bald eine qualitätsmäßige Durststrecke, bevor ab Episode 17 kurzzeitig die Hoffnung aufkommt, alles könnte sich wieder zum Guten wenden. Eine Hoffnung die schon wenige Folgen danach zerschlagen wird, denn was einem in den letzten Episoden noch geboten wird, das übersteigt die schlimmsten Befürchtungen von jedem, der sich noch Hoffnung auf ein passables Finale gemacht hat. Sukzessive werden hier Handlungsstränge, die schon seit der ersten Staffel laufen mit allerbilligsten und enttäuschenden Auflösungen beendet. Man schließt schnell noch das meiste ab worauf man bisher vergessen hatte und kümmert sich nur noch wenig über so scheinbar nichtige Dinge wie Plausibilität. Immerhin muss man dem Ende zugestehen, dass es nicht noch mal schlechter ist als die letzten ihm vorangegangenen Episoden und aus der verfahrenen Situation wahrscheinlich sogar das Bestmögliche macht.
Eine ganze Gruppen von neuen Charakteren wird eingeführt, nur um schließlich wieder als bedeutungsloses Anhängsel zu enden. Ihre Bildschirmpräsenz ist allerdings groß genug um wertvolle Zeit zu stehlen, die man eigentlich für die alten Charaktere aufwenden hätte sollen. Von denen versinken manche nahezu völlig in der Versenkung und zum nicht kleinen Entsetzen ist einer dieser Charaktere CC. Im Vorgänger noch eine der Hauptpersonen, nimmt sie hier die meiste Zeit eine Statistenrolle ein, die man im Anlassfall durch abstruse Entwicklungen an die aktuellen Umstände anpasst. Das Gros ihrer Zeit scheint sie aber mit Fanserviceeinlagen zu verbringen. Von den anderen weniger wichtigen Charakteren aus der ersten Staffel, brauche ich gar nicht erst anzufangen, denn für sie bleibt ähnlich wenig Zeit übrig. Diese wird im Gegenzug von den Neuzugängen beansprucht, bei denen Rollo der wichtigste, aber immerhin auch der gelungenste ist. Ist seine Entwicklung zwar von Anfang an ziemlich klar, ist er immerhin eines der Elemente, die die Story um einiges weiterbringen. Anders die Knights of the Round, die wenig mehr machen als sich im Anlassfall in ihre Mechas zu schwingen und reihenweise Gegner zu plätten. Wer hier gut ausgearbeitete Widersacher erwartet hat, der wird eines Besseren belehrt. Und was ist mit Lelouch und Suzaku, den tragischen Widersachern dieser Geschichte? Sie verbindet hier ein gemeinsames Element, den beide scheinen ihre Persönlichkeit zu wechseln je nachdem wie die Sterne stehen, die Vögel fliegen oder ganz einfach nur wie es die Story gerade verlangt. Plausibles Verhalten, vergesst es …
Fazit: Was soll man zu einem Anime sagen, dessen Storyverlauf auf dem Zufall zu basieren scheint? Trash ist das was mir als erstes dazu einfällt. Auch wenn mir schon der Vorgänger nicht völlig gefallen hat, hatte der durch die diversen gut konstruierten Pläne und Ereignisse noch ein Element, das ihn aus der Masse herausstechen ließ. Die zweite Staffel verlässt sich rein auf die beträchtliche Fanbasis, denen man heißgeliebte Storyelemente in Konzentration liefert, ohne sich Gedanken darüber zu machen wie sie als Gesamtes wirken. So bleibt ein weitgehend ziellos wirkender Handlungsverlauf mit einzelnen besseren Phasen, der es noch nicht einmal schafft seine schon lang bestehenden Handlungsstränge befriedigend abzuschließen, sondern hier genauso billige Lösungen liefert wie die Staffel in ihrer Gesamtheit ist, so dass man nur daran Zweifeln kann, dass hier die gleichen Drehbuchschreiber am Werk waren. Warum also trotz der vielen Kritik überhaupt noch diese Wertung? Zum einen gibt es stellenweise bessere Parts, wie etwa die ersten Episoden, zum anderen erzeugt der trashige Verlauf zunächst einen eigenen Unterhaltungsfaktor, der dann aber gegen Ende aufgrund des immer abstruseren Handlungsverlaufs immer weiter abnimmt. De facto tritt die zweite Staffel die eigentlichen Qualitäten von Code Geass geradezu mit Füßen und verhunzt viele der alten (Haupt-)Charaktere ohne auch nur im Ansatz adäquaten Ersatz zu liefern. Jeder Fan der Story von Code Geass sollte sich im Vorhinein im Klaren sein, dass in dieser Staffel die Story zu Grabe getragen wird und man seinen Unterhaltungswert aus anderen Quellen gewinnen muss.