Wenn ihn die Verzweiflung über die Welt und sein eigenes Schicksal packt, versucht Nozomu Itoshiki sich regelmäßig umzubringen, wobei es bisher noch beim Versuch geblieben ist. In seiner neuen Anstellung als Lehrer hat er nun erstmals Publikum für seine pessimistischen Ansichten, doch während er seine Schüler nun über die von ihm so gesehene harsche Realität aufklärt, muss er feststellen, dass diese selbst diverse Extreme der (japanischen) Gesellschaft darstellen. Von der beinharten Optimistin Kafuka, die die von ihm aufgezeigten Missständen immer ins positive Licht rückt, über die perfektionistische Chiri, die die Welt nach ihren Vorstellungen ordnen will, notfalls mit Gewalt, bis hin zur Stalkerin Matoi. Ein bunter Haufen von Schülern mit verqueren Ansichten und Marotten, die gemeinsam mit ihrem Lehrer in episodischen Geschichten eine Reise durch die Eigenheiten (und Abgründe) der japanischen Gesellschaft unternehmen und sich in dieser Gesellschaftssatire auch in einigem Umfang der Otaku-Subkultur widmen.
Sayonara Zetsubou Sensei hätte vom Humor her das Zeug gehabt zu meinem absoluten Favoriten des Comedy-Genres aufzusteigen. Leider scheiterte das schlussendlich an der doch ziemlich schwankenden Qualität der einzelnen Folgen. Nichtsdestotrotz kann man hier wohl einige der genialsten Szenen sehen, die das Genre bisher hervorgebracht hat und sich an einem innovativen, äußerst gelungenen Animationsstil erfreuen.
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Die ersten beiden Folgen stellen schon den Höhepunkt der Serie dar. Was einem hier geboten wird ist zumindest für meinen Geschmack das Genialste, was ich bisher in Animes an schwarzem Humor gesehen habe. Leider nimmt die Qualität dann aber stetig ab und im Mittelteil sind Folgen dabei, die mehr wirr als wirklich unterhaltend sind. Die Comedy ist darauf aufgebaut, dass die Schüler im Kontrast zu ihrem pessimistischen Lehrer, selbst extreme Charakterzüge aufweisen wie Hardcore-Optimistin, Stalkerin, Tierschwanzfetischistin, Perfektionistin, … usw. Daraus lassen sich sehr unterhaltsame Situationen kreieren, wie die ersten Folgen auch zeigen, nur lässt man hier später viel Potential ungenutzt und verläuft sich teilweise zu sehr in Wiederholungen ähnlicher Gags. Laufend wird auch auf diverse Phänomene der japanischen Gesellschaft angespielt und diese durch extreme Übertreibung oder durch die stark überzeichneten Persönlichkeiten der Charaktere parodiert.
Animation: Noch nie hat mich ein Animationsstil derart angesprochen wie der von Sayonara Zetsubou Sensei. Grundsätzlich sind die Zeichnungen einfach gehalten, doch mischt man sie immer wieder mit innovativen, schon fast künstlerisch wirkenden Szenen und Bildern und erschafft so einen eigenen unverwechselbaren Stil. Ein Blick auf die Screenshots oder auf die Wallpaper sagt hier wahrscheinlich mehr als viele Worte. Für meinen Geschmack werden einem hier wirklich viele der schönsten Bilder geliefert, die die Animeindustrie bisher hervorgebracht hat.
Fazit: Sayonara Zetsubou Sensei ist nicht unbedingt ein Anime für den Massengeschmack. Wer nicht einen Faible für schwarzen, teilweise schon extrem abgedrehten Humor hat, wird daran wahrscheinlich weniger Gefallen finden. Auch wenn die Qualität nicht über alle Folgen gehalten werden kann, muss ich hier eine hohe Wertung geben, denn Animation und Humor finde ich einfach zu genial.
