Kotoko Aihara ist ein Mädchen der F–Klasse und bis über beide Ohren in den talentierten Schüler der A–Klasse Naoki Irie verliebt. Sie beschließt ihm einen Liebesbrief zu schreiben, der von ihm kaltherzig abgelehnt wird, bevor er ihn überhaupt gelesen hat. Gebrochenen Herzens heult sie sich bei ihren Freunden aus der F–Klasse aus und geht nach Schulschluss zurück in das neu gebaute Haus, in dem sie mit ihrem Vater fortan leben soll. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit Kotoko und ihrem Vater, da das Haus bei einem kleinen Erdbeben einstürzt. Zuflucht finden die beiden bei einem Freund des Vaters, dessen Sohn niemand anderes, als das kaltherzige Genie Naoki Irie ist…
Itazura na Kiss ist wieder einmal einer unter vielen Comedy/Romance Animes, die unter starkem Klischee leiden. Wäre er nur im richtigen Jahr erschienen, wäre es ein Meisterwerk, das nur schwer zu Toppen gewesen wäre geworden. Dennoch muss ich zugeben, dass mich dieser Anime sehr gut unterhalten hat. A... [ mehr lesen ]uch wenn der Manga doch schon einige Jahre auf dem Buckel hat und es sehr gewagt ist, einen Charakterstil auszuwählen, der schon seit fast 20 Jahren nicht mehr aktuell ist, muss ich dennoch zugeben, dass ich von der 1:1 Zeichenumsetzung doch sehr überrascht war, da man heutzutage einfach so einen Zeichenstil nicht mehr vorfindet und viele Charaktere, besonders im Romance-Genre des Öfteren 0815 sind und dies bei Itazura na Kiss eindeutig nicht der Fall ist. Des Weiteren war ich auch sehr über den Storyplot überrascht. So ein großes Zeitfenster habe ich bisher noch bei keinem Anime gesehen und hatte am Anfang die Befürchtung, dass es für 25 Episoden sehr überhastet wirkt und dadurch vielleicht sehr viel verloren gegangen ist, da ich den Manga nicht kenne, weiß ich leider nicht, wie viel vom Manga umgesetzt worden ist. Was auch zu bemängeln ist, ist, dass durch diese große Zeitperiode die Entwicklung der Charaktere doch sehr morbide ist und stellenweise sogar überhaupt nicht vorhanden ist. Da vergehen locker mal 7 Jahre ohne das man es als Außenstehende Person merkt und dass ist dann doch mehr als fragwürdig und sorgt für starke Verwirrung. Nichts desto Trotz konnte mich Itazura na Kiss sehr gut unterhalten und jedem Fan von Romantik sehr zu empfehlen auch wenn man sich an den Zeichenstil erst gewöhnen muss.
Story: 28/30
Normalerweise endet ein typischer Romance Anime immer dann, wenn es am spannendsten ist. Mister Right findet Misses Right und sie küssen sich. ENDE! Wer wollte denn schon immer einen Anime sehen, bei dem sich ein Liebespärchen gefunden hat, sich geküsst hat und dann ein Liebesleben als Pärchen weiterführt? Itazura na Kiss zeigt über die gesamte Zeit ein Slice of Life dieses Pärchens. Dabei präsentiert uns der Anime sowohl die guten als auch die schlechten Seiten eines Liebeslebens. Von Eifersucht, Gefühlsmissachtung oder sogar kompletter Ignoranz bis hin zur Hochzeit, Liebe und Familie ist bei Itazura na Kiss alles vorzufinden und das macht es, was Itazura na Kiss doch zu etwas einzigartigem macht. Die Story von Itazura na Kiss zeigt typische stereotype eines School-Romantic Animes auf und fängt mit dem typischen Liebesbriefgeständnis an. Leider stößt dieser anfangs auf Taube Ohren und so schafft es unsere Protagonistin nicht an ihren Schwarm heranzukommen bis irgendwann das Schicksaal sie dazu zwingt, gemeinsam in einem Haus zu wohnen. Die Entwicklung der beiden Hauptcharaktere und deren gemeinsame Beziehung ist am Anfang sehr holprig und man hat eigentlich zu Beginn der Serie die Vermutung, dass es sich eigentlich die ganzen 25 Episoden so hinziehen wird, bis der Protagonist endlich die Liebe erwidert. Umso erstaunlicher war ich, wie schnell dies dann doch geschah und ab hier trennt sich die Story vom üblichen Schema der typischen School-Romantic Animes. Wie schon oben erwähnt, hat die Story ein sehr großes Zeitfenster und nutzt dieses auch weitgehend sehr gut. Da man sich hier sehr fest am Storyfaden orientiert hat, gab es überhaupt keinen Grund irgendwelche Sideplots oder Fillerepisoden einzufügen, was sehr zu loben ist. So ist einem im gesamten Anime eigentlich nie langweilig geworden.
