Hagane no Renkinjutsushi (2009) ist die nunmehr zweite Anime-Umsetzung des gleichnamigen Mangas von Hiromu Arakawa. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Fortsetzung des Animes aus dem Jahre 2003. Vielmehr erzählt diese Version die Geschichte der Gebrüder Elric neu und hält sich dabei wesentlich stärker an die Manga-Vorlage als die erste Anime-Adaption.
Die beiden Brüder und Alchemisten Edward und Alphonse Elric haben, als sie noch klein waren, einen verhängnisvollen Fehler begangen: als ihnen die Durchführung einer streng verbotenen Transmutation misslingt, verliert Edward einen Arm. Seinen Bruder trifft es sogar noch schlimmer. Edward kann ihn nur retten, indem er im Zuge eines äquivalenten Tausches sein eigenes Bein opfert und Alphonses Seele an eine Rüstung bindet - dessen Körper aber scheint verloren. Ein viel zu hoher Preis, den die beiden für ihren Leichtsinn zahlen mussten. Deshalb beschließen sie, alles zu versuchen, ihre alten Körper zurückzubekommen. Im Bestreben, die besten Forschungsbedingungen auf dem Gebiet der Alchemie zu erlangen, führt sie ihr Weg schließlich zur Armee von Amestris. Die Militärdiktatur des Landes setzt sogenannte Staats-Alchemisten als Elitekämpfer in Kriegen und Konflikten ein. In Friedenszeiten hingegen steht es den "Lakaien der Armee" frei, zu forschen und Zugriff auf umfangreiche Aufzeichnungen über Alchemie sowie entsprechende finanzielle Mittel zu erhalten. Doch schon bald müssen die beiden Elric-Brüder feststellen, dass ihre eigenen Probleme im Vergleich zu der Bedrohung, die dem Land Amestris droht, geradezu unscheinbar wirken...
Seit dem 5. April 2009 wird in Japan eine seit langem erwartete Produktion ausgestrahlt: "Fullmetal Alchemist: Brotherhood". Jeder Zuschauer ist aus eigener Erfahrung vielleicht etwas skeptisch bei einer Fortsetzung: Kann sie an den Erfolg der ersten Produktion anknüpfen? Schafft sie es sich neu zu erfinden?
Lohnt es sich also Fullmetal Alchemist: Brotherhood anzuschauen?
Meiner Meinung nach: „Ja, auf jeden Fall“ ... [ mehr lesen ] Obwohl es für nicht soviel Sinn macht von einem FMA 2 zu sprechen (Begründung wird folgen), werde ich es trotzdem machen. Dementsprechend beziehe ich mich mit FMA 1 auf die erste Staffel die in den Jahren 2003 und 2004 ausgestrahlt wurde.
Story Wie schon in der ersten Staffel von Fullmetal Alchemist, geht es um die Brüder Edward und Alphonse Elric, die nach einem gescheiterten Versuch mit Hilfe der verbotenen menschlichen Transmutation ihre Mutter wieder ins Leben zu rufen, einen schmerzlichen Preis zahlen mussten: Alphonse verlor seinen ganzen Körper und Edward verlor sein linkes Bein und zusätzlich seinen rechten Arm um die Seele seines Bruders in eine rumliegende Rüstung einzubinden. Obwohl sie hiermit einen Verstoß begangen wurde der Staat auf ihre Fähigkeiten aufmerksam und bot ihnen an Staatsalchemisten zu werden. Die beiden Brüder nahmen dieses Angebot an, in der Hoffnung mit den Privilegien über die ein Staatsalchemist verfügt (u.a. Zugang zu vielen Informationsquellen) zu erforschen wie sie ihre ursprünglichen Körper wieder erlangen können. Dabei wird ein sogenannter Stein der Weisen eine zentrale Rolle spielen. So ungefähr beginnt das Abenteuer in FMA 2.
Jetzt denken viele: „Aber warte mal. Das war aber schon in der ersten Staffel der Fall !!!"
Stimmt. Denn FMA setzt wieder am Anfang an. Es ist keine Fortsetzung, sondern ein Remake, wobei man sich jetzt näher am Manga orientieren will. Dementsprechend finde ich die Abkürzung unangebracht. Da sie aber von vielen offiziell benutzt wird, folge ich dem Strom. Denn in der ersten Staffel hat man sich nur teilweise an den Manga gehalten: manche Sachen wurden neu geschrieben (z.B. wann und durch wen manche Figuren getötet wurden), und ungefähr ab der Hälfte des Animes wurde neu erfunden (zum Teil weil der Manga noch veröffentlicht wurde und der weitere Verlauf noch unbekannt war). Deswegen beginnt es wieder von vorne. Fast....
