Nach Jahrtausenden des Versteckens strebt Mina Tepes, die Prinzessin des uralten Bundes und Herrscherin über alle Vampire, eine Änderung ihrer Situation an. Mithilfe des immensen Vermögens des Tepes Clans, begleicht sie die gesamte Staatsverschuldung Japans und erhält als Gegenleistung das Recht, einen speziellen Bereich vor der Küste Japans zu schaffen, der der zukünftige Hafen für Vampire aus aller Welt werden soll. Nun, kurz vor der denkwürdigen Pressekonferenz, die die Existenz von Vampiren der Welt verkünden soll, planen Terroristen und rivalisierende Fraktionen die Ermordung Minas...
Vampir-Fanatiker aufgepasst! Mit Dance in the Vampire Bund schickt SHAFT ein Pferd ins Rennen der Wintersaison 09/10, das nicht nur die Frage beantwortet, wie die Finanzkrise überwunden werden kann, sondern auch mit allen Vampir-Klischees, die so auf der Welt rumschwirren, aufräumt. Als Extra obendrauf bekommt man noch eine Romanze spendiert, gespickt mit einer leichten Priese Loli-Ecchi. Wenn das nicht vielversprechend klingt!
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Da die Kurzbeschreibung wenig hergibt, hier nochmal eine Zusammenfassung, worum es in DitVB eigentlich geht: Die Rasse der Vampire, seit Jahrhunderten im „Schatten“ der Menschen lebend, beschließt eines Tages, diesen Zustand zu ändern. Geführt von ihrer Königin Mina Tepes, heißt das neue Ziel (bitte nicht wundern) Japan. Denn einen eigenen Staat zu haben, das wissen auch die Vampire, ist was Feines und dieser soll vor der Küste Tokyos liegen. So weit, so gut. Wäre da nicht ein von Amnesie geplagter Diener der Hime, das Japanische Parlament und gefühlte Tausend Erzfeinde des Vampir-Bundes. Doch zunächst gilt es, ein größeres Problem aus der Welt zu schaffen (oder auch nicht): Der Existenzbeweis von Vampiren, der von den Menschen genauso abgelehnt wird wie Fußpilz.
Und an dieser Stelle fängt unsere Geschichte an – nämlich mit einer TV-Show im japanischen Fernsehen; hier soll entschieden werden: Gibt es Vampire oder nicht? Die etwas andere Exposition in den Anime ist innovativ und könnte genauso gut im echten Fernsehprogramm laufen (zumindest hab‘ ich schon Shows gesehen, die weit weniger Sinn hatten), abgesehen vom abrupten Ende natürlich. Die nächsten zwei Folgen sind einzig und alleine geschaffen, um das Setting aufzubauen, deshalb gibt’s hier wenig Action, viel Vampir-Ideologie und Politik - und absolut keinen Witz. Auch wenn der Anime nicht im Comedy-Bereich angesiedelt ist, der ein oder andere Gag hätte sicherlich nichts geschadet, um die ohnehin schon sehr trockene Thematik etwas aufzulockern. Nichtsdestotrotz steigt die Spaß- und Spannungskurve ab Folge 4 dann doch endlich an und wer so lange durchgehalten hat, wird mit kleineren Twists und einem Cliffhanger belohnt, bevor sich nach Folge 7 fürs Erste die Wogen etwas glätten. Positiv überrascht hat mich die Charakterentwicklung von unserem männlichen Hauptprotagonisten Akira. Obwohl diese nicht gerade üppig ausfällt, sollte man heutzutage froh sein, überhaupt das Wort „Charakterentwicklung“ bei einem Anime in den Mund nehmen zu können. Ebenso positiv: Der Handlungsverlauf ist bis dato nicht episodisch. Die daraus resultierende Kohärenz bereitet den Weg für eine steigende Spannungskurve. Aber alles andere hätte bei diesem Anime auch nicht gepasst.
Wie schon erwähnt, bekommt man auch Romantik zu sehen, sogar eine kleine Dreiecksbeziehung. Diese spielt sich zwischen Mina, Akira und seiner Schulfreundin Yuki ab. Wo ist der Haken? Kurzum, zwei Versprechen, ein Ring und die Tatsache, dass Akira ein Werwolf und Mina die Königin der Vampire ist. Dazu kommt noch unserer alter Freund „Amnesie“, der aber schon bald keine allzu große Bedeutung mehr hinsichtlich der Romanze hat. Das Diener-Meister-Verhältnis zwischen Mina und Akira ist zwar nichts vollkommen Neues in der Romance-Welt, aber gepaart mit der Beziehung zu Yuki und vermischt mit der Vampir-Werwolf-Thematik entsteht eine interessante Komposition, die allerdings nicht viel Dramatik beinhaltet.
In Sachen Animation und Inszenierung macht SHAFT normal keiner was vor, aber bei DitVB hatten die besten Köpfe wohl Urlaub. Die Kameraführung ist wie gewohnt und damit auch angenehm für das Auge, jedoch sind die Charakter- und Umgebungszeichnungen eher „normal“. Soll heißen: Absolut zeitgemäß, aber eben nichts Besonderes – im Gegenteil zu Bakemonogatari, hier hat alles gestimmt. Wie von SHAFT gewohnt, finden auch hier wieder „Realbilder“, also Fotografien, ihren Weg in den Anime. Wurden diese bislang sinnvoll eingebaut, so haben sie mich hier etwas gestört. Die wenigen Momente, in denen dieses Stilmittel zum Einsatz kommt, kamen mir diesmal eher deplatziert vor, auch weil es nicht zur düsteren Thematik passt, die der Anime jede Sekunde vermittelt.
Action gibt’s auch, aber zunächst nur rar gesät. Dafür geizt der Anime nicht mit Blut, aber auch kein Wunder – schließlich geht’s ja um Vampire. Abgetrennte Gliedmaßen und den durstigen Biss in den Hals kann man durchschnittlich jede Folge genießen, längere Kämpfe sind dagegen Mangelware, aber immerhin gut inszeniert.
Opening- und Endingsong konnten mich nicht ganz überzeugen, wobei letzteres bei mehrmaligem Anhören doch recht gut im Ohr hängen bleibt.
Insgesamt ergibt sich ein sehr ernster, düsterer Vampir-Streifen, der zwar außer verschiedenen Rassen innerhalb der Vampirhierarchie nichts Neues ins Vampirgenre bringt, jedoch mit der interessanten Idee einer separatistischen Staatsgründung eines Vampirregimes aufwarten kann. Obwohl einem die Mischung aus Romantik, trockener Politik (sowohl auf Staats- als auch auf Schulebene) und dem Konflikt zwischen Vampiren und Menschen zunächst verwirrend anmutet, kommt mit der Zeit Schwung in den Plot, spätestens nachdem alle Pfeiler des Settings gesetzt wurden. Das Ergebnis ist ein buntes Genre-Konglomerat, das nicht viel falsch macht, aber dafür umso mehr richtig. Es bleibt noch viel Potential übrig, das in den letzten Episoden hoffentlich nicht verschenkt wird.
Manche Adaptionen sind schon so schlecht, dass man selbst ohne Kenntnis der Vorlage unweigerlich den Eindruck bekommt, dass hier irgendwas nicht stimmt. Ich hoffe zumindest stark, dass meine Einschätzung hier zutrifft und der Manga zu Dance in the Vampire Bund besser ist, als das, was SHAFT daraus gemacht hat, nämlich einen leicht wirren, langweiligen und schlecht inszenierten Anime.
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Manch einer wirft SHAFT gerne schlechte Umsetzungen und Selbstverliebtheit in der Animation vor, ein Vorwurf, den ich in der Regel zumindest teilweise abstreite, dem ich in diesem Fall jedoch nur vollends zustimmen kann. Schon lange habe ich keinen Anime mit einer derart vermurksten Inszenierung gesehen, der dann hier zusätzlich noch große Schwächen im Storyaufbau hat. Während die Einstiegsepisode noch ungewöhnlich, aber in meinen Augen gelungen ist, fällt die Serie danach rapide ab. Auf eine ziemlich banale, in erster Linie actionlastige Geschichte wird der typische SHAFT-Stil aufgesetzt, was einfach nicht funktioniert. Die schnellen Schnitte, Nahaufnahmen, ungewöhnliche Kamerawinkel, Abstraktionen, etc. lassen den Anime nicht interessanter oder ernsthafter wirken, sondern stören schlicht den Serien“genuss“ und die Actionszenen kommen damit äußerst lahm daher.
Das Einzige womit man sich bei der schlechten Inszenierung trösten kann ist, dass damit letztendlich wenig Schaden angerichtet wurde, denn die Handlung ist nicht auf viel höherem Niveau. Das kann man hier jetzt auf beide der Kernpunkte einer Geschichte zurückführen, die Story und die Charaktere. Die Story ist äußerst dünn und lässt sich zunächst auf den Konflikt Mensch vs. Vampir und später Vampir vs. anderen Vampir zusammenfassen, alles garniert mit einer öden „Romantik“-Geschichte. Romantik wurde hier von mir nicht ohne Grund in Anführungszeichen geschrieben, denn die Romantik ging hier völlig an mir vorbei. Die Chemie zwischen dem Hauptpaar stimmt überhaupt nicht, auch wenn sie durch laufende Treuebekundungen einen anderen Eindruck erwecken wollen. Viel Schuld daran trägt der Charakter von Mina Tepes, deren jahrhundertelanges Leben sie nicht daran hindert immer wieder plötzlich in den Kleinkindmodus zu verfallen, wohl nur um die Gelüste der Loli-Fanatiker unter den Zuschauern zu befriedigen. Wenig überraschend macht es einem aber schon allein ihr Aussehen als Zehnjährige schwer hier Romantik zu sehen, wenn es dann letztendlich auch erst vollends daran scheitert, dass sie wider erwarten zu oft in den erwähnten Kindchenmodus verfällt, anstatt eine souveräne Vampirprinzessin zu sein. Akira hingegen würde sich zwar seinem Alter entsprechend verhalten, kann aber nie recht vermitteln was er eigentlich an ihr findet und bleibt schließlich ein 0815 „Ich will alle retten“-Charakter. Auf den Rest des Casts braucht man gar nicht erst eingehen, denn der besteht aus austauschbaren Pappkameraden.