Animation: 15/20
Im Punkt Animation gibt es von meiner Seite wohl am meisten Kritik. Nicht nur das der Zeichenstil sehr gewöhnungsbedürftig ist, da es einfach der selbige ist, der im Manga vorzufinden ist und dieser einfach schon sehr alt ist und dadurch den Anime auch nicht wie eine Produktion aus dem Jahre 2008 aussehen lässt, sondern weil die Charaktere durch diesen Zeichenstil doch etwas an Eleganz und Schönheit einbüßen müssen. In meinen Augen fand ich eigentlich nur einige männliche Darsteller „hübsch“, aber da es ja ein Shoujo ist, ist es glaub ich verständlich. Unsere Protagonistin Kotoko sah zwar auf ihre Art und Weise irgendwie süß aus, von Schönheit konnte man aber nicht reden, da ich unter schön dann doch etwas anderes verstehe und süß nicht immer gleich schön ist. Die Bewegungsabläufe waren stets flüssig und irgendwelche Ruckler oder Standbilder sind mir nicht aufgefallen. Auch dem Hintergrund hat man doch mehr Beachtung geschenkt als in so manch anderem Anime und hat ihn etwas detaillierter gezeichnet.
Sound: 17/20
Der Soundtrack ist typisch für einen Romance Anime. Das OP ist eine Schnulze, die alle weiblichen Zuschauer dahin schmelzen lässt. Mir hat sie leider nicht sooo gut gefallen. Besser haben mir da eindeutig die Eds gefallen, vor allem das 2te „Jikan yo Tomare“ ist eine sehr schön Balade, die man wirklich zusammen mit seinem Partner des Öfteren anhören kann, natürlich nur wenn man frisch verliebt ist ^^ Die BGM ist mir ehrlich gesagt nicht im Ohr hängen geblieben, zu mal ich mich eigentlich immer nur an dramatische Klänge erinnere und diese dann doch sehr rar hier aufzufinden sind. Trotzdem kann man sagen, dass der OST eine solide Leistung abgibt.
Charaktere: 25/30
Das größte Interesse wird natürlich immer den Charakteren gewidmet. Bei Itazura na Kiss sind es zwar wieder mal klischeebehaftete Charaktere, denen man im Laufe der Serie ständig begegnet, sie zeigen aber dennoch, dass sie Potential haben und dieses auch sehr gut rüberbringen. Unsere Protagonistin Kotoko ist die typische Shoujo-Heldin. Durchschnittliches Aussehen, tollpatschig und immer stets motiviert ihre angestrebten Ziele zu erfüllen. Sie durchfließen des Öfteren Eifersuchtsattacken und ihre Tränendrüse scheint auch nie stillzustehen. Außerdem muss sie immer stark um die Liebe ihres Schwarms kämpfen, was sie dann doch das eine oder andere Mal zur Verzweiflung bringt. Naoki ist der typische Bishounen. Intelligent, sportlich, gut aussehend und dadurch ein Mädchenschwarm. Seine des Öfteren haarsträubende Arroganz macht es aber gerade nicht immer leicht mit ihm zu sympathisieren und vor allem wie er mit Kotoko umgeht ist nicht für jedermann/frau akzeptabel. Ich muss aber zugeben, dass er sich von Folge zu Folge immer besser und besser entwickelt und dadurch auch an Sympathie gewinnt. Der Rest des Casts sind leider nur Statisten um den Anime zu füllen, aber da sich die Welt von Itazura na Kiss sowieso nur um die beiden Hauptdarsteller dreht, ist es halb so wild.
