Claymore basiert auf einem Shounen Manga von Yagi Norihiro, welcher im monatlichen Shounen Jump erscheint.
Die Geschichte spielt in einer fiktiven Welt, in der Menschen mit Dämonen, Yoma genannt, zusammenleben. Diese Monster ernähren sich von den Menschen und verstecken sich unter ihnen, bis sie angreifen.
Eine Gruppe mächtiger Krieger bilden eine namenlose Organisation, um die Menschen vor diesen Dämonen zu verteidigen. Diese Krieger werden, nach ihren gewaltigen Schwertern, Claymores genannt. Sie haben sich mit dem Fleisch und Blut der Dämonen verbunden und sind zu mächtigen, halb Yoma, halb Mensch Mischwesen geworden. Wenn Dörfer in Gefahr sind, heuern sie Krieger dieser Organisation zu ihrem Schutz an.
Die Geschichte von Claymore handelt von den Abenteuern der schönen Kriegerin Clare, welche gegen Dämonen kämpft und sich am Rest ihrer Menschlichkeit klammert.
Auf ihrer Reise begegnet sie dem Waisenjungen Raki, dessen Familie von einem Yoma ermordet wurde. Er wurde, nachdem er von Clare gerettet wurde, aus seinem Dorf verbannt und schloss sich der Kriegerin an. Gemeinsam machen sie sich auf den langen Weg durch die gefährliche Welt von "Claymore" und müssen so manche Abenteuer bestehen.
„Claymore“ ist so ein Anime den man nach den ersten Episoden leicht falsch einschätzen kann und der einen dazu tendieren lässt ihn frühzeitig aufs Abstellgleis zu schieben. Mir persönlich gefiel das mittelalterliche Setting und die Kulisse auf Anhieb und ich fühlte mich gleich an „Berserk“ ,einen meiner Lieblings-Animes, erinnert wozu unter anderem auch der Hauptcharakter mit überdurchschnittlich großem Schwert seinen Teil beitrug. Allerdings war „Claymore“ in den Anfangsepisoden nicht wirklich in der Lage mich zu begeistern und ich befürchtete schon einen sehr einfallslosen Handlungsverlauf mit einer „Enemy-of-the-day (bzw. Yoma-of-the-day)-Episode nach der anderen, in der die Protagonistin nach monotonem und demnach langweiligen Muster ein Monstrum nach dem anderen dahinschlachtet. E... [ mehr lesen ]s ist zwar klar das die ersten 4 Episoden mehr dazu dienen den Zuschauer in die Welt von „Claymore“ einzuführen und ein paar Grundsteine + grundlegende Informationen darzulegen, aber sonderlich spannend sind sie trotzdem nicht. Zum Glück jedoch verweilt die Handlung nur kurz auf dieser Schiene und schickt den Zuschauer mit dem Start von Episode 5 in einen Flashback-Storyabschnitt der den Hintergrund des Hauptcharakters aufdeckt, dabei ein paar recht gut gelungene dramatische Momente hervorbringt und obendrein auch Charaktere vorstellt die Interesse wecken. Als Zugabe bekommt man dann auch noch ein paar richtig gute Action-Szenen serviert und schon hat einen „Claymore“ gepackt noch bevor man es richtig realisiert hat. Ich zumindest habe ab Episode 5 jeder nachfolgenden Episode ziemlich entgegengefiebert und wollte mehr! Mehr Action, mehr Dramatik, mehr Charaktervorstellung und –entwicklung. Allerdings wird mit dem erreichen von ca. Ep 12-15 immer klarer das „Claymore“ ein Anime ist der weniger darauf zielt eine besonders abwechslungsreiche Story zu erzählen oder besonders tiefgründige Figuren hervorzubringen, sonder sich zum Großteil auf Action stützt und demnach von einer Vielzahl von Kämpfen geprägt ist. Und die Bezeichnung „Fighting-Shonen mit weiblicher Hauptrolle“ für „Claymore“ ist wirklich gar nicht mal so abwegig, denn vom vermeintlich schwachen Hauptcharakter der sich ein großes Ziel gesetzt hat, auf immer stärkere Gegner trifft und selbst auch immer stärker wird bis hin zu (später) hoch in den Himmel schießenden Auren und Transformationen, hat „Claymore“ ziemlich viel von dem was das FS-Genre so prägt. Aber hey, ich bin ein Fan davon und ich liebe den Scheiß also kam das meiner Unterhaltung nur noch mehr zu Gute. Wer jetzt abwinkt und so was denkt wie „Pah, auf son Naruto und DBZ-Zeugs hab ich keinen Bock also lass ich den Anime lieber links liegen“, dem sollte gesagt sein das „Claymore“ trotz gewisser Similaritäten seine eigenen Weg geht und dabei auch einige originelle Einfälle mit einbringt (die Fähigkeiten der Claymore, die Yoma- und Kakuseisha-Kräfte z.B.). Zu dem ist der schmale Grad zwischen Mensch und Yoma auf dem Clare wandelt ein zusätzliches Element der Handlung das für Würze und Spannung sorgt. Wenn man am Ende die Anzahl an Episoden in denen die Schwerter gekreuzt oder Monster bekämpft werden mit denen in denen Story- und Charaktervertiefung betrieben wird gegenüberstellt, wird man zwar eindeutig feststellen das letztere ein wenig untergehen aber es reicht dennoch aus um „Claymore“ nicht völlig als simplen Haudrauf-Anime bezeichnen zu können. Leider hat dieser Anime ein großes Problem, nämlich das Problem das alle Animes haben die auf einem Manga basieren der noch nicht abgeschlossen wurde und deren Episodenanzahl maximal bis 24-26 geht: Die Story gibt am Ende kein wirklich rundes Bild ab, hinterlässt Plotholes und wirkt in den Episoden die sich von der Mangastoryline abheben teilweise unausgereift und billig aufgezogen. Die Charaktere sind ebenfalls davon betroffen und es ist noch viel Luft nach oben in Sachen Entwicklung und Hintergrunderörterung. Kurz gesagt: Die 26 Episoden dieser Anime-Umsetzung sind definitiv nicht ausreichend um am Ende ein zufrieden stellendes Ergebnis abzuliefern. Ich habe die Serie zwar über weite Strecken sehr genossen und mit Ausnahme der ersten 4 Eps, gab es keine Episode wo ich mich langweilte, aber am Ende war ich schon ein wenig frustriert und angesäuert. Tja, wenn man von einer Sache unbedingt mehr haben will, es aber nicht bekommt dann sind solche Gefühle nur normal… Trotz dieser etwas harschen Worte, halte ich „Claymore“ aber Alles in Allem für einen gelungenen und sehenswerten Anime. Es mag der Serie vielleicht ein wenig an Substanz fehlen und ihr volles Potential kann sie, in den nur 26 Episoden, weder story- noch charaktertechnisch ausschöpfen aber der ein oder andere gelungene Höhepunkt und vor allem die Action wissen gut dafür zu entschädigen.
