Clannad spielt in einer Oberschule, in einer nicht namentlich erwähnten japanischen Stadt. Okazaki Tomoya ist im 3. Jahr und nimmt die Schule nicht sehr ernst. Er kommt immer zu spät und wird von seinen Klassenkameraden, die mit den Vorbereitungen für ihre Aufnahmeprüfungen für die Universität beschäftigt sind, als ständiger Störenfried gesehen. Aus diesem Grund hat er auch kaum Freunde dort.
Tomoya scheint das jedoch wenig zu interessieren – bis er eines Tages ein Mädchen, Furukawa Nagisa, trifft, dass ebenfalls keine Freunde hat, da alle, die sie kannte, bereits von der Schule abgegangen sind. Er hält sie zunächst für sehr tollpatschig und schwerfällig, doch er schafft es nicht sich von ihr zu lösen und trifft so, während er ihr hilft, immer mehr Mädchen aus der Schule. Obwohl er sich anfangs wenig für sie interessiert, öffnet er sein Herz immer weiter, je besser sie sich kennen lernen.
Clannad fängt eigentlich ganz vielversprechend an und wartet gleich zu Beginn mit sympathischen Charakteren, guter Comedy und auch einigen Dramaelementen auf. Je weiter der Anime aber fortschreitet, desto mehr offenbaren sich allerdings besonders im Storyaufbau und in den Dramateilen die Schwächen.
... [ mehr lesen ]
Story: Wieder einmal ist es die Comedy, die den stärksten Part des Animes darstellt. Tomoya gibt sich schon fast gnadenlos dabei, die Naivität der Mädchen auszunutzen, was bei deren Persönlichkeiten auch ohne Probleme möglich ist. Hier funktioniert die Charakterkonzeption einfach überaus gut und man erfreut sich an den diversen skurrilen Ticks und Eigenschaften der Mädchen. Sobald es aber an ernstere Themen geht, macht Clannad für meinen Geschmack die gleichen Fehler wie schon Kanon und Air, es versinkt stellenweise in Kitsch und Pathos. Zusätzlich erscheinen manche der Ereignisse auch schon etwas zu stark konstruiert oder wirken als eher einfallslose Kopie aus den Vorgängern. Was sich ebenfalls unangenehm bemerkbar macht sind die harten, man möchte schon fast sagen brutalen, Einschnitte zwischen den einzelnen Arcs. Ist ein Mädchen abgehandelt, wird ihre Rolle mehr oder weniger völlig abgewürgt, was oft nur durch einen spontanen Verhaltenswechsel bewerkstelligt werden kann, der meistens sehr unglaubwürdig erscheint. Clannad schafft es also nicht dieses allgemeine Problem von Game-Umsetzungen zu umgehen, sondern appelliert eher an den Zuschauer sich einfach damit abzufinden. Zusätzlich fällt auch die stark unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Arcs unangenehm auf. Manche wirken etwas gestreckt, während man bei anderen schon fast perplex ist, wie schnell diese nun abgehandelt wurden. Es bleibt auch abzuwarten, ob man noch eine Fortsetzung des Animes plant, denn einige Teile der Story sind derzeit sicher unbefriedigend abgeschlossen und lassen einen mit der Frage verbleiben, warum ihnen so viel Zeit gewidmet wurde.
Charaktere: Was darf bei einem Anime mit Haremelementen einfach nicht passieren? Richtig, die Hauptcharakterin darf nicht von allen anderen überstrahlt werden, was bei Clannad leider der Fall ist. Sobald Nagisa in direkte Konkurrenz zu den anderen Mädchen tritt, zieht sie schnell den Kürzeren. Nur wenn sich die Handlung alleinig auf sie konzentriert, kann sie bedingt überzeugen und dieser „Trick“ der Regisseure rettet schlussendlich ihren Storypart. Das mag jetzt stark subjektiv klingen, ist es in Teilen sicher auch, nur stehe ich mit dieser Meinung immerhin nicht alleine da. Es läuft einfach etwas falsch, wenn man Gefahr läuft gegen die Hauptperson Antipathie zu entwickeln. Persönlich trauere ich etwa Kyou und Tomoyo nach, den für mich sympathischsten Figuren des Animes, denen leider zu wenig Zeit gewidmet wird. Tomoya als männlicher Hauptcharakter ist durchaus gelungen und bringt zur Abwechslung auch mal eigene Dramaelemente in die Story ein. Erfrischend ist auch, dass er mehr Ecken und Kanten hat als seine Vorgänger in Kanon und Air.