„Fullmetal“ und der „Alchemist“ Eine kleine Begriffserklärung: Nachdem Edward zwei seiner Gliedmaßen verliert, werden diese durch Automails ersetzt, welche metallische Prothesen sind. Aufgrund dieser Erscheinung wird ihm von der Regierung der Berufsname „Fullmetal Alchemist“ gegeben. Generell, sind Alchemisten Personen die es beherrschen Materie umzuwandeln. Diese Fähigkeiten werden in der Serie sowohl zum Guten als auch zum Bösen eingetzt (wie könnte es auch anders sein). Zwei Bemerkungen: 1) Es gibt zwei Verbote die für jeden Alchemisten gelten: die menschliche Transmutation durchzuführen und das Umwandeln von Materie in Gold. 2) Jede Transmutation (umwandeln von Materie) folgt dem Prinzip des äquivalenten Tausches (siehe unten).
Das Prinzip des äquivalenten Tausches Für mich ist dies der zentrale Ausdruck der Serie. Anders ausgedrückt: Man kann nur eine Sache erlangen wenn man bereit ist etwas anderes gleichen Wertes zu opfern. Auf diesem Prinzip (der für mich auch philosophisch zu verstehen ist) beruht alles in dieser Serie: Die Alchemie, die Privilegien eines Staatalchemisten (denn diese werden vom Volk als die „Hunde des Staates“ bezeichnet, und in der Gesellschaft geächtet), die körperlichen Verluste der beiden Brüder beim gescheiterten Wiederbelebungsversuch etc. Das Objekt das scheinbar erlaubt das Prinzip des äquivalenten Tausches zu brechen, d.h. etwas zu erschaffen ohne etwas dafür opfern zu müssen, ist der Stein der Weisen, den die beiden Brüder verzweifelt suchen.
Animation Kleine Beobachtungen: Die Serie besticht mit einem modernen Zeichenstil (ist bei einer aktuellen Serie auch nicht anders zu erwarten). Persönlich gefallen mir die Alchemieattacken (z.B. Mustang´s Feuerattacke) und die gekonnt umgesetzten Nahkämpfe. Ebenfalls erwähnenswert ist Alphonse´s Darstellung: seine Seele wurde ja in eine Rüstung eingebunden. Und diese wird auch durchweg großartig gezeichnet; dabei hat sie einen doch komplexen Aufbau. Die einzigen Stellen in denen die Zeichenqualität "bewußt" absackt sind die Comedymomente: da wirken die Bilder wie von einem 5-jährigen gezeichnet (nichts gegen die 5-jährigen...bin ja selber mal einer gewesen..LOL). Aber auch hier handelt es sich um eine getreue Wiedergabe des Mangas, der bei Witzen die Zeichnungen verkindlicht.
Eine Wiederholung? Jetzt fragt ihr: „Und warum soll ich mir die Serie zum zweiten Mal antun?“ Erstens, der Anime ist einfach großartig. Beleg dafür ist die große Anhängerzahl von Fullmetal Alchemist. Die Serie kombiniert eine packende Geschichte rund um Alchemie, mit rührenden Momenten und einem einzigartigen Fall von Bruderliebe. Besonder das Verhältnis der beiden Brüder gefällt mir persönlich sehr. Beide haben in jungem Alter eine schreckliche Erfahrung durchgemacht und wurden ihrer normalen Körper beraubt. Um diese zurückzugewinnen machen sie sich gemeinsam auf einen Weg der eigentlich für Kinder nicht zumutbar ist. Sie machen sich aber gegenseitig Mut und überstehen mehrere Hürden. Egal ob FMA 1 oder FMA 2, hier bekommt eine sehr gute Vorstellung. Unter den Shounen-animes, d.h. die auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet sind, hat es mehrere Momente die etwas "erwachsener" wirken. Beispiele für mich sind die gescheiterte Transmutation der Mutter und die Geschichte um Nina. Zweitens, wird sich diese Staffel nur zu Anfang der ersten Staffel ähneln. Ich bin auf die Stelle gespannt wo sich diese Staffel von der ersten abheben wird (und den Manga folgen wird). Diese ersten Folgen bieten zugegebenermaßen nicht viel Neues. Die Fälle in denen die erste Staffel vom Manga abgewichen sind und die FMA 2 mangagetreu wiedergibt, sind eher subtil. Ich kann es jedoch kaum abwarten das "neue Material" zu sehen.