Animation
Optisch macht „Claymore“ insgesamt einen guten Eindruck, ist aber nicht vollkommen ohne Ecken und Kanten. Großartig finde ich die Atmosphäre die durch die Zeichnungen erzeugt wird, besonders die Backgrounds sind eine Augenweide und bieten einige tolle Bilder, sowie eine Fülle an Details. Wenn Clare zum Beispiel auf einem Hügel steht und auf ein kleines Städtchen hinunter blickt, kann man sogar noch an der letzten Häuserreihe kleine Feinheiten wie Fensterbänke, Kirchturmglocken oder Dachziegel erkennen. Richtig stimmig werden solche Szenen dann noch durch den in Abendrot getauchten Horizont. Das sieht schon wirklich sehr ordentlich aus und das mittelalterliche Ambiente kommt absolut überzeugend rüber. Die meiste Zeit allerdings geht es in „Claymore“ ziemlich düster zur Sache und eine Vielzahl von Szenen spielen sich entweder an dunklen Orten ab oder zu Zeitpunkten an denen die Sonne nicht scheint. In diesen Szenen ist die Atmosphäre ganz klar am dichtesten und sowohl Figuren als auch Gegenstände sind häufig nur schemenhaft zu erkennen oder werden nur von wenig Licht (wie z.B. von einem Lagerfeuer) beschienen. Wenn dazu noch ein Schneesturm herrscht und vereinzelte Schneeflocken schnell übers Bild huschen, während die Claymore gerade einen scheinbar übermächtigen Gegner bekämpfen, dann kommt die Atmo extrem genial zur Geltung. Nun aber zu den „Ecken und Kanten“: Die Action-Szenen sind ein zweischneidiges Schwert. Zum einen sind sie sehr turbulent und lassen einen kaum den Atem anhalten aber wenn man aufmerksam zuschaut wird man erkennen, dass insgesamt nur wenig Dynamik auszumachen ist. Wenn sich z.B. 2 Claymore einen Schwertkampf liefern, so bestehen die Schwerthiebe nur aus ein paar wenigen Bewegungsabläufen die sich in einer Tour wiederholen. Außerdem kommen sehr häufig Szenen vor in denen der anstürmende Charakter sich gar nicht bewegt und nur der Hintergrund wackelt und mit Speedlines versehen wurde um Rasanz zu simulieren. Ebenfalls nervig ist es wenn zum Schwerthieb ausgeholt wird, man kurz danach dann einen schwarzen Background zu Gesicht kriegt, vor dem ein oder zwei Lichtsäulen aufeinanderprallen (soll das aufeinandertreffen von Schwertern simulieren) und danach die am Kampf beteiligten Figuren gezeigt werden die sich mit ihren Schwertern hin und her drücken. Es gibt natürlich auch Szenen die nicht auf diese billige Art animiert wurden aber diese sind leider in der Minderheit. Die Action-Szenen sind trotz dieses Umstands insgesamt immer noch nett anzuschauen, aber hier wäre dennoch weit mehr drin gewesen. In Sachen Charakterdesign gefällt mir „Claymore“ dann schon wieder richtig gut. So viele Bishoujos habe ich schon lange nicht mehr in einem Anime gesehen. Die Claymore sehen allesamt super aus und versprühen diese gewisse Aura aus Kälte und Grazie. Diese silbernen Augen, das hellblonde Haar und der schlanke Körper…herrlich! Auch das Monsterdesign überzeugt. Sind die (normalen) Yomas noch recht unkreativ gestaltet (sehen aus wie jeder herkömmliche Gargoyle oder Troll den man aus etlichen anderen Serien oder Videospielen kennt), so weisen die Kakuseisha ein sehr kreatives, individuelles Design auf und sehen richtig cool aus. Fazit: Alles in Allem sind die Animationen von „Claymore“ gut und sehr atmosphärisch, aber gewisse Einsparungen und/oder Trägheit des Studios verhindern hier dass man sie als großartig bezeichnen könnte.
Sound
Der Openings-Song gefällt mir gut, der Ending-Song sogar SEHR gut. Die 2 Songs sind recht rockig und passen somit auch ziemlich gut zum actionlastigen Inhalt der Serie. Die Qualität der BGM ist zufrieden stellend. Es gibt ein paar wirklich gute Stücke zu hören, von denen sich einige von der klassischen Seite präsentieren, die vor allem in den ruhigen Phasen der Serie das Geschehen trefflich begleiten und auch sehr gut zur mittelalterlichen Atmosphäre passen. Kommt es zu einem Kampf werden die Gitarren ausgepackt und es gibt Rock der leicht härteren Gangart auf die Ohren, wodurch die häufig sehr hektischen Fights passend untermalt werden. Ob Rockmusik nun jetzt wirklich zu einem Anime passt der im Mittelalter spielt, sei mal dahin gestellt aber gut ist sie trotzdem. Die Soundeffekte sind sehr gut gelungen und die Geräusche die zwei aufeinander treffende Klingen von sich geben klingen ebenso authentisch wie die Ekelsounds die man z.B. bei der Penetration eines Körpers durch einen spitzen Gegenstand zu hören bekommt oder bei knackenden Knochen. An der Leistung der Seiyuus habe ich im Großen und Ganzen nichts auszusetzen. Die vielen Claymore-Kriegerinnen die im Laufe der Serie auftreten, besitzen alle sehr verschiedene Persönlichkeiten und diese werden durch die Sprecher jedes Mal sehr gut vermittelt. Besonders Ophelias Seiyuu gefällt mir außerordentlich gut. Insgesamt ist „Claymore“ in dieser Kategorie als gelungen zu bezeichnen. Der Soundtrack ist meines Erachtens zwar nicht zwingend hitverdächtig aber auf jeden Fall sehr akzeptabel.
