Hideki ist ein Student, der vom Land nach Tokyo kommt, um eine Schule zu besuchen, die ihn aufs College vorbereiten soll. In der großen Stadt angekommen, fallen ihm sofort so genannte "Persocoms" auf, die aussehen wie Menschen und nur durch ihre künstlichen Ohren zu erkennen sind. Persocoms sind zu allerlei praktischen Dingen nützlich. Es sind komplexe Rechenmaschinen, die all das können, wozu unsere heutigen Computer in der Lage sind: Man kann mit ihnen telefonieren, ins Internet gehn und seine eMails abrufen. Aber nicht nur das, sie handeln auch eigenständig, haben ein Erinnerungsvermögen und sehen zudem sehr niedlich aus. Darum setzt man sie auch gerne in einfachen Jobs ein, wie Verkäufer oder Kassierer. Natürlich möchte Hideki auch unglaublich gerne einen eigenen Persocom, aber er ist ein armer Student und kann sich, sehr zu seinem Leidwesen, keinen leisten. Nachdem er also in seine Studentenbude eingezogen ist und sich am späten Abend noch etwas zu Essen kauft, findet er auf dem Heimweg in einer Seitengasse einen Persocom, den er natürlich mit nach Hause schleppt. Doch nachdem unser Protagonist den Persocom zum Laufen bringt, fällt ihm auf, dass dieser nur ein Wort sprechen kann: "Chi". Daraufhin nennt er seine neue Erungenschafft "Chi", die anscheinend all das, was ein Persocom eigentlich können sollte, eben nicht kann...
"Chobits" gehört zu meinen absoluten Favoriten was exzellentes Charakterdesign und tiefgehende Handlung angeht. Gepaart wird das ganze noch mit einer Portion Ecchi und einer sehr schönen Romanze.
Die Handlung reisst in den ersten 8 Episoden nun wirklich keine Bäume raus, da man sich weder um Chii's Vergangenheit noch richtig um spannende Handlungselemente bemüht. Dafür konzentriert sich der Anime voll und ganz auf die Entwicklung der Beziehung zwischen Chii und Hideki. Diese Art von Handlung kann in vielen Augen ein wenig schwerer zu gucken sein, da man objektiv gesehen außer ein paar "Pantsu-Einkäufen" und Einkäufen kaum zu sehen bekommt. Die Entwicklung der Charaktere an sich ist aber enorm und reicht nicht nur aus um den Anime zu tragen, nein, es hebt ihn sogar höher als andere. Chii macht deutliche Sätze nach vorne und Nebencharaktere wie Ueda (der Konditor) oder Yumi bekommen zwar etwas wenig Screentime, nutzen diese aber mehr als perfekt. Um dem Anime einen tieferen Sinn zu geben wird der Konflikt "Liebe zu Maschinen" sehr schön aufbereitet. Während anfangs alle Argumente gegen so eine Liebe sprechen, machen alle Charaktere später die Erfahrung das nix dagegen spricht, solange man etwas liebt (sehr schön hierbei auch Ueda's Liebe zu seinem Persocom - fand ich sehr, sehr mitreißend!). Auch das Ende überzeugt voll und ganz, ein Ende ohne Chii hätte wahrscheinlich niemand nach diesem Anime so richtig verkraften können ;P Clamp macht hier absolut keine Fehler, bringt wunderbar sympathische und nachvollziehbare Charaktere hervor und schafft es sogar die Ecchi-Szenen charmant und nicht dreckig darzustellen. Insgesamt fand ich die Handlung "solide", es gibt einige Füllerepisoden die ich nicht so störend fand und Spannung wird auf einer ganz anderen Ebene aufgebaut.
Charaktere:
Das Prunkstück von "Chobits" sind eindeutig die Charaktere. Um ehrlich zu sein, ich kann mir niemanden vorstellen der Chii oder Hideki oder viele andere Nebencharaktere nicht in sein Herz schließen kann. Jeder Charakter besitzt Tiefe und wirklich jeder Charakter kommt so sympathisch rüber das einem wirklich nur warm ums Herz werden kann. Hervorstechen will ich hier einfach mal Chii, nicht nur aus eigener Sympathie, sondern weil sie es schafft zweifelsohne den Zuschauer vor dem Bildschirm mit ihrer Präsenz zu bannen. Gut, dazu kommt noch eine Portion Fanservice die sie unweigerlich mit sich trägt, aber darüber sieht man schnell hinweg ;) Insgesamt ein unglaublich guter Cast an sehr starken Charakteren. Chii wäre hierbei mein persönlicher Favorit.
Zeichnungen:
Animationen fand ich nicht so doll, dafür sind die Zeichnungen der Figuren einfach klasse. Der Clamp-Charme lugt um jede Ecke und deswegen kann man auch gerne die schwächeren Hintergründe verzeihen.
Musik:
Das Opening fand ich absolut klasse, hör ich mir jedes Mal gerne an, auch wenn es ein wenig kitschig klingt :P Das Ending (beide Endings) fand ich wirklich toll, besonders nach traurigen Folgen hauen die Lieder einen nochmal so richtig runter. Auch der Soundtrack überzeugt mit sehr starken Liedern - insgesamt wieder Top-Arbeit, auch was die Synchro betrifft!
Gesamt:
"Chobits" sucht seine Stärken ganz klar im Charakterbereich und da kann es mehr als nur überzeugen. Es gibt keinen Charakter den man hassen kann und man wird einfach in diese wunderschöne, teilweise auch sehr bittere, "Chobits"-Welt geschmissen. Ein wunderbarer, sehr romantischer, stellenweise auch trauriger Anime, besonders empfehlenswert für Fans von schönen Romanzen und starken Charakteren - die Handlung ist hierbei wirklich eher Nebensache.