Was bisher geschah (bis zur 8. Folge - Spoiler sind markiert) Folge 1 war für mich ein Appetithäppchen um zu zeigen wo die Serie hinwill in puncto Animation. Denn die Szenen aus der ersten Folge sind weder in der ersten Staffel noch im Manga (zumindest bis wohin ich gelesen habe) wiederzufinden. Die Folge glänzt mit spektakulären Alchemieattacken (der Eingriff von Isaac, dem Eisalchemisten, war sehr furios) und guten Kampfeinlagen der Elric-Brüder. Ich würde sagen die Zeichner haben hier ein bisschen die Muskeln spielen lassen ;) Die Folgen 2 bis 8 sind schon aus der ersten Staffel bekannt (wobei Kenner der ersten Staffel am Ende der 4. Folge den kleinen Unterschied zu FMA 1 bemerken dürften; das liegt daran dass es jetzt wie im Manga erzählt wurde).
In FMA 1 wurde Tucker nur in Gewahrsam genommen um später noch einmal aufzutauchen. Hier wird er zusammen mit der Chimäre von Scar umgebracht(wie im Manga)
Auch die Art wie der Kampf in Folge 5 zustande kommt ist jetzt getreu dem Manga. Dies beweist dass in FMA 1 nicht nur die zweite Hälfte komplett erfunden wurde, sondern auch am Anfang leichte Veränderungen eingeführt wurde (etwas das bei anderen Animeumsetzungen nicht passiert, wie z.B. Bleach) Insgesamt ist die Erzählgeschwindigkeit momentan in FMA 2 schneller als in FMA 1. Folge 8 entspricht Folge 20 aus FMA 1. Es sollte also nicht alzu lange dauern bis wir komplett neue Sachen sehen. Die flotte Handlung ergibt sich da in FMA 2 auf überflüssige Kapitel, die der Serie nichts hinzufügen, dankbar verzichtet wurde (wie z.B die 9. Folge von FMA 1 die von einem korrupten Polizisten einer Kohlenmine handelt; am Anfang der 4. Folge in FMA 2 wird jediglich auf dieses Geschehen hingewiesen, ohne eine ganze Folge dafür zu verschwenden). Wem der träge Anfang in FMA 1 nicht gefiel sollte hier besser bedient werden. So wie im Manga schreitet hier die Handlung flott vorwärts. Das Ende der 8. Folge ist im 13. Kapitel zu finden. Insgesamt sind schon 95 Kapitel des Manga veröffentlicht worden (dieser erscheint monatlich).
Fazit Ich bin im Moment von der Serie überwältigt; das FMA 2 Fieber hat mich bereits gepackt (nebenbei verfolge ich auch den Manga um die volle Ladung abzubekommen). Ich bin froh dass ein Remake gemacht wurde. Da es sich um eine Neuverfilmung handelt muss man nicht FMA 1 gesehen haben um diese Staffel zu verfolgen. FMA 1 bietet vielmehr eine Alternativhandlung. FMA 1 befindet sich momentan in den Top 10 der Toplist von Anisearch. Als ich den Kommentar zum ersten mal schrieb war FMA 2 schon in den Top100 (Platz 94). Mittlerweile ist er schon auf Platz 72. Und ich bin fast sicher das er noch weiter hochklettern wird.
Nie hätte ich gedacht, dass ein typischer Shounen-Anime jemals von mir 90% bekommen würde, aber Fullmetal Alchemist: Brotherhood hat es einfach verdient, denn die Serie bietet alles, was man sich von diesem Genre erwartet: Action, sympathische Charaktere mit einer Spur Tiefgang und vor allem eine rasante Story, wobei letzteres hier die eigentliche Stärke ist.
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Worin für mich wirklich die besondere Qualität des Anime liegt ist in seiner Geschichte. Man bekommt zur Ausnahme mal ein Werk präsentiert, das von der ersten bis zur letzten Episode die Handlung kontinuierlich vorantreibt, nie Filler einbaut, nie Längen aufweist und sich im späteren Verlauf auch immer wieder weiter steigert. Hat man Zugriff auf alle Episoden, wage ich zu prophezeien, dass die Serie einen guten Teil der eigenen Freizeit einnehmen wird, sobald man einmal mit ihr begonnen hat. Besonders das letzte Drittel und vor allem das fulminante Finale werden einen mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit vor den Bildschirm fesseln.