Story
Die Story von „Claymore“ startet ziemlich unspektakulär und präsentiert sich in den ersten 4 Episoden mit ihrem „Yoma-des-Tages-Muster“ etwas monoton und langweilig. Das ändert sich mit dem Start des Flashbacks ab Episode 5, da sich die Story ab diesem Zeitpunkt vertieft und auch mit ein paar dramatischen, emotionalen Momenten aufwarten kann. Es bleibt danach zwar dabei das Clare durch die Lande zieht und es nach und nach mit einem starken Gegner, ob Claymore oder Yoma, zu tun bekommt aber dank der Aufwerfung einiger spannender Fragen z.B. bezüglich der wahren Ziele der Organisation und später auch dem Vorhaben der „Bewohner der Tiefe“, gelingt es der Story den Zuschauer am Ball bleiben zu lassen. Allerdings sorgt die Übersättigung der Handlung mit teilweise 3-4 Episoden andauernden Kämpfen, dafür das die Geschichte sehr oft zum Stillstand kommt und dazwischen nur Häppchenweise voranschreitet. Die Dauer der Fights ist für einen Anime mit nur 26 Episoden einfach viel zu lange und somit ist es standesgemäß sehr schwer bis vollkommen unmöglich die Handlung überzeugend über die Bühne zu bringen, was „Claymore“ am Ende auch nicht in zufrieden stellendem Maße gelungen ist. Das man in Erwartung einer spannenden Storyentwicklung bzw. einem überraschenden Twist weiterschaut verflüchtigt sich irgendwann und weicht dem niederen Instinkt der Vorfreude auf den nächsten fetten und blutigen Kampf. Eben genau so wie in einem waschechten Fighting-Shonen. Was mir besonders missfallen hat war die Handhabung der Story in den letzten gut 6 Episoden, wo sie wirklich KOMPLETT zum Stillstand kommt und nur noch aus einem riesengroßen Gemetzel besteht, dem anschließend der obligatorische Endkampf zwischen dem Hauptcharakter und dessen meistgehassten Feind folgt. Es war mir schon bei ca. Episode 22 klar, dass sich viele aufgeworfene Fragen am Ende nicht klären werden und das die Skriptschreiber nur irgendwie ein Ende zusammengekleistert haben was ihnen, ohne die Manga-Vorlage, nur bedingt gelungen ist. Die Geschehnisse waren viel zu leicht vorhersehbar und ich konnte fast ausnahmslos ALLES was in der finalen Episode passiert schon im Voraus ankündigen. Auch wie der Endkampf zustande kommt und wie man Clare und Priscilla zusammenführt, ist sehr billig. Vor allem das man sie nur zum Wohle einer coolen Kulisse auf der spitze eines aktiven Vulkans kämpfen lässt, spricht Bände (ich meine warum ausgerechnet ein Vulkan? Warum fliegen beide ausgerechnet DA hin???). Tja, im Endeffekt ist die Story von „Claymore“ mit Sicherheit nichts für Leute die auf extrem Tiefgründiges stehen oder sich von haufenweise überraschenden Wendungen begeistern lassen wollen. Der Fighting-Shonen-Fan hingegen wird sich hier heimisch fühlen und bestens bedient. Demnach bin ich persönlich mit dem Verlauf der Geschichte am Ende noch recht zufrieden aber ob das auch auf Nicht-Fans zutrifft…? Dafür würde ich meine Hand sicher nicht ins Feuer legen…
Charaktere
