Chaos;Head ist eine Anime Adaption des gleichnamigen Spiels von 5pb. Die Geschichte handelt von Takumi Nishijō, einem Highschool Schüler an der privaten Suimei Akademie. In seiner Stadt Shibuya geschehen mysteriöse Ereignisse. Ein Mörder treibt sich herum und die Leute geraten in Panik. Eines Tages chattet er mit einem unbekannten Mann im Internet. Der Mann schickt ihm einen Link, welchem Takumi natürlich folgt. Als er auf der Seite ankommt, findet er einen Blog auf dem der nächste Mordfall zu sehen ist. Am nächsten Tag wird dieser Fall Realität. Nach diesem Vorfall lebt Takumi Nishijō durch die psychischen Erlebnisse abgeschieden von der Außenwelt als ein Hikkikomori (jemand der nicht mehr das Haus verlässt). Eines Tages trifft er durch eine neue Mordserie namens "Neue Generation" auf Mädchen mit Schwertern, die er natürlich anfangs für verrückt hält...
Manchmal kann man wirklich schon nach der ersten Episode die möglichen Schwachstellen eines Anime ausmachen, die ich bei Chaos;Head damals in etwa so zusammengefasst habe: Nette Mysteryatmosphäre, aber der Anime läuft Gefahr im späteren Verlauf an den oberflächlichen Charakteren sowie an der durch die magischen Schwerter angedeuteten etwaigen billigen Hintergrundgeschichte zu scheitern. Wie sich herausstellte war diese Prognose ein ziemlicher Volltreffer.
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Zugegebenermaßen fällt es mir gerade schwer meinen Kommentar nicht auf einer „Ich habs euch ja gesagt“-Einstellung aufzubauen, denn die Kritik die ich für meine Befürchtungen nach der ersten Folge geerntet habe ließ mich den Anime daraufhin unkommentiert lassen. Aber ich will nicht unfair sein, denn lange Zeit sieht die Serie im Großen und Ganzen nach einem soliden Mystery-Anime aus, der atmosphärisch an Higurashi erinnert und auch spannend zu verfolgen ist. Positiv sticht die Hauptperson Takumi hervor, der mit seinen schizophrenen Wahnvorstellungen und seinem Semi-Hikkikomoridasein sicher abseits der üblichen Stereotype steht. Es entwickelt sich ein Verwirrspiel rund um brutale, mysteriöse Mordfälle, in die Takumi und ein Mädchen mit rosa Haaren verwickelt zu sein scheinen, bei denen aber die Grenze zwischen Realität und Schein immer mehr verschwimmt. Eine ansprechende Thriller/Horroratmosphäre wird aufgebaut, die die Spannung konstant hoch hält. Durch den anfangs noch durchaus gelungenen Aufbau der Story mit immer neuen Andeutungen über die Hintergründe sieht man auch über den restlichen (weiblichen) Cast hinweg, der mit dem Begriff Harembaukasten ausreichend beschrieben ist. Aber es funktioniert (zunächst), unterhält und die Geschichte entwickelt sich konstant weiter. Was allerdings in der zweiten Hälfte der Serie folgt kann man ruhig als einen storytechnischen Supergau bezeichnen, der es schafft in einer einzigen Episode die Atmosphäre des ganzen Anime zu pulverisieren und alle Schwächen offenzulegen. Es wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben, was die Produzenten dazu bewogen hat den Großteil der zuvor sorgfältig geheim gehaltenen Hintergründe dem Zuschauer plötzlich auf dem Silbertablett zu präsentieren. Die Folge davon ist, dass der Anime zusammenfällt wie ein Kartenhaus. Die mysteriöse Geschichte entpuppt sich als schlicht und einfach bescheuert und wirkt als hätte man sie sich nach einer durchzechten Nacht auf dem Weg zum Verleger ausgedacht, während man gerade eine populärwissenschaftliche Physikzeitschrift durchblättert. Was hier vielleicht intellektuell erscheinen soll verursacht beim Zuschauer allerhöchstens ein Schmunzeln oder ein resignierendes Kopfschütteln. Nicht anders verhält es sich bei den Charakteren, die natürlich alle über eine höchstdramatische Vergangenheit verfügen, die in der Form wie sie dargestellt wird aber wirkungslos bleibt und eher an Groschenromane erinnert. Ist ihre Vergangenheit erst einmal geklärt, sind sie genau das, nach dem sie auf den ersten Blick aussehen: billige, oberflächliche Figuren nach dem Haremschema, denen man absolut null Interesse entgegenbringt. In den späteren Episoden treten alle Schwächen von Visual Novel Adaptionen auf, indem man augenscheinlich versucht nahezu alle Enden und Handlungsstränge in einer Serie zu vereinen, was dazu führt, dass sie allesamt durch die Kürzung noch schlechter wirken, was zumindest von Kennern der Vorlage behauptet wird, die ebenfalls die schlechte Umsetzung verdammen und von einer weit besseren Inszenierung mancher Teile im Spiel sprechen. Fazit: Nach einer durchaus gelungenen ersten Hälfte geht der Anime bedingt durch die bescheuerte Hintergrundgeschichte und die oberflächlichen Charaktere schlussendlich mit rasender Geschwindigkeit den Bach runter und überbietet sich gegen Ende mit jeder neuen Episode an Peinlichkeiten. Konstruierte Ereignisse, sprunghafte Charakter-“Entwicklung“ und platte Dialoge wandeln den einstigen Horror/Mystery-Anime so schon eher in Richtung Comedy und lassen einen verdutzten und vielleicht auch verärgerten Zuschauer zurück.