Man braucht sich jetzt bei der Geschichte nichts tatsächlich Tiefgründiges erwarten, aber das muss sie auch nicht sein. Sie ist rasant, umfangreich, entwickelt sich stetig weiter, bietet einige überraschende Wendungen sowie die nötige Dramatik und ist allgemein einfach gut aufgebaut. Der Cast an Charakteren ist groß, doch sind nur wenige hohle Pappkameraden darunter, dafür aber viele durchaus auch interessante Figuren, deren dramatische und tragische Schicksale die nötige Ernsthaftigkeit in den Anime bringen. Man verzichtet auf klare Schwarz-Weiß-Zeichnung der Charaktere, was einen gewissen Grad an Vielschichtigkeit gewährleistet und die Grundlage für innere Konflikte auf beiden Seiten bietet. Auch die beiden Hauptfiguren Edward und Alphonse sind zwar zweifellos Shounen-Helden mit klassischen Idealen, doch verfügen sie immerhin über genug Realitätssinn um sich nicht völlig in naiv-weltfremden Vorstellungen zu verlieren.
Unweigerlich muss diese Serie auch mit ihrem Vorgänger verglichen werden. Mein Fazit lautet: Vergesst den ersten FMA Anime. Er mag die ersten Teile des Manga vielleicht besser darstellen, weil er ihnen mehr Zeit widmet, allerdings ist die Geschichte von Brotherhood wirklich derart viel besser, dass dieser Umstand um ein Vielfaches aufgewogen wird. Wenn man also nicht gerade zu viel Zeit zur Verfügung hat, kann man den Vorgänger ruhig links liegen lassen. Es zahlt sich nicht aus.
Fazit: Empfehlenswert für jeden, der auch nur irgendwas mit dieser Art von Anime anfangen kann. Spannende Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Episode durch eine gut erzählte Handlung schon fast epischen Ausmaßes.
Der Manga von Fullmetal Alchemist ist wohl der beste Action-Shounen den ich kenne und deswegen war ich etwas enttäuscht, dass die erste Adaption so stark vom Original abgewichen ist (auch wenn es wegen der Unvollständigkeit des Mangas unausweichlich war). 2009 hat sich Bones dann endlich an eine originalgetreue Umsetzung gewagt und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Brotherhood ist nicht nur besser als die erste Serie, sondern allgemein einer der besten Shounen-Animes.... [ mehr lesen ]
Aber man sollte nie vergessen, dass es eben "nur" Shounen ist. Die Geschichte ist zwar sehr gut geschrieben, richtet sich aber letztendlich an Teenager und ist dementsprechend einfach gehalten. Mancher mag sich beklagen, dass der erste Anime stärker in Richtung Drama gegangen ist und dass diese Stimmung der neuen Serie fehlt, aber das Drama aus FMA 1 war jetzt auch nicht wirklich gut und die Handlung wurde im Laufe der Zeit immer grotesker (inklusive typischem Bones-Ende = vollkommener Unsinn). Trotzdem wollte der alte Anime auch ein Shounen sein. Diese Widersprüchlichkeit gibt es bei Brotherhood nicht; der Anime ist vielleicht nicht ganz so dramatisch (spannender aber auf jeden Fall), aber dafür auch geradliniger.
Die Charaktere der beiden Adaptionen nehmen sich nicht viel. "Tiefgründiger" sind sie bei der ersten Serie auch nicht, nur etwas ernster vielleicht. Jedenfalls sind bei beiden Serien ironischerweise gerade die beiden Helden die schwächsten Figuren. Ihre Gutmenschlichkeit ging mir irgendwann auf die Nerven. Bei ihnen merkt man auch am deutlichsten, dass es sich um Shounen handelt. Anscheinend haben die Shounen-Mangaka immer einen Bildungsauftrag. Die eigentlichen Stars der Serie sind die erwachsenen Charaktere, sogar einige der Gegenspieler wie Kimblee oder Wrath, die trotz ihrer Gesinnung Charisma haben. Die Figuren sind - neben der guten Geschichte - auch das, was Fullmetal Alchemist von anderen Action-Shounen abhebt. Die Charaktere sind für das Genre schon gut gemacht und besitzen dann andererseits auch wieder die nötige Coolness auf die der Actionfan steht (die beiden Brüder mal ausgeschlossen).
Natürlich wird bei FMA nicht nur gekämpft, immerhin handelt es sich beim Manga nicht um einen Fighting-Shounen, aber die Action spielt schon eine große Rolle. Zum Glück hat Bones die Geschichte adaptiert - ein Studio, das bekanntermaßen sein Handwerk versteht (außer beim Weiterspinnen der Handlung). Deswegen ist es auch keine Überraschung, dass der Anime sehr gut animiert wurde und die Regie überzeugen kann. Man sollte beim Anime allerdings wie gesagt trotzdem nicht mehr als einen Action-Shounen erwarten. FMA ist kein Charakterdrama und war es auch nie.