Der Cast von „Claymore“ ist groß und beherbergt insgesamt etwa 12-15 Charaktere. Für einen Anime mit nur 26 Episoden ist das natürlich viel zu viel und demnach überrascht es auch nicht das eine Vielzahl von Figuren am Ende kaum entwickelt scheint und deren Potential nicht voll ausgeschöpft werden konnte. Daran ist deutlich zu erkennen dass die Story weit umfangreicher ist und dass die Figuren im weiteren Verlauf der Manga-Storyline wohl alle noch viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt bekommen und noch wichtige Rollen spielen werden. In den 26 Episoden des Animes bleibt es leider dabei, dass Figuren wie Galatea, Eysley oder Irene nicht gut genug ausgearbeitet werden, man keine Hintergrundinformationen zu ihnen bekommt und auch keinen Bezug zu ihnen aufbauen kann. Sie werfen zwar spannende Fragen auf aber auf diese Fragen gibt es am Ende leider keine Antwort so das man zum dumm sterben verdammt ist. Allerdings gibt es auch Charaktere die gut dargestellt wurden, allen voran Clare die eine sehr gute Backstory spendiert bekommt die sie nachvollziehbar und sympathisch macht. Die Geschichte von ihr und Teresa und deren Beziehung ist sehr einfühlsam und emotional und mit einem tragischen Ende versehen das dramaturgisch überzeugt und mitreißt. Clares Motiv (mal wieder die üblichen Rachegelüste) ist zwar wenig innovativ aber das wird durch ihre zufrieden stellend dargestellt Gefühlswelt ganz gut wett gemacht. Unter den vielen anderen Claymore die in der Serie auftreten, gibt es auch einige mit einem Hintergrund aber dieser ist fast immer der gleiche und besteht daraus das irgendeine von ihnen geliebte Person von Yomas getötet wurde und sie sich deshalb entschlossen haben zum Claymore zu werden bzw. als Claymore weiter zu kämpfen. Angesichts dessen das viele Charaktere kaum einen Background haben, nimmt man aber schnell alles was man kriegen kann. Leider kommt es immer wieder vor das Figuren zu denen man sich gerade aufgewärmt hat und für die man Interesse entwickelt hat, recht schnell nach ihrem ersten Auftritt auch schon wieder im Kampf getötet werden (keine Beispiele aufgrund von Spoiler-Gefahr ^^“). Immerhin gibt es auch einige Sympathieträger die trotz mangelnder Entwicklung und Hintergrund gern gesehen sind, da sie nette Persönlichkeiten haben. Nicht gerne gesehen war bei mir allerdings Raki. Er nervt mit seinem Rumgeheule und trägt kaum etwas zum Gesamtergebnis bei. Seine einzige Daseinsberechtigung besteht daraus das Ventil für Clare zu sein damit sie sich nicht in einen Kakuseisha verwandelt, mehr kommt da nicht. Als er längere Zeit von der Bildfläche verschwindet und dann später wieder auftaucht dürfte man eigentlich erwarten das er sich wenigstens ein bisschen geändert hat aber nein, er ist immer noch ein Heuler der nix reißen kann. Der mit Abstand lahmste Charakter der Serie! Zusammenfassend muss man zum Cast von „Claymore“ sagen das er nicht gänzlich schlecht ist aber einfach zu viel Potential ungenutzt lässt und genau wie die Story von den vielen Kämpfen davon abgehalten wird sich besser zu entfalten. Auch hier ist der mangelhafte Umfang der Serie ausschlaggebend für ein unbefriedigendes Endergebnis…
Wert
Ich halte „Claymore“ wie gesagt für sehenswert und meines Erachtens ist die Serie es wert, mindestens einmal angeschaut zu werden. Ich persönlich bin mir im Moment noch unschlüssig ob ich mir den Anime noch einmal anschauen würde. Die Action ist nett, könnte aber besser sein, die Story ist unvollständig und die Charaktere hinterlassen leider viel zu wenig Eindruck. Aber wie auch immer, für Fans von Fantasy-Animes im Stile von „Berserk“, die auch mal die ein oder andere Blutfontäne und das ein oder andere abgetrennte Körperteil verschmerzen können, ist „Claymore“ mit ziemlich großer Sicherheit ein Gewinner. Sollte man noch zusätzlich etwas für Fighting-Shonen übrig haben, dann wird man mit diesem Anime auf jeden Fall seinen Spaß haben.
