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Kenji Koiso ist ein Highschool Student, der zwar gut in Mathe ist, aber nicht im Umgang mit anderen Menschen. Während der Sommerferien wird Kenji von seinem Senpai Natsuki Shinohara in ihre Heimatstadt auf dem Land eingeladen. Kurz nach seiner Ankunft beginnt sich weltweit die Realität mit einer anderen Welt namens Oz zu überschneiden, woraufhin sich Natsukis zahlreiche Familienmitglieder unter der Leitung ihrer energiegeladenen 90-jährigen Großmutter aufmachen, die Menschheit zu retten.
Ich komme grade zurück von einem sehr gelungenen Kinoabend auf der Berlinale, wozu zum einen der spottbillige Eintritt von 3,- €, zum anderen dieser wirklich gute Film ihren maßgeblichen Beitrag geleistet haben. Außerdem danke ich den Berliner Verkehrsbetrieben für den sicheren und ungewöhnlich pünktlichen Transport ;)
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Summer Wars ist der neue Film von Regisseur Mamoru Hosoda, vor allem bekannt durch Das Mädchen, das durch die Zeit sprang. Hier geht es nun allerdings nicht um Phänomene aus der Quantenphysik, sondern um den Einfluß von Social Networks auf die reale Welt und deren soziale Systeme. Ferner thematisiert der Film die Pflege familiärer Strukturen, sowie gemeinnütziges Engagement. Hier kommen wir auch gleich zum einzigen etwas sauer aufstoßenden Punkt dieser Madhouse Produktion, denn offenbar war man sich irgendwann nicht mehr so ganz im Klaren darüber, ob man hier eine nette und streckenweise wirklich herzerwärmende Geschichte erzählen, oder doch die eine oder andere Message transportieren wollte.
Die Geschichte beginnt in einem Computerraum, in dem die Freunde Kenji, seines Zeichens Mathegenie, und Takashi ihre Zeit im weltumspannenden Netzwerk OZ verdaddeln. Plötzlich platzt die ältere Natsuki ins Zimmer und bietet Kenji einen Ferienjob an. Ahnungslos willigt dieser ein, da er ohnehin heimlich in Natsuki verschossen ist. Doch schnell stellt sich heraus, dass seine Aufgabe darin besteht, vor ihrer Familie ihren Freund aus gutem Hause zu mimen. Der schüchterne Junge reagiert nachvollziehbarer Weise peinlich berührt und kommt darauf natürlich erstmal überhaupt nicht klar. Am Abend flattert ihm dann noch eine SMS ins Haus, die nur eine komplexe Zahlenfolge enthält. Alleine schon aus Gewohnheit entschlüsselt er den dahinter steckenden Code, woraufhin sofort sein Account gekapert und das Netzwerk ins Chaos gestürzt wird. Ab hier starten Trubel, Wahnsinn und Tumult innerhalb und außerhalb des Rechners auf heitere und auch leicht nachdenkliche Art. Netter Cast, gute Witze und eine leicht zu verfolgende Story, die aber keinesfalls abgedroschen daher kommt.
Auf technischer Ebene ist anzumerken, dass Animation und Zeichnung sehr gut gelungen sind. Die Hintergründe sind ansprechend, die Farbgestaltung ausgewogen, der Detailgrad ist annehmbar und das Charakterdesign sieht auch ganz nett aus. Allerdings lässt das Werk mancherorts musikalische Untermalung vermissen und wenn selbst im Kino die SFX nicht richtig knallen, dann wohl auch nicht auf DVD. Die Stellen, an denen es doch BGM gibt, sind dafür allerdings wirklich treffend gestaltet und unterstreichen die Szenerie auf durchaus angenehme Art.
Kurz: Wer sich bei der Inhaltsbescheibung etwas an Dennou Coil erinnert fühlt, der hat teilweise recht. Summer Wars ist familiengerecht, ruhig und sympatisch. Was den Film für meinen Geschmack jedoch besser macht als die vorgenannte Serie, ist seine Fähigkeit, die Gefühle des Zuschauers zu berühren, ohne dabei kitschig oder überkandidelt zu wirken. Allgemeine Empfehlung meinerseits, ungeachtet der im hinteren Teil fehlenden eindeutigen Richtung und Struktur.
Der meistüberschätzte Film des letzten Jahres? Als „Nachfolger“ meines Lieblingsanimefilms sowie Empfänger zahlreicher Auszeichnungen, hatte ich mir eigentlich viel von Summer Wars erwartet. Leider wurde ich weitgehend enttäuscht. Nie kommt der Film an Toki wo Kakeru Shoujo heran, denn er will einfach zuviel.