Choas;Head - psychopatisches Durcheinander, Nervenkitzel, Spannung und Gefühlsdurcheinander. Soweit in den ersten 6 Episoden.
... [ mehr lesen ] Takumi, Hauptcharakter: ein Nerd, wie er im Buche steht. Er ist 17 Jahre alt, besucht (kaum) eine Privatschule. Stattdessen zieht er sich in sein abgedunkeltes Kämmerchen zurück und flüchtet sich in ein Online-Spiel, wo er zu Respekt und Annerkennung gelangt. Jeglicher Kontakt zu weiblichen Personen in seinem Umfeld wird gemieden, da diese Freundinnin des Teufelsmädchen seien und ihn töten wollen. Fiktive 2-D Anime-Girls seien die besseren Frauen, so wie man Takumi meint. Psychische Zusammenbrüche und Haluzinationen gehören zu seinem Alltag, so wie die Angst in einem misteriösen Mordfall verwickelt zu sein. Die Spannung steigt immer mehr von Episode zu Episode...
Man will das weitere kaum glauben! "Tja, Pech gehabt Leute, wir machen aus Chaos;Head kurzerhand einen Fantasy, Commedy, Magic Girl Shonen. Ätsch!!! Wir sind Japaner HAHA", das mögen die Produzenten bei der Arbeit an EP 7-12 gedacht haben -____-!!
Ep 7+: Takumi ist nicht mehr wiederzuerkennen. Er ist zum oberflächlichen Harem Helden geworden, der Kontakt zu allen möglichen Mädchen aus seiner Schule bekommt, die ihm wie die Kanninchen hinterherdackeln. Er hat plötzlich geheimnisvolle Fähigkeiten mit denen er wohl die ganze Welt retten könnte. Ein sympatischer und besonderer Kerl wird zu einem stinklangweiligen Shonenhelden, wie man ihn in jedem billiges Shonen sehen kann. Wie hoffnungslos!
Die Story ist noch herzzerreißender als Takumis Wandel. Materie wird zu Unmatarie, Telekommunikation und weitere uns allen gut bekannte Fantasy-Elemente werden nun in den Mittelpunkt gestellt. "Lustige" und "freche" Anime-Girls kämpfen mit Takumi gegen eine Organisation, dessen Mitglieder wie aus dem heiteren Himmel geflogen kommen und sich nun als die gefürchteten Bösewichte präsentieren. MÜLL! LANGWEILG! UNLUSTIG!
Sound ist OK, bis auf einige Stellen, an denen plötzlich lustige Musik zu hören war, die nun gar nicht in die Atmosphäre passte. Das Ending hat mir bis zur siebten Episode gut gefallen, danach war ich nur wütend, weil es nicht mehr zu diesem halb Shonen passt.
Der Animation gibt es nichts auszusetzten. Entsprechend diesem Jahr, viele Details und schön anzusehen. "McDynals" und "Asos" haben mich ebenfalls amüsiert :D.
FAZIT: nachdem ich alles gesehen habe, hatte ich selbst ein Chaos Head: einerseits ein tiefer Eindruck und andereseits Wut und Ärgernis. Zum Schluss bleibt Enttäuschung und Unzufriedenheit. Ein ernster Tipp: guckt euch wirklich nur EP 1-6 an, auch wenn es so verlockend ist weiterzugucken!
Chaos Head, ein Anime der einen super Start hinlegt und am Ende eine derbe Bruchlandung durchführt. Ich bin so sauer auf die Produzenten, dass wenn ich sie mal persönlich irgendwo treffe, ihnen eine verpasse und sie dann auch noch an irgendeinen Baum für min. 1 Woche festbinde. Wie kann man bloß einen Anime, der so gut angefangen hat, so morbide verhunzen, dass es einem sogar in Herz und Seele schmerzt. Chaos Head ist wohl das beste Beispiel, wie man mit nur einer Episode den kompletten Anime über Bord werfen kann. ... [ mehr lesen ]Was haben sich die Produzenten bloß dabei gedacht? Hatten die wirklich kein Bock mehr auf den Anime? Haben die sich vielleicht bei der Episodenanzahl verkalkuliert und haben später festgestellt „huch, der Anime braucht vielleicht doch 26 statt 12 Episoden“ oder wurden plötzlich die Produzenten ausgetauscht und durch irgendwelche Praktikanten ersetzt? Ich ärgere mich so dermaßen und bin total enttäuscht, da der Anime wirklich Potential gehabt hätte und mit klugen Köpfen im Hintergrund dies vielleicht sogar ein kleines Meisterwerk hätte sei n können und da trösten auch Animation und Sound bzw. der gutgemachte Charakter Takumi nicht über die verhunzte Story.
Story:
Chaos Head fährt zu Beginn auf der mysteriösen Schiene, was den Thriller-Effekt natürlich deutlich verstärkt und ihn um Längen spannender macht. Zusätzlich wird der Zuschauer mit psychisