Das Mädchen Fumika, welches eine Briefträgeruniform trägt, und ihr gesprächiger Helfer Kanaka haben eine besondere Aufgabe: Sie liefern einen letzten Brief aus dem Totenreich in die Welt der Lebenden.
Nach einer erfolgreichen Manga-Vorlage entstand ein außergewöhnlicher, episodenhafter Anime aus dem Jenseits. Von Regisseur Tatsuo Sato, der auch für die Planung von "Kino no tabi" zuständig war, und von Seriengestalter Ichiro Okouchi (u.a. Code Geass) und mit Musik von Komponist Hikaru Nanase (u.a. Noein, Chrono Crusade)
Shigofumi zeigt eine ungewöhnliche Mischung aus Gesellschaftskritik und "Selbstfindungsstory" (ein besseres Wort fällt mir nicht ein) und obwohl es manchmal nicht ganz klappt beides miteinander zu verbinden, kann der Anime doch über weite Strecken unterhalten. ... [ mehr lesen ] Am Anfang scheint es so als ob der Anime episodenhaft wäre, doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr wird die Hintergrundgeschichte um Fumikas Vergangenheit sichtbar. Die Handlung ist meistens depressiv und düster, es werden menschliche Abgründe aufgezeigt und persönliche Schicksale stehen im Vordergrund. Dabei sind die Themen in Japan anscheinend so kontrovers, dass einige Episoden sogar zensiert werden mussten. Schade eigentlich, denn gerade durch die drastische Wirkung (nicht zu verwechseln mit drastischer Gewaltdarstellung, die es hier nicht gibt) kommt die Gesellschaftskritik erst richtig zur Geltung. Neben den ernsten Episoden gibt es aber auch einige heitere Abschnitte in der Geschichte, besonders dann wenn Fumikas Kollegin Chiaki auftritt.
Die "normalen" Menschen aus Shigofumi verhalten sich meist glaubwürdig und sind relativ wenig überzeichnet, während die Postboten und ihre lebenden Stäbe schon mehr in die Richtung gehen wie man es sonst von Anime gewohnt ist. Im Vordergrund steht natürlich Fumika, die auf den ersten Blick sehr introvertiert und kalt wirkt, aber später noch einige andere Facetten zeigt, die ihren Charakter nicht nur sympathisch, sondern auch interessant machen. Alle anderen Figuren haben dann vergleichsweise kleine Rollen; richtig interessant ist nur noch Fumikas Vater, der seine Rolle als Psychopath wirklich perfekt spielt.
Die gelungene OVA spielt nach der Serie und baut auf den Ereignissen von Episode 6 auf. (80%)
Kurzbeschreibung Episodisches Fantasy-Drama über die menschlichen Abgründe.
Wer Jigoku Shoujo mag, der wird auch an Shigofumi schnell Gefallen finden, zumindest fand ich mich bald daran erinnert.
Stimmungsmäßig ist einfach vieles ähnlich. Angelpunkt der Geschichten ist ein Brief den ein Toter an die Lebenden schickt und von diesem ausgehend entwickelt sich dann das Drama. ... [ mehr lesen ]
Die Handlung ist aufgebaut aus diversen Einzelschicksalen, verknüpft mit der Hintergrundgeschichte um Fumika, die später dann zum eigentlichen Thema der Serie wird. Während manche Episoden wirklich packend sind und eine gelungene Mischung aus Drama und Gesellschaftskritik darstellen, ist man bei Fumikas Geschichte für meinen Geschmack etwas über das Ziel hinausgeschossen und übertreibt es einfach, wodurch das Ganze wenig lebensnah wirkt, wenn auch die weitere Entwicklung nach dem Aufdecken ihrer Vergangenheit wieder besser ist. Die Schicksale rund um die Empfänger und Versender der Shigofumi gehen einerseits auf gesellschaftliche Missstände und deren tragischen Folgen für die Betroffenen ein, zeigen andererseits aber anhand mancher Geschichten auch positive Botschaften über den Tod, geben Trost für die Hinterbliebenen, oder handeln von später Reue und Verzeihung. Sie sind alles in allem gut ausgearbeitet, bieten die nötige Abwechslung und stellen damit den größten Pluspunkt gegenüber (der ersten Staffel) Jigoku Shoujo dar. Sicher einer der größten Negativpunkte der Serie ist Fumikos Begleiterstab Kanaka, der nur vermeintlich lustig ist und einem eigentlich sofort auf die Nerven geht.
Fazit: Shigofumi = Jigoku Shoujo mit mehr Gewichtung auf der Hauptperson und damit stärkeren roten Faden in der Geschichte, angereichert durch ein paar Comedyelemente. Mit einer passenderen Hintergrundgeschichte für Fumika wäre hier noch weit mehr möglich gewesen, versteht es der Anime doch stellenweise eine packende Atmosphäre zu erzeugen, wenn auch nicht so genial wie die Vergleichsserie.
Alles in allem ein Anime mit Hand und Fuß. Die Story überzeugt und auch die Einzelschicksale in einzelnen Episoden haben genug Tiefgang um von Anfang bis Ende mitfiebern zu lassen.
... [ mehr lesen ] Durch das aufdecken der Vergangenheiten und Denkweisen der Hauptcharaktere sympathisiert man mit diesen sehr gut und kann sich leicht in die Lage der jeweiligen Personen hineinversetzen. Einziger Schwachpunkt hier ist der Stab Kanaka der Fumika begleitet. Auch auf die Protagonisten der Nebenstories wird sehr gut eingegangen, sodass man auch bei diesen stets mitfiebert. Die Story selbst dreht sich um die letzte Nachricht aus dem Jenseits eines Verstorben an die Lebenden. Natürlich sind auch hier die Umstände immer unterschiedlich, so dass einige Personen diese Nachrichten gar nicht erst empfangen wollen, andere ihre Taten bereuen und einige an diesen sogar verzweifeln. Ein Großteil der Schicksale beruht auf gesellschaftlichen Problemen wie z.B. Mobbing in der Schule oder fehlende Wertschätzung durch die eigene Familie. Nach kurzer Zeit offenbart sich auch das Schicksal um den Hauptcharakter Fumika und da fängt die Geschichte auch eigentlich erst richtig an. Negativ aufgefallen sind die unpassenden Comedy Elemente welche nicht unbedingt zu der Story passen wie zum Beispiel der Stab Kanaka den man anscheinend Krampfhaft versucht hat lustig wirken zu lassen.
Fazit: Diese Serie zeigt ungehemmt die Schattenseiten der Menschen und ihrer Umwelt sowie auch gutmütige aufopfernde Einzelfälle. Alles in allem lohnt es sich diese Serie mal anzuschauen!