Im Jahr 2131 liegt die Welt in Trümmern. Die junge Kriegerin Deunan kämpft noch immer in den Ruinen, als sie plötzlich, von ihren früheren Freund Briareos, entführt und in die futuristische Metropole Olympus verschleppt wird. Als sie erwacht, findet sie sich in einer Gesellschaft wieder, in der Menschen und Bioroids, genetische veränderte Klone, zusammenleben. Auch ihr frührer Freund Briareos hat sich verändert, da seine Körperteile durch Roboterteile ersetzt wurden. Von Hitomi, einer Bioroid, wird sie in die Abläufe der Stadt eingeweiht. Aber sie steht dieser "perfekten" Gesellschaft sehr sketisch gegenüber, nicht zu unrecht. Die 7 Ältesten, die zusammen mit "GAIA", ein Supercomputer, die Regierung stellen, scheinen doch nicht so edle Absichten zu verfolgen.
Aber seht selbst wie der Anime endet.
Ich kann nur eins sagen, das Anschauen bzw. der Kauf dieses Anime lohnt sich.
Vom Cel-Shading einmal abgesehen, bietet Appleseed nichts was man nicht schon wo anders gesehen hätte und schlägt sich mit den üblichen Problemen von CG-Animes herum.
Das Auffallendste bleibt hier sicherlich die Animation, die zwar schon fast zwangsläufig den Flair eines Computerspiels verströmt, die meiner Ansicht nach aber für ihre Verhältnisse durchaus gelungen umgesetzt wurde. ... [ mehr lesen ]Vergleiche ich sie jetzt etwa mit Vexille, schafft man es hier besser zumindest etwas Atmosphäre zu erzeugen und es wirkt nicht alles völlig steril. Trotzdem bewirkt sie, dass man gegenüber den Charakteren distanziert bleibt, Emotionen werden nur wenig überzeugend herübergebracht.
Die Handlung selbst gestaltet sich wenig aufregend, beinhaltet sie doch nur etliche Szenarien die einem schon mal untergekommen sind, wie ein vermeintliches Utopia, genetisch verbesserte Menschen etc. Der Mangel an neuen Ansätzen bewirkt, dass man den Geschehnissen ohne besonderes Interesse folgt und nur selten kommt es zu unerwarteten Ereignissen. Die Actionszenen profitieren zwar vom Animationsstil, sind jedoch sicher nicht spektakulär genug um die sonstigen Schwächen auszugleichen.
Fazit: Persönlich komme ich ja langsam zu dem Schluss, dass sich Computeranimationen in Animes von den Charakteren fernhalten sollten, denn sie bewirken einfach, dass diese zu steril und dadurch wenig ansprechend bleiben. Entsteht keinerlei Bindung zu den Protagonisten, braucht es schon eine außerordentliche Story um das auszugleichen, wofür Appleseed sicher kein Beispiel ist. Also bleibt es bei einer inzwischen schon fast 0815 SciFi-Story, die man, wenn überhaupt, sicher nur einmal gesehen haben muss.
Nachdem sich Cel-Shading in einigen Computerspielen als recht erfolgreich bewiesen hatte (siehe XIII), war es nur eine Frage der Zeit, bis der erste Anime in diesem Format abgeliefert werden würde. Um auch ein garantiertes Mindestmaß an Aufmerksamkeit dabei zu bekommen, musste eine relativ bekannte Geschichte des Manga-Großmeisters Shirow Masamune (Ghost In The Shell) als Sicherheit herhalten, obwohl von APPLESEED bereits 1988 eine OVA produziert wurde. Die Story ist also nicht neu. ... [ mehr lesen ] Was allerdings neu sind, sind die Animationen. Wie bereits angesprochen sind diese weitestgehend in der Cel-Shading-Technik gehalten und für einen ersten richtigen Animeversuch muss man zugeben, dass es den Verantwortlichen relativ gut gelungen ist. Jedoch kann man hier auch einige Nachteile dieser Technik betrachten, die sich im Detail betrachtet in jedem Bereich der Animationen finden lassen. Am deutlichsten ausgeprägt ist das Pro und Kontra im Charakterdesign. Das Charakterdesign ist grundsätzlich ziemlich gut gelungen. Es ist faszinierend zu betrachten, wie sich die Figuren aus ihrer Zwei-Dimensionalität befreien. Aber schon bei den Haaren werden die Grenzen offensichtlich; sehen doch Haare eher aus wie herbstliche Blätter die von einem Baum hängen. Auch die Gesichtsmimik lässt sehr zu wünschen übrig. Gefühlsregungen sind noch am ehesten an den Augen und der Gestik zu erkennen. Die Hintergründe sind dafür umso besser, was wohl an aufwendigen CGI-Effekten liegt, die mit großer Deteilfreude eingesetzt wurde. Dank CGI sind auch die Bewegungsabläufe unglaublich flüssig. Ebenfalls sehr detailiert sind die zahlreichen Actionszenen und das ist auch gut so, wird doch der Anime überwiegend davon dominiert.
Der Sound glänz mit einer Fülle von Umgebungsgeräuschen und Vertonungen. Allerdings hat auch dort wieder den komischen Eindruck, als sei der größte Teil am Computer entstanden. Auch die Musik entstand teilweise am Computer, aber auch auf herkömmliche Weise. So hört man in Actionszenen überwiegend einen treibenden, schnellen Beat und in ruhigen Passagen klassische Arrangements. Auf diese Weise ist der Soundtrack perfekt zur momentan dargelegten Atmosphäre abgestimmt. Die Synchronisation wartet mit hervorragenden Synchronsprechern auf, die zwar alle bekannt sind, jedoch in einem Anime eher selten zu hören waren. Und überdies hält sich die Synchro dicht am Original.
