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Die Edo-Periode, das Shogunat ist auf seinem Höhepunkt. Der herrenlose Samurai Masanosuke Akitsu ist ein talentierter und loyaler Kämpfer, doch sein naiver, zurückhaltender Charakter führt dazu, dass ihn alle Herren für die er arbeitet schon bald wieder aus ihren Diensten entlassen. Hungrig und verzweifelt nimmt er die Stelle als Leibwächter von Yaichi an, dem charismatischen Anführer einer Bande mit dem Namen "Fünf Blätter". Auch wenn ihn die finsteren Machenschaften der Bande stören, keimt in Masa der Verdacht, dass Yaichis Motive nicht die sind, die sie zu sein scheinen und trotz seiner Bedenken, fasziniert ihn die Welt der verschlagenen und mysteriösen Fünf Blätter immer mehr, je tiefer er in sie hineingezogen wird.
House of Five Leaves ist sicherlich einer der besten Animes aus der Frühlingssaison 2010. Er glänzt gerade durch das, was den meisten anderen fehlt: nämlich durch eine gut geschriebene Geschichte und gut ausgearbeitete Charaktere.
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Nun bin ich zwar eigentlich gar nicht der Typ, der auf beides so viel Wert legt, aber ab und zu schaue ich mir solche Serien trotzdem mal gerne an. Vor allem dann wenn sie auch noch eine so ruhige Stimmung wie House of Five Leaves haben. Für Actionfans ist der Anime nämlich trotz Samurai-Settings nichts; hier wird nicht gekämpft, die Serie ist durch und durch ein erstklassiges Drama, das allerdings nicht mit dem typischen Anime-Seifenoperdrama und seiner Hektik verglichen werden kann. Man sollte sich also darauf einstellen, dass es bei House of Five Leaves keine Theatralik und keinen Kitsch gibt. Stattdessen bekommt der Zuschauer eine gut konstruierte und glaubwürdige Geschichte geboten, die sich mit den Kriminellen und ihren Banden des alten Japans befasst.
Eine Sache gibt es aber doch, die etwas unglaubwürdig ist: der Held der Geschichte, Masa. Man kauft es ihm bei seiner schüchternen Persönlichkeit nicht wirklich ab, dass er als Leibwächter arbeitet. Andererseits hat seine feminine Persönlichkeit durchaus einen Sinn und gerade weil er so ist, finde ich ihn sogar sympathisch. Die meisten anderen Figuren übrigens auch. In der ersten Episode bekommt man zwar einen kleinen Schock - zumindest bei den Frauen - weil die Figuren alles andere als moe aussehen, aber daran gewöhnt man sich schnell. Die Persönlichkeiten sind sowieso wichtiger und die Charaktere sind diesmal nicht nur gut ausgearbeitet, sondern auch tatsächlich sympathisch, was ja bei den "anspruchsvolleren" Animes nicht immer so ist. Jeder Charakter verhält sich annährend so wie ein normaler Mensch, ist weder überzeichnet noch idealisiert, und gerade weil die Figuren auch menschliche Schwächen zeigen, kommen die Stärken viel besser zur Geltung als bei so manchem Otaku-Anime. Wer also Interesse an Animes mit guten Charakteren und einer guten Handlung, die vom Regisseur auch vernünftig umgesetzt wurde, hat, sollte ruhig einen Blick riskieren.
Das überwiegend ruhig erzählte Ausnahme-Anime “Sarai-ya Goyou” hätte durchaus ein Lichtblick für viele werden können, die sich angesichts des immer seltener vorkommenden Muts zur Lücke bei neuen Animes nach ein wenig mehr Originalität sehnen. Statt das historische Setting zum x-ten Mal für ständige Martial Arts Einlagen zu nutzen, entschied man sich für ständige Dialoge und auch dem Cast kann man allein schon wegen des relativ glaubwürdigen Verhaltens der Protagonisten nur schwerlich den 08/15 Stempel aufdrücken. Umso enttäuschter war ich also, als sich schon sehr früh ein nicht von der Hand zu weisender Kontrast zwischen Erzählweise und Story auftat, bei dem sich an der Sinnfrage wohl die Geister scheiden. ... [ mehr lesen ] Die anfängliche Freude darüber, dass die Personen nicht überzeichnet erscheinen, weicht leider schnell der Enttäuschung darüber, dass sie in der Summe fast schon unterzeichnet und teilweise auch schlichtweg langweilig daherkommen. So offenbart beispielsweise der neue Leibwächter Masa trotz einer Menge Screentime kaum mehr von sich als einen zurückhaltenden Feigling, dessen Entwicklung sich leider auch erst sehr spät und langsam vollzieht. Dass der mysteriöse Yaichi, der verschlossene wenn auch verantwortungsbewusste Ume und der noch viel verschlossenere Matsu dann ebenfalls zu den eher ruhigen Vertretern gehören, ist zwar offensichtlich im Hinblick auf die Atmosphäre der Serie gewollt, aber eben in dem Maße auch wenig unterhaltsam. Die etwas keckere Otake ist da leider genau wie die leider extrem seltenen Ansätze von Humor nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Nun könnte ja die eigentliche Handlung noch einiges retten, schließlich geht es bei Sarai-ya Goyou ja nicht selten um kriminelle Machenschaften, womit ein Grundstein für Spannung ja gelegt wäre, aber hierbei arbeiten die fast schon Slice-of-Life ähnliche Erzählweise und die in nahezu allen Belangen ruhige Inszenierung dermaßen dagegen, dass selbst die passend düster gehaltenen sowie detaillierten Zeichnungen kaum vom ansonsten so unstimmigen Gesamtbild ablenken können. Öfters werden auch die Probleme einiger Charaktere thematisiert, was zwar rein handlungstechnisch nicht ganz uninteressant ist, jedoch aufgrund der oben genannten Schwächen nicht allzu sehr mitreißt. Wenigstens das Warten auf die Enthüllung von Yaichis Geheimnissen lohnt sich am Ende einigermaßen.
Fazit: Ich habe absolut nichts gegen ruhig erzählte Geschichten. Ich habe auch nichts gegen Slice-of-Life Einlagen oder komplette Serien dieses Genres, aber dann sollte der Cast doch bitte ein wenig mehr bieten als bestenfalls leicht sympathisch und geheimnisvoll zu sein und die Ausgangslage sollte auch dazu passen. Was man sich dabei gedacht hat, eine Geschichte von kriminellen Banden und Entführungen auf derartig langatmige, stille Weise zu erzählen, konnte ich jedenfalls bis zuletzt nicht begreifen. Das will einfach nicht zusammen passen und von einem gelungenen Kontrast kann man dabei auch nicht sprechen. So kann Innovation trotz durchaus guter Ansätze auch nach hinten los gehen.
Sarai-ya Goyou ist einer der besten Animes die ich je gesehen habe.
Abgesehn von dem sehr außergeöhnlichem Zeichenstil, der mich zuerst davon abschrecken lies diesen wunderbaren Anime zu gucken, ist die Geschichte sehr interessant und gehört keines Falls zu diesen typischen historischen Animes. Auch der Zeichenstil der zuerst nun wirklich nicht sehr ansprechend wirkt, passt perfekt zu der mysteriösen Geschichte.