Fazit: Clannad unterhält, sogar gut, mehr aber auch nicht. Für ein Drama sind sowohl Geschichte als auch die Charaktere nicht geeignet und selbst für ein modernes Märchen fehlt es hier an entsprechenden Story- und Stimmungselementen, wie sie etwa in Kanon vorhanden sind. Gewichte ich nach der Qualität, ist der Anime für mich eher eine School/Romance-Comedy mit Drama und Mysterypart, die einige Schwächen im Storyaufbau hat. Insofern ist es schade, dass der Anime sich selbst nicht unbedingt so sieht und sich gerne dramatischer gibt, wobei er einen eindeutig schlechteren Eindruck macht. Vielleicht gehe ich auch etwas kritisch an die Serie, da sie meiner Meinung nach etliches an Potential verschenkt, denn schlussendlich macht es aufgrund des Comedyparts und der sympathischen Charaktere einfach Spaß sich Clannad anzusehen, weshalb meine Wertung auch nicht schlecht ausfällt. Würde ich aber die Story und den Storyaufbau stärker gewichten, würde sich der Anime wohl eher im mittleren 70er Bereich befinden.
Kommentar zur Bonus Episode Tomoyo-Hen Wertung: 85%
Nicht nur für Clannad Fans ist diese OVA zu empfehlen, auch als eigenständiger Romance-Titel überzeugt sie in Anbetracht ihrer Länge. Wer mit dem Ende von Clannad nicht zufrieden war (und ich nehme an da gibt es nicht Wenige), der bekommt hier wie es für OVAs von Harem-Anime nicht unüblich ist eine alternative Version zu sehen. Im Unterschied zu anderen Titeln baut dieser hier allerdings nicht auf der Ursprungsserie auf sondern bedient sich nur deren Charaktere. So ist dieses Mal Tomoyo die Auserwählte und man bekommt die anderen weiblichen Hauptpersonen erst gar nicht zu Gesicht.
Was sich einem bietet ist nicht nur eine Romanze abseits des Haremgedankens, sondern im Gegensatz zu Clannad auch ein bodenständiges Drama, das um einiges realistischer wirkt und damit gleich viel eher überzeugt. Dass 24 Minuten eigentlich zu kurz sind steht von vornherein fest, jedoch spielt man die „Etappen“ der Geschichte trotzdem befriedigend durch, so dass man als Zuschauer am Ende mit einem guten Gefühl zurückbleibt. Im Gegensatz zur Serie tritt Tomoyo hier emotionaler und sanfter auf, was schon allein notwenig ist um das Tempo aufrecht erhalten zu können, was ihr aber sicher nicht zum Nachteil reicht. Fazit: Alle Kernpunkte einer gelungenen Romanze sind enthalten: Sympathische Charaktere, echte Romantik und Drama, das nicht auf (übernatürliche) Schicksalsschläge angewiesen ist. Wenn die Geschichte in Wirklichkeit auch ein paar Episoden mehr benötigt hätte, so spricht sie auch schon in nur 24 Minuten mehr an als die gesamte restliche Clannad-Serie.
Clannad ist eine unterhaltsame Mischung aus Drama, Comedy und ein wenig Romantik, die viele Gemeinsamkeiten mit Kanon 2006 besitzt, aber nicht an dessen Qualität heranreicht. ... [ mehr lesen ] Der Anime ist wie schon gesagt ähnlich aufgebaut wie Kanon 2006. Er beginnt mit einer Einleitung in der alle Charaktere vorgestellt werden und danach folgen Arcs, die sich auf einen bestimmten Charakter konzentrieren. Hat das bei Kanon 2006 noch geklappt, zeigen sich bei Clannad die Schwächen dieses Konzeptes sehr deutlich. Am Anfang wird so viel Zeit mit zwei Charakteren verbracht, dass danach die Arc-Struktur aufgeweicht werden muss und die verbleibenden Charaktere viel zu kurz kommen. Das ist umso ärgerlicher, weil sich die beiden Arcs dann auch noch mit eher uninteressanten Charakteren befassen. Außerdem zeigen die späteren Episoden, dass die Handlung ohne die strikt voneinander getrennten Arcs interessanter ist.
Überzeugen kann Clannad vor allem in den lustigen Szenen, die sogar viele Comedy-Anime in den Schatten stellen und sehr gut auf die unterschiedlichen "Ticks" der Mädchen zugeschnitten sind, aber wenn es dann mal ernst zugehen soll, wird leider viel zu oft zu übertriebenen Pathos und unplausiblen Storywendungen gegriffen. Man kann es drehen und wenden wie man will; Clannad funktioniert als Drama nicht. Es wäre wohl besser gewesen von vorne rein auf High-School-Romantic-Comedy zu setzen. Trotzdem besitzt der Anime seinen Charme und macht Spaß, auch wenn die märchenhafte Atmosphäre von Kanon 2006 nicht mal annährend erreicht wird. Mit Romantik hat der Anime übrigens auch nicht viel am Hut, trotz des Haremkonzeptes spielen Beziehungen nur eine untergeordnete Rolle. Dafür wird es aber alle Gegner von Fanservice freuen, dass es davon im Anime so gut wie nichts zu sehen gibt.