Chobits - das Maß aller Dinge beim Thema "Mensch liebt Maschine"? Definitiv nicht, denn dafür ist die Serie viel zu oberflächlich, zu langatmig, zu lieb und zu leicht zu durchschauen. Was man allerdings schon erwarten darf ist eine nette Romanze ohne viel Kitsch und Drama, die einige Wendungen in petto und nette Charaktere vorzuweisen hat.
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Wir befinden uns in einer alternativen Gegenwart, in der Computer etwas anders aussehen als wir sie kennen: PCs sind hier humanoide Roboter, die es in allen möglichen Größen und Variationen gibt. Man kann mit ihnen surfen, telefonieren, sich unterhalten, sie machen die Hausarbeit und alles mögliche sonst. Gerüchten zu Folge gibt es aber auch eine Baureihe von Persocoms, die ohne dementsprechende Programmierung selbständig denken und handeln kann und in der Lage sein soll, Gefühle zu empfinden - die sogenannten Chobits.
Hideki, ein Junge vom Land kommt nun nach Tokyo, um eine Förderschule zu besuchen und findet auf dem Weg zu seiner neuen Bleibe einen ziemlich hübschen Persocom auf dem Müll. Da Hideki erstens notorisch Pleite und zweitens sexuell völlig unausgelastet ist, nimmt er sie also mit in sein Apartment und bekommt sie auch gestartet. Was folgt kann man sich denken... Da auf ihr keine Programme installiert zu sein scheinen und er sich keine Software leisten kann, muss er ihr alles nach und nach beibringen und so kann sie auch bald etwas mehr als nur "Chii" sagen.
So weit alles ganz niedlich und mit einer durchgehend freundlichen, ja nahezu herzerwärmenden Atmosphäre ausgestattet. Leider baut Chobits aber mit der Zeit etwas ab und hat deutlich zu viele Folgen, die die Handlung so gar nicht voran treiben. Auf Chiis Background und die damit zusammenhängende SciFi Thematik wird ebenso wie auf die anderen Figuren für meinen Geschmack deutlich zu wenig eingegangen und 300% logisch ist der Ablauf der Story auch nicht immer. Rein auf die Romanze, ein wenig Ecchi und die von Hideki getragene Nerd-Comedy reduziert ist die Serie aber trotzdem recht schön umgesetzt, doch auch hier weit entfernt von einem Meisterwerk.
Optisch sticht Chobits nicht wirklich aus der Masse hervor. Die Charaktere sehen durchgehend ganz gut aus und die Animation passt so weit, jedoch schwächelt das Ganze in puncto Hintergründe und Detailverliebtheit doch beträchtlich. Musikalisch ist die Serie gemeinhin treffend und abwechslungsreich unterlegt und besonders das unverkennbar von Round Table stammende Opening liegt gut im Ohr. Das Ending gefällt mir ebenfalls ganz gut, nur ist der Clip dazu doch recht schlicht. Von der deutschen Synchro rate ich übrigens entschieden ab, da sie im Vergleich zum Original einfach grauenhaft ausgefallen ist.
Fazit: Der nächste der mit weiß machen will, dass sich bei Elfen Lied ausgiebig an Chobits bedient worden sei, wird von mir nicht mehr als schallendes Gelächter ernten, denn die beiden Serien sind völlig gegensätzlich und konzentrieren sich auf total unterschiedliche Themen. Chobits ist eine nette und weitestgehend positive Lovestory mit minimalen SciFi Anleihen, die schlussendlich aber nicht so ausgebaut wird, wie ich es mir gewünscht hätte. Gute, wenn auch anspruchslose Unterhaltung, doch kein Highlight oder gar Meisterwerk.
Chobits ist im Großen und Ganzen eine Romantikkomödie mit Dramaelementen, die aber im Verlauf der Story doch einige interessantere Themen anschneidet, ohne aber besonders in die Tiefe zu gehen.
Der Comedy/Romance-Teil bietet einem gute Unterhaltung und sogar Chi fand ich - obwohl sie eigentlich einem Charakterdesign entspricht das ich eher ablehne - ganz nett (vielleicht verzeihe ich ihr aber auch nur mehr weil sie ein Roboter ist). Higeki ist wieder mal ein durchschnittlicher vertrottelter Hauptcharakter wie man ihn schon aus vielen anderen Animes kennt, fällt aber nicht negativ auf.
Das interessante an der Story wären ja eigentlich die gesellschaftlichen Probleme die durch die menschenähnlichen Persocoms entstehen. Nur wird das in dem Anime zwar behandelt, aber nicht sehr ausführlich. In Einzelschicksalen wird es angeschnitten, aber grundsätzliche Überlegungen zur Problematik bleiben weitestgehend aus. ... [ mehr lesen ]Hier hätte ich mir persönlich mehr erwartet, denn wenn man das Thema gedanklich durchspielt merkt man wie kontroversiell es eigentlich ist.
Fazit: Schlussendlich bleibt der Anime vor allem im Comedy/Romancegenre anzusiedeln. Um ihm wirklich eine tiefere Bedeutung hinsichtlich der Beziehung Mensch/Maschine zuzusprechen, behandelt er dieses Thema doch zu oberflächlich, auch wenn der Ansatz vorhanden ist. So kann man Chobits als gute Unterhaltungsware genießen und muss sich keine größeren Gedanken über gesellschaftliche oder moralische Fragen machen.