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Das Hauptproblem des Films ist meiner Meinung nach, dass er zwei stark unterschiedliche Handlungsstränge vereinen will und bei diesem Versuch letztendlich beide auf der Strecke bleiben. Dabei hätten beide Teile der Handlung für sich betrachtet grundsätzlich Potential. Einerseits ein virtueller „Krieg“, andererseits eine leicht skurrile Großfamilie. Leider ist das was dabei herauskommt nur eine ziemlich langweilige, weitgehend vorhersehbare virtuelle Handlung, sowie eine Geschichte über Familie und deren Werte, der die Zeit fehlt um sich zu entfalten. Über den Cyber-Part der Handlung gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Er greift das Thema eines das gesamte öffentliche Leben durchdringenden Social-Networks auf, was in der Idee und vor allem den Möglichkeiten für Cyber-Terrorismus zwar interessant ist, was in der Handlung allerdings nie über eine typische „Vereint gegen den übermächtigen Feind“-Geschichte hinausgeht. Die eigentlichen Stärken des Films würden im familiären, sozialen Bereich der Handlung liegen und sind dort auch durchaus vorhanden. Das Familienleben wird zwar mitunter etwas idealisiert dargestellt, allerdings sind es die hier vorkommenden schönen Momente, die einem beweisen, dass es der Regisseur grundsätzlich nicht verlernt hat. Leider sind das immer nur einzelne Szenen und vielleicht auch aufgrund des Zeitdrucks, fallen die Botschaften, die dieser Film in diesem Handlungsteil vermitteln will, letztendlich ziemlich plakativ aus. Nicht gerade positiv wirkt es sich dann zusätzlich aus, dass die beiden vermeintlichen Hauptpersonen im Umfang der sonstigen Handlung sowie unter der Masse an Nebencharakteren fast untergehen.
Fazit: Der Cyber-Part der Handlung ist nicht gut genug um die sich aufgrund des Zeitmangels ergebenden Defizite beim zwischenmenschlichen Teil auszugleichen. Als Fan von Toki wo Kakeru Shoujo vermisste ich charakterlich gut ausgearbeitete und damit entsprechend sympathische Hauptpersonen, sowie das gewisse Etwas bei der Handlung, das über die typischen familienfreundlichen Botschaften hinausgeht und den Film mitreißend machen würde. Kein schlechter Film, aber auch nichts, was man meiner Meinung nach gesehen haben muss und damit spürbar schwächer, als zuvor von mir erwartet.
Der neue Film von Hosoda ist schwächer als der hervorragende Toki wo Kakeru Shoujo, was vor allem an der für meinen Geschmack zu unentschlossenen Handlung liegt. ... [ mehr lesen ]Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn sich die Geschichte nur auf ein größeres Thema konzentriert hätte, selbst wenn man natürlich nicht abstreiten kann, dass es dem Film gerade um den Gegensatz von zwei grundverschiedenen Welten geht. Auf der einen Seite gibt es das moderne Internet, den Cyberspace, und auf der anderen Seite eine Großfamilie in ländlicher Idylle. Während das Zusammenleben und die Probleme innerhalb der Großfamilie durchaus interessant sind; eigentlich hätte das alleine schon gereicht, fällt der Sci-Fi-Teil der Handlung deutlich ab. Ich finde ihn nicht sonderlich spannend; dafür ist der Konflikt zu generisch und durchschaubar, und ganz besonders die Actionszenen wirken auch ziemlich aufgesetzt, obwohl sie natürlich gut in Szene gesetzt wurden. Es gelingt dem Film also nicht so recht Sci-Fi und Familiendrama miteinander zu vereinen.
In erster Linie ist es daher die Handlung, die ich im Vergleich zum Vorgänger weniger interessant finde, aber auch die Charaktere sind insgesamt schwächer. Dabei ist die Cast im Gegensatz zu Toki wo Kakeru Shoujo gigantisch und vielschichtig; handwerklich auch vollkommen in Ordnung, aber leider viel weniger sympathisch. Richtig vermisst habe ich eine interessante Heldin, denn sowohl die männliche Hauptfigur als auch die weibliche sind nur ein Schatten von Makoto aus Tokikake. Vielleicht liegt das aber gerade an der großen Cast, denn die klaut den beiden Helden schon eine Menge Screentime. Noch ein Grund mehr anzunehmen, dass Hosoda bei Summer Wars einfach zu viel gleichzeitig wollte. Animation und Regie sind dann aber wieder toll, so wie man es von diesem Regisseur erwartet.