Die Besetzung von Clannad ist genauso sympathisch wie beim Vorgänger und besteht wie gehabt aus sehr niedlichen, teilweise urigen Charakteren. Dummerweise ist gerade die weibliche Hauptrolle - Nagisa - von allen die unscheinbarste und wird so unweigerlich in den Schatten gestellt, wenn sich die Handlung gerade um jemand anderen als sie selber dreht. Genauso wie Pilop finde ich es schade, dass die beiden sympathischten Charaktere (Kyou und Tomoyo) am wenigsten Aufmerksamkeit bekommen haben. Da hätte man lieber die Rolle von Fuko reduzieren sollen und damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn ihr Arc war sicherlich der schwächste der Serie; vor allem wegen dem Abschluß. Wie schon bei Air und Kanon 2006 ist die männliche Hauptrolle um keinen sarkastischen Spruch verlegen und nutzt diesmal auch so gut wie jede Chance um die Mädchen aufzuziehen, was den Helden natürlich viel interessanter macht als den Durchschnittstypen aus diesem Genre.
Die OVA spielt in einem alternativen Universum, in dem Tomoya und Tomoyo ein Paar sind. Eine der besten Episoden der ganzen Serie. (85%)
Kurzbeschreibung High-School-Drama mit klar voneinander abgetrennten Arcs, etwas Romantik und einer Menge Humor.
Clannad ist die dritte der bisher vier VisualArt's Novel-Umsetzungen von Kyoto Animation und gehört wie alle dieser Titel zu meinen Lieblingen. Clannad wird zwangsläufig mit Kanon (2006) verglichen, da beide denselben Aufbau haben, zieht im direkten Vergleich auch den Kürzeren, kann aber, wenn man über kleinere inhaltliche Schwächen hinwegsieht, trotzdem solide überzeugen.
... [ mehr lesen ]
Der Hauptprotagonist Tomoya, ist in diesem Fall mal kein wohlerzogener, aus gutem Hause stammender, stets guter Schüler, sondern ein notorischer Schulschwänzer, der gravierende Familienprobleme hat und deshalb die meiste Zeit mit seinem besten Freund Sunohara verbringt. Tomoya trifft im Verlauf von Clannad auf mehrere Mädchen und freundet sich mit diesen an. Allerdings haben alle dieser weiblichen Charaktere eine dramatische Vergangenheit oder ein tragisches Geheimnis, welche ihm langsam offenbart werden und er diesen Mädchen in ihren Nöten zu helfen versucht. Was sich aus diesen klar voneinander abgetrennten Charakter-Arcs entwickelt, ist eine romantische Komödie mit nicht all zu wenigen Drama-Elementen, die Emotionen beim Zuschauer wecken können. Tomoya ist ein ähnlicher Charakter wie Yuuichi aus Kanon 2006 oder Kyon aus The Melancholy of Haruhi Suzumiya, weshalb sich das Anschauen alleine schon aufgrund dieser Tatsache lohnen würde. Alle Charaktere haben gewisse Ticks und Vorlieben, die Tomoya mit Bravur ausnutzt, um den teils naiven Mädchen aus Clannad kleine Streiche zu spielen. Dieses Konzept der Charaktere ist ausschlaggebend für den Comedy-Teil von Clannad und funktioniert einwandfrei.
Was wie in den anderen VisualArt’s Novel-Umsetzungen zu kurz kommt, ist die Romantik und das Drama. Eine solide Romanze ist in Clannad durchaus vorhanden, die im Verlauf der Geschichte auch Fortschritte verzeichnen kann und ein zufriedenstellendes Ende darstellt. Allerdings geizt Kyoto Animation wie in Kanon 2006 und Air mit gewissen romantischen Aspekten und verliert dadurch einen Teil seines durchaus vorhandenen Potenzials. Auch das Drama kommt etwas zu kurz; obwohl es Episoden gibt, in denen ausschließlich auf Drama und eine düstere Atmosphäre gebaut wird, ist dies leider nicht genug um vollkommen überzeugen zu können. Wer über diese kleineren Schwächen hinwegsehen kann, für den stellt Clannad immer noch eine überdurchschnittliche Unterhaltungsmöglichkeit dar. Wie man es von Kyoto Animation gewöhnt ist, erwartet einen hier eine tolle Optik mit einem gelungenen Soundtrack.
Fazit: Wer Kanon (2006) oder Air mochte, der kann auch hier bedenkenlos zugreifen. Es wird zwar wieder mit Romantik und Drama gegeizt und das volle Potenzial wird wie in den vorherigen VisualArt‘s Novel-Umsetzungen nicht völlig ausgeschöpft, was schade ist, sich aber nicht all zu negativ und gravierend auf die Gesamtatmosphäre von Clannad auswirkt, da sich die Comedy stets von ihrer Schokoladenseite zeigt und einiges von diesem verlorenem Potenzial wieder wett macht.