Der Anime fängt vielversprechend an, kann sein Niveau aber leider nicht über die volle Länge halten. Schuld daran sind vor allem das "Totreiten" der Witze und einige inszenierungstechnische Mängel. ... [ mehr lesen ] Sayonara Zetsubou Sensei (SZS) ist im Grunde ein schwarzhumoriger Slice-of-Life Anime, der keine richtige Handlung besitzt, sondern episodenhaft von den Erlebnissen des extrem pessimistischen Lehrers Itoshiki Nozomu und seiner Klasse erzählt. Dazu gibt es eine Menge Anspielungen auf die Anime- und Filmkultur und etwas Gesellschaftskritik. Was ist dabei nun das Problem? Zunächst lässt der Humor im Laufe der Serie nach - wird wie gesagt totgeritten, was vielleicht auch an der Länge der Episoden liegt. Es wäre besser gewesen, sie auf 12 Minuten zu beschränken oder mehrere getrennte Handlungsabschnitte in eine Episode zu packen (bei Minami-ke klappt das z.B. sehr gut). Außerdem gingen mir die ganzen Eyecatcher, Texttafeln (s. Präsentation) und die Anspielungen irgendwann nur noch auf die Nerven. Letztere können in einem Anime vernünftig rüberkommen - School Rumble macht das sehr gut vor, dort sind die Parodien aber auch im Manga enthalten - nur ist es im Fall von SZS so, dass sie eher den Eindruck eines Streckmittels machen. Der Anime hält sich anscheinend nicht sehr eng ans Original; zumindest parodieren die Produzenten die Kritik an der fehlenden Originaltreue sogar im Anime, obwohl das weniger wie Selbsterkenntnis als wie Sturheit wirkt. Wie später bei Ef beweist Shaft, dass eine selbstverliebte, auf künstlerisch getrimmte Inszenierung nicht über schwachen Inhalt hinwegtäuschen kann.
Noch problematischer sieht es mit den Charakteren aus. Da Slice-of-Life-Anime thematisch nicht spektakulär sind, müssen die Charaktere besonders glänzen und/oder sympathisch sein. SZS besitzt einige ausgefallene Figuren mit seltsamen Persönlichkeiten, aber leider beschränkt sich der Anime so stark auf die einzelnen Ticks und die damit verbundene Comedy, dass die Figuren blasser als jeder Stereotyp aus einem Harem-Anime wirken. Mir fällt - mit Ausnahme vom Protagonisten - keine einzige Figur ein, die ich als sympathisch bezeichnen würde. Zumindest Nozomu ist als weltgrößter Emo interessant und lustig und trägt eigentlich die ganze Serie.
Da fällt besonders der schlichte Zeichenstil auf, der bei dieser Thematik aber kein Problem ist. Viel nerviger ist der zu chaotische Schnitt und die ständige Einblendung von Eyecatchern und Texttafeln. Letztere werden die japanischen Zuschauer kaum lesen können und auch ich als jemand, der auf einen Videoplayer zurückgreifen konnte, verspürte nicht die Lust den Anime wegen der Tafeln anzuhalten. Durch die Schnitzer bei der Inszenierung wird der Sehgenuß also nachhaltig gestört; da hätte sich der Anime lieber an die Erzählstruktur des Manga halten sollen.
Mit der Erwartung einen abgedrehten Comedyanime zu sehen bin ich nicht enttäuscht worden.
Zeichenstil und Animationen
Eine der Stärken dieses Animes liegt meiner Meinung nach an den abwechslungsreichen Zeichnungen. Denn das Studio setzt nicht nur auf einen Zeichenstil sondern gleich auf mehrere. So wird oftmals die gesamte Farbgebung in Sekundenbruchteilen über den Haufen geschmissen ... [ mehr lesen ]und von "normal" zu "abstrakt bunt" gewechselt, was die Wirkung der Szenen oft intensiviert. Auch nette schwarz-weiß Szenen bekommt man zu sehen, meistens wenn einer der Charaktere in "DESPAIR" ist. Das Charakterdesign finde ich gelungen, jeder von ihnen ist relativ leicht auseinanderzuhalten, auch wenn sie sich eigentlich nicht sehr unterscheiden. Ich bezeichne es mal als "unspektakulär". Kimura-san ist die einzige Ausnahme, was wohl an ihren Blonden, langen Haaren liegt. Sieh toll aus *g*. In SZS wird generell viel mit Texturen gearbeitet, unter anderem werden die Haare oft mit einer "Wabentextur" ausgefüllt (am oberen Teil), was echt gut passt, und der Kimono von Itoshiki dient quasi nur als Rahmen für eine Textur, die fest im Bild ist und sich effektiv nicht bewegt.