Tja, es wurde - insbesondere von DaBear - schon fast alles gesagt, weshalb ich mich kurz halten werde.
Claymore ist auf dem ersten Blick eine typische Shonen-Serie nach dem Muster DBZ und Naruto: Ein schwacher Charakter (Der schwächste der Claymores) entwickelt sich von Kampf zu Kampf weiter und wird immer stärker. Soweit nichts besonderes - das kann man mögen oder nicht.
Allerdings gibt es einige Punkte, die diesen Anime zu etwas besonderem Machen:
Erstens ist dieser "Level Up" von Claire nicht ganz so unglaubwürdig, wie in vielen Vertretern dieses Genres (Yu Yu Hakusho anyone?) sondern durchaus plausibel erklärt und an Restriktionen gebunden.
Zweitens ist dies kein Prügel- und "Ich benutze jetzt meine neue geheime Ninjatechnik"-Anime, sondern schmutzig, gewalttätig - Blood and Gore im Stil von Klassikern wie Berserk, von denen es einfach viel zu wenige gibt. Alleine das ist schon Grund genug, ihn sich anzusehen.
Drittens: Hier sitzen Leute, die zeichnen können.
... [ mehr lesen ] Charaktere Charaktere gibt es genug. Eher zuviele. Da bleibt natürlich außer bei der Hauptprotagonistin Claire keine Zeit für Charakterentwicklung. Allerdings hat das nicht zur Konsequenz, dass die anderen Charaktere (mit Ausnahmen) nur plattes Kanonenfutter sind. Jede Claymore hat einen eigenen, interessanten Charakter abseits von Arche- und Stereotypen und es gelingt dem Anime, diesen Charakter in der Kürze der Zeit glaubhaft zu vermitteln und teilweise bleibt sogar etwas Zeit für etwas Charakterentwicklung. Eine Ausnahme ist Raki. Hier handelt es sich nicht um einen interessanten Charakter, sondern schlicht um einen platten Archetyp - woher kommt eigentlich der Größenwahn dieser ganzen unfähigen Sidekick-Charaktere, die kämpfende Frau beschützen zu wollen? Macho-Gene? Dieser Charakter entwickelt sich nur insofern weiter, dass er von einem weinerlichen Anfang über Beschützerinstinkt-Illusionen wieder zu der weinerlichen Selbsterkenntnis kommt, dass er genauso gut hätte daheim bleiben können.
Story Es wird ein interessantes Setting erzeugt, es werden viele Steine gelegt und Fragen aufgeworfen - aber am Schluss sind wir nicht wirklich klüger. die Haupthandlung ist zufriedenstellend abgeschlossen aber der Abschluss ist nicht befriedigend. Da es sich um die Umsetzung eines noch laufenden Mangas handelt und Claymore wohl (gerechtfertigten) Erfolg hat dürfen wir auf weitere Staffeln gespannt sein.
Animation Die Zeichenleistung und Liebe zum Detail, die hier gezeigt wird ist beachtlich und wurde schon mehrfach angesprochen. Allerdings hat das auch einen Haken: Die Kampf-CGIs sind nicht sehr abwechslungsreich und es gibt unschöne Speedlines an manchen Stellen. Das ist nicht weiter tragisch. Problematisch ist da eher das Charakterdesign. Obwohl alle Charaktere sehr schön gestaltet sind ergibt sich doch aus dem Grundmotiv ein Problem: Alle mit weißer Rüstung, weiße bis blonde Haare, silberne bis goldene Augen - und wenn dann noch alles in einer Schneelandschaft spielt wie das in den letzten Folgen der Fall ist hat man mitunter schon seine Probleme, die Charaktere optisch auseinanderzuhalten. Ich dachte mir mehr als einmal "Oh nein, jetzt ist ausgerechnet DIE tot" - Und am Ende war es dann doch jemand anderes.