Fazit:
Itazura na Kiss ist ein unterhaltsamer Shoujo-Romance Anime mit sympathischen Charakteren und einer schönen Story. Wer schon immer wissen wollte, wie ein Pärchen leben KANN, der sollte sich Itazura na Kiss unbedingt anschauen. Fans von Romantik Animes müssen hier sowieso einen Blick riskieren.
Itazura na Kiss ist Shoujo wie aus dem Lehrbuch; eine nette romantische Komödie ohne Tiefgang, die sicherlich nicht zu den ganz Großen des Genres zählt, aber trotzdem zu unterhalten weiß. ... [ mehr lesen ] Die Handlung des Animes ist die meiste Zeit über recht seicht, was zum einen daran liegt, dass sich das Drama bei Itazura sehr in Grenzen hält - man hat es hier eben mit ganz typischer Romantic Comedy zu tun - und zum anderen daran, dass viele Klischees des Genres im Anime auftauchen. Obwohl ich schon weitaus klischeehaftere Shoujo gesehen habe. Dennoch reicht beides aus, um Itazura viel von der romantischen Stimmung zu nehmen, die man normalerweise bei Shoujo erwartet. Eine Stärke des Animes ist sicherlich, wie Pilop schon gesagt hat, dass sich die Geschichte über einen großen Zeitraum erstreckt und so nicht nur die üblichen Konflikte während der Schulzeit auftauchen, sondern auch Themen abgeschnitten werden, die man sonst nur selten in Romance-Anime zu sehen bekommt; und nicht nur das, auch das Setting, das später anstelle der Schulkulisse eingesetzt wird, ist für Anime-Verhältnisse ziemlich interessant. Der frische Wind erweist sich dann aber schnell als laues Lüftchen, da auch nachdem die Helden die Schule hinter sich gebracht haben die Comedy im Vordergrund steht und das Potenzial für mehr Drama nicht richtig genutzt wird. Apropos Comedy, der Humor ist eigentlich typisch Shoujo und hat seine besten Momente, wenn sich Naoki und Kotoko in den Haaren liegen oder sie wieder mal in irgendein Fettnäpfchen tritt. Sobald die beiden Helden aber Platz für die Nebenrollen machen, lässt die Qualität der Comedy leider ziemlich nach.
So wie der Anime ein Standardwerk des Genres ist, sind auch die Charaktere ganz typische Shoujo-Figuren. Das ist in diesem Fall, zumindest was die beiden Protagonisten angeht, sogar ein Vorteil. Kotoko ist im Prinzip das weibliche Gegenstück des "liebenswerten Losers" und dadurch auf Anhieb sympathisch. Es macht einfach Spaß zuzusehen, wie sie sich trotz aller Schwierigkeiten durch das Leben kämpft und dabei nie aufgibt. Naoki bildet durch seinen gefühlskalten und überheblichen Charakter den passenden Kontrast zu Kotoko und das Zusammenspiel der beiden trägt wie gesagt einen großen Teil zum Unterhaltungswert des Animes bei. Schade nur, dass die Nebenrollen nicht genauso gut sind, denn die kann man bis auf wenige Ausnahmen komplett abschreiben. Ich hatte ständig das Gefühl, dass viele Nebenfiguren nur der Comedy wegen eingebaut wurden, aber die Charaktere verhalten sich dann schon wieder so überzeichnet, dass sie eher nerven als lustig sind; besonders Naokis Mutter und Kinnosuke. Später wird zwar ein großer Teil der Nebenrollen ausgetauscht, aber die neuen Figuren sind leider auch ziemlich flach.