Die Hintergründe und Schauplätze sind oft detailreich gestaltet, manchmal eher simpel. Sie passen aber in den meisten Fällen extrem gut.
Die Animationen sind für eine Serie gut, man darf aber nichts in Filmqualität erwarten. Aber die Animationen sind in dieser Serie sowieso eher Nebensache.
Die grafische Präsentation von SZS ist imho wirklich etwas besonderes. Ich habe bis jetzt noch keinen so "stylischen" Anime gesehen, und hoffe dass die zweite Staffel ebenso sein wird.
Sound
Die japanischen Synchronsprecher passen wie immer sehr gut zum jeweiligen charakter. Besonders Itoshikis "ZETSUBOU" Aufschreie gefielen mir sehr gut.
Der OST, also die Hintergrundmusik ist passend und auch abwechslungsreich, blieb mir aber nicht im Gedächtnis und war folglich nicht sehr spektakulär. Die Soundeffekte, die mit eingebracht werden, z.B. als würde die Schallplatte langsamer werden, bringen mehr dynamik in die jeweiligen Szenen - gut gemacht.
Das Opening gefällt mir super, es ist sehr rockig und hat einen guten, eher "harten" Sänger. Also kein rumgephiepse von japanischen Schönheiten ^^.
Story
Die Story ist eher Nebensache in diesem Anime. Hauptinhalt ist, dass der selbstmordgefärdete Itoshiki an einer Schule als Lehrer anfängt und dort ziemlich seltsamen Unterricht abhält, der meistens etwas mit "Despair" zu tun hat. Die Comedy ist dabei ganz klar der Hauptinhalt und wird meist gut rüber gebracht. Ich muss aber ganz deutlich sagen, dass dieser Humor sehr eigen ist, entweder man mag ihn oder man mag ihn nicht und kann garnicht darüber lachen. Der Witz kommt eigentlich fast immer vom gesprochenen und seltener von Handlungen, man muss also entweder gut und schnell englisch lesen und verstehen können oder deutsche Subs gucken, wobei ich nicht weiß, wie es da den dt. Gruppen gelungen ist, den Witz rüberzubringen. Wirklich lachen musste ich auch nicht ständig, aber ein intensives Grinsen hat mir fast jede Szene ins Gesicht gezaubert.
Charaktere
Die Charaktere haben zwar alle ihre ganz besonderen Eigenheiten, richtig tiefgründig wirken sie allerdings nicht, was aber bei einem Comedyanime zu erwarten war. Die krassen Gegensätze zwischen den Charakteren, besonders zwischen den Schülern und dem Lehrer, treiben die Serie vorran und lassen massig lustiger Situationen entstehen. Die Chars entwickeln sich während dem Serienverlauf nicht, und wenn nur sehr geringfügig, weiter.
Wert
SZS ist ein zweischneidiges Schwert, entweder man mag den Anime oder man mag ihn nicht. Wenn man also nach den ersten paar Episoden immernoch nichts gutes daran findet, sollte man auch nicht weiterschauen, da die ganze Serie im gleichen Stil gehalten ist.
Das besondere an diesem Anime ist die grafische Präsentation und der, wie schon gesagt, sehr eigene Humor. Wer auf letzeres steht sollte auf jeden Fall mal reinschauen, allen anderen ist eher abzuraten.
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