Sound Über die Effekte und die Sprecher gibt es nichts zu meckern, beide Punkte sind erstklassig. OP und ED gefallen mir ausgesprochen gut - die Hintergrundmusik hingegen weniger. Sie ist teilweise nicht vorhanden und gerade in Kämpfen sehr anachronistisch. Die Qualität ist zwar über dem gehässigen Kommentar "Da haben sie wohl kein Geld mehr gehabt und jemand mit Casio-Keyboard von der Strasse geholt" eines Freundes aber nicht sehr weit. Manchen mag sie gefallen, für mich stört sie aber in der ansonsten perfekt aufgebauten Stimmung des Settings.
Fazit Kurzum: Wer einen Kampfanime mit ordentlich Blut in einer westlichen mittelalterlichen Dark-Fantasy Kulisse sehen will ist hier genau richtig. Zwarte Gemüter, die eine anspruchsvolle Story erwarten werden wohl weniger glücklich. Dennoch ist dieser Anime eines der wenigen Highlights des Jahres 2007 - reinschauen lohnt sich allemal.
Claymore weist für mich insofern eine Besonderheit auf, als dass es ein Splatteranime ist und mir trotzdem ziemlich gut gefallen hat. Das liegt vor allem daran, dass es hier neben der Action auch genug ruhigere Phasen gibt, die Raum für die Charaktere lassen.
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Die Story gibt sich abwechslungsreich und bietet zahlreiche Möglichkeiten den Charakter der diversen Hauptpersonen näher kennenzulernen. Natürlich kommt auch die Action nicht zu kurz, wechselt sich aber teilweise mit ruhigeren Storyteilen ab. Etwas verwirrend waren nur die Folgen über Clares Vergangenheit, die plötzlich ohne Vorwarnung eingestreut wurden. Eine große Schwachstelle ist für mich - wie in so vielen Animes - die männliche Hauptperson. Raki ist leider wieder nur ein 0815 schwacher, leicht weinerlicher, "ich will dich beschützen" Charakter, der doch etwas an meinen Nerven gezehrt hat. Glücklicherweise wird ihm keine übermäßige Bildschirmpräsenz zugewiesen, weshalb es noch erträglich war. Als positives Gegengewicht steht ihm außerdem ja noch die Hauptperson Clare gegenüber, die zu Beginn als emotionsarme Kämpferin auftritt, jedoch im Verlauf der Geschichte eine ziemliche Wandlung erfährt. Gelungen ist dabei auch ihre Entwicklung hinsichtlich Kampfstärke, die die Eigenheiten des Szenarios ausnützt und damit doch Abseits der bekannten Power-up Schemen normaler Shounen verläuft.
Der größte Kritikpunkt am Anime ist aber wohl das Ende. Obwohl ich es nicht dermaßen schlecht finde wie manch andere hier, fällt es in der Qualität gegenüber dem Rest merklich ab. Das lässt sich darauf zurückführen, dass man hier vom Manga abweicht und sich einen eigenen Abschluss konstruiert, der Kennern der Vorlage nur schwer zusagt. Eine Fortsetzung der Geschichte erscheint dadurch etwas fraglich, versperrt sich der Anime mit seiner Entwicklung doch der Möglichkeit weiterhin dem Manga folgen zu können, bei dem die entsprechenden Szenen ganz anders verlaufen.
Fazit: Für Action- und Splatterfans bietet Claymore gut animierte Kampfszenen mit den verschiedenen Fähigkeiten der einzelnen Claymores. Aber auch Genrefremde sollten vielleicht mal einen Blick riskieren, denn neben der Action bietet der Anime auch eine ziemlich gelungene Charakterentwicklung und eine großteils gute Story.