So plätschert die Geschichte dann vor sich hin, ohne jemals wirklich Interesse zu erwecken und nachdem sie in der zweiten Hälfte durch etwas mehr Story und Action ein wenig schwungvoller wird, verspielt man diesen geringen positiven Eindruck gleich wieder, indem man das Ganze durch ein generisches, billiges und unrund wirkendes Ende erstmal abschließt. Natürlich lässt man sich die Option einer Fortsetzung offen, aber ich hoffe stark, dass es dazu nie kommen wird.
Obwohl Dance in the Vampire Bund grundsätzlich ein Vampir-Anime ist, sollte man ihn nicht mit Werken wie Hellsing oder Blood+ vergleichen ... [ mehr lesen ]- hier geht es nicht in erster Linie um aufgebissene Hälse und Gruselstimmung (Was nicht heißt, dass kein Blut fließt). Stattdessen erwartet den Zuschauer eine tiefgründige Actionserie mit eingebauter Romanze - und das auf hohem Niveau.
Story: Hat man zu Beginn das Gefühl, einem typischen Schüler-trifft-Monster-Setting gegenüberzustehen, ändert sich die Story bald und erzählt eine Geschichte von Polit-Intrigen, Machtkämpfen und Einzelschicksalen. Überhaupt bleibt die Story die ganze Serie über abwechslungsreich und unvorhersehbar. Allein die 1. Folge gehört meiner Meinung nach zu den besten Anime-Eröffnungen die ich je gesehen habe. Nach Episode 7 beruhigt sich die Handlung etwas, nur um dann (nach einer völlig überflüssigen Recap-Episode) umso stärker aufzukochen. Spannung ist fast durchgehend garantiert. Einziger Kritikpunkt sind die Gegenspieler, über die man bis zum Schluss praktisch nichts erfährt - dafür weht einem umso mehr der Geruch einer zweiten Staffel entgegen.
Präsentation: Die Animationen sind (wie erfahrene Anime-Fans es von SHAFT gewohnt sind) auf hohem Niveau. Auch wenn auf visuelle Stilmittel nicht ganz so sehr zurückgegriffen wird wie z.B. in Bakemonogatari, kann die Optik sich sehen lassen. Grade die Kämpfe sind schön animiert, mit flüssigen Bewegungen und ohne Wiederholungen. Der Soundtrack ist stimmig, die meiste Zeit dezent, aber immer passend. Vor allem das Ending hat mir gut gefallen - ein Lied mit Ohrwurm-Potenzial.
Charaktere: Die Starrolle spielt ganz eindeutig Vampir-Königin Mina Tepes. Ihre ambivalente Persönlichkeit kommt hervorragend zum Ausdruck und lässt auf die tragischen Geschehnisse ihrer Vergangenheit schließen. Gerade die wenigen Momente, in denen sie ihr 'kindliches' Selbst zum Vorschein kommen lässt, bieten tiefe Einblicke in ihre Verfassung. Leider können die übrigen Charaktere da nicht wirklich mithalten - Wolfjunge Akira ist relativ oberflächlich, außer seiner Motivation, die Prinzessin zu beschützen, erfährt man wenig über ihn. Der restliche Cast ist noch blasser. Minas Rivalin (und später Freundin) Yuki hätte wohl Potenzial gehabt, aber sie bleibt absolut farblos und verschwindet viel zu schnell von der Bühne. Auch die anderen Charaktere wirken mehr wie Requisiten ohne eigene Persönlichkeit.
Romantik: Eingewebt wird die Story in eine Romanze zwischen Akira und Mina. Sieht es anfangs noch nach einer Dreiecks- (und zeitweise sogar Vierecks-)Beziehung aus, wird das ganze relativ schnell auf die Beiden reduziert. Immer wieder stoßen sie auf die Probleme, die zwischen ihnen stehen - Minas rigorose Methoden als Vampir-Königin, Akiras Verpflichtungen als Werwolf und nicht zuletzt seine Amnesie. Besonders gegen Ende wird das Drama-Element noch einmal kräftig angeheizt.
Und dafür leider viel zu einfach wieder beseitigt, deshalb nicht die volle Punktzahl in der Kategorie.
Fazit: Dance in the Vampire Bund ist hervorragende Unterhaltung für Zuschauer, die etwas mit einer spannenden Story unterstützt von schön anzusehenden Monster-Kämpfen und einem Schuss Emotionen anfangen können. Wer dagegen Dauergemetzel wie bei Alucard&Co erwartet, wird hier enttäuscht werden. Mein persönlicher Favorit der 1. Saison 2010!