Die Atmosphäre wird von großteils von computergenerierter Action dominiert, die in einer postapokalyptischen Zeit spielt. Obwohl es auch noch an den anderen Orten der Welt scheppert, konzentriert sich die Handlung und die Atmosphäre auf Olympus, einen hoch-technisierten Ort der der Menschheit Hoffnung auf ein friedliches Miteinander geben soll. Hier sind es augenscheinlich militärische Mächte, die um die Macht und das Sagen über „Olympus“ konkurrieren. Was sich hier nach leicht subtiler Kritik an der angeborenen Zerstörungswut des Menschen anhört, ist in Wahrheit ziemlich altbacken konstruiert. Der Anime zeigt anfangs Ruinen vernichtender Städte, wechselt dann aber in eine sauber-sterile STAR-TREK-Welt, nur um es dort ein wenig krachen zu lassen. Der Film ist deshalb weder besonders düster noch ausgefallen oder fröhlich. Es hat den Anschein, als hätte man sich nicht auf etwas Eindeutiges festlegen wollen, um jeder potentiellen Besuchergruppe etwas bieten zu können.
Die Charaktere bleiben bei dem zahlreichen Geballer relativ flach. Oh, es gibt durchaus ruhige Momente, in denen allerdings dermaßen wenig passiert oder gesagt wird, dass man sehr wenig über die einzelnen Charas erfährt. Sogar die Hauptakteurin Deunan Knut ist nur unzureichend dem Zuschauer dargelegt, so dass man sich über manche ihrer Aktionen nur wundern kann.
Die Story ist zwar an für sich gut, aber nichts Neues und vor allem nichts Weltbewegendes. Zu oft wurden schon solche Zukunftsvisionen und Utopien durchgekaut, meist auch inhaltsreicher und kritischer als Hier. Trotz einiger Wendungen verläuft die Handlung nur all zu oft sehr klischeehaft. Im Großen und Ganzen bleibt es bei einem belanglosen Actionfilm nach vorgefertigtem Muster ohne große Innovationen und Überraschungen.
Fazit: Für Diejenigen, die lieber ein gutes Buch in die Hand nehmen als zu Zocken oder Anhängern klassischer Animekunst ist die Graphik sicherlich gewöhnungsbedürftig. Jene, die sich darauf einlassen, werden mit einem technisch brillianten, jedoch auch ziemlich belanglosem Actionfilm belohnt. Nicht Mehr und auch nicht Weniger. Die Verwendung von griechischen Namen mit mythologischem Hintergrund ist leider nur Fassade für den erstmaligen Versuch Cel-Shading in der Animewelt zu etablieren. Immerhin lockt das ungewöhnliche Erscheinungsbild, sich den Anime noch ein zweites oder drittes Mal anzuschauen, jedoch hat immer das Gefühl, das das entscheidene Etwas fehlt. Wie dem auch sei, der Name Shirow Masamune und die ungewöhnliche Graphik haben ihre Wirkung nicht verfehlt. So wurde 2006 die 26-teilige TV-Serie Appleseed produziert und überdies erschien 2007 der von John Woo produzierte Nachfolger Appleseed:Ex Machina.
Action-Streifen, der in Liveaction ganz genauso und mit riesen Budget auch von Hollywood hätte verfilmt werden können. - Solche Filme schaut man meist einmal und nie wieder, ich zumindest.
Die eigentliche Handlung ist eigentlich ziemlich gut, nur ihr wird bei all der Actionspecialeffect-Animation wenig Raum gegeben, sich tiefgründig zu entfalten.... [ mehr lesen ] Stattdessen wird der Fortschritt der Computeranimation zelebriert. Teilweise erschien mir der Film mehr wie ein Ballerrollenspiel ohne Interaktivität.
Nun gut die Grafik ist vermutlich die größte Stärke des Films, aber für meine Begriffe auch seine größte Schwäche, da wie gesagt sein größter Anteil nur auf ihr zu basieren scheint. Daneben sind die 3D-Animationen wirklich hervorragend. Insbesondere die Stadtdarstellungen haben einen wirklich faszinierenden Einblick geliefert. Dennoch schwächelt sie gerade durch ihre Perfektion bei der Umsetzung der individuellen Charakteristika von Mimik und Gestik. Bei Ghost in the Shell: Innocence, der auf einem ähnlichen grafischen und inhaltlichen Niveau spielt, wurde das ganze wesentlich besser gelöst - die Charaktere wurde zum größten Teil noch per Hand gezeichnet, was sie zwar platt im restlichen 3D-Hintergrund erscheinen ließ, aber dafür eine gewisse Seele und Ausdruck verlieh im Gegensatz zu den 3D-Püppchen dieses Films. Diesen wurde statt Realismus imitierenden Texturen, wie in Final Fantasy der Fall, auch nur platte Farbtexturen gegeben. Mimik und Gestik wurden zwar mit größter Sorgfalt gut inszeniert, aber hier fehlt wieder, wie ebenso in FF, das was ich "Seele" nenne. Der Film versucht Animegrafik zu perfektionieren, indem er sie an den 3 dimensionalen Seheindruck eines Realfilmes anpasst. Aber weder die reale und emotionsgeladene Gesichts- und Körpersprache eines guten Schauspielers noch die von uns allen geliebte übertriebene Animedarstellung davon wurde hier ausreichend ersetzt. Der Film zeigt ausschließlich wozu Computergrafik 2004 in der Lage war.
Fazit: Weder Fisch noch Fleisch, wenn ihr mich fragt. Wobei er mit einem 08-15 Hollywood-Actionstreifen, gerade in meinen Kritikpunkten, durchaus mithalten kann. Wer ActionSciFi mag sollte mal reinschauen.