Episode 25 ist übrigens eine Bonusfolge. Die Serie hört regulär schon mit Episode 24 aus.
In manchen Fällen sollte man sich wohl nicht zu lange Zeit lassen bis man einen Manga animiert, er könnte sonst an der eigenen Popularität scheitern.
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Nach allem was ich gelesen habe, gilt der Manga Itazura na Kiss als eines der großen Standardwerke des Shoujo Genres, wird manchmal sogar als die Shoujo Bibel bezeichnet. Mit einer Laufzeit von acht Jahren, von 1991 bis 1999, hatte er auch genug Zeit ein weites Spektrum an Handlungselementen abzudecken. Sehr erfolgreich wie es scheint, wird ihm doch ein sehr großer Einfluss auf eine ganze Generation von Mangaka nachgesagt. Doch genau das stellt die große Schwäche der Geschichte dar: Sie ist nach heutigen Gesichtspunkten so klischeehaft, wie es schon fast stärker nicht mehr sein kann. Was zu seinen Anfängen vor siebzehn Jahren vielleicht noch neu war, wurde inzwischen so oft kopiert, dass der Innovationsfaktor gegen Null tendiert. Man kann nur schwer glauben, dass es sich hier um einen Anime aus dem Jahr 2008 handelt, so angestaubt wirken die Geschichte, die Charaktermodelle als auch das sich am Original orientierende Charakterdesign. Wer sich neue Ideen, originelle Handlungsverläufe oder Ähnliches erwartet ist hier falsch.
Warum sollte man sich nun also überhaupt diesen Anime ansehen? Nun ja, ein Grund wäre, dass die Charaktere nicht unsympathisch sind. Ist Kotoko auch nur eine typische Shoujo-Heldin Marke durchschnittliches Aussehen, tollpatschig und immer gut aufgelegt, funktioniert dieses Modell trotz seines inflationären Einsatzes immer noch. Irie repräsentiert das unerreichbare Objekt der Begierde: Bishounen, Musterschüler und Sportskanone mit einer ordentlichen Portion Arroganz. Ein gängiges Paar von Hauptpersonen also, aber für den geringen Innovationsfaktor auch nicht schlecht präsentiert. Der andere Punkt der für den Anime spricht ist die Zeitspanne die er umfasst. Handeln die meisten Serien rein von der Schulzeit, beginnt Itazura na Kiss in der High School und setzt die Geschichte dann auch in der Studentenzeit und darüber hinaus fort. Gleichzeitig stellt der große Handlungszeitraum auch eine Schwäche dar, wirkt der Anime doch stellenweise etwas gehetzt bzw. gekürzt, was der Glaubwürdigkeit der Reaktionen der Charaktere nicht gerade zuträglich ist. Obwohl die Handlung später bedingt durch das andere Setting nicht mehr den Klischees typischer High-School Romanzen folgt, erwartet einen hier auch wenig Aufregendes. Bei nahezu allen Entwicklungen weiß man schon von vornherein wie sie ausgehen werden, bedingt auch durch die Nichtexistenz von echten, bleibenden Dramaelementen, die dazu führen, dass sich eigentlich immer alles in Wohlgefallen auflöst.
Fazit: Wäre der Anime früher erschienen, hätte er wohl eine höhere Wertung bekommen. So reicht es trotz aller Sympathie nicht zu mehr. Trotz der Länge des Handlungszeitraumes und der damit verbundenen Abwechslung zu anderen Animes, versagt die Serie einfach zu überraschen und verläuft zu glatt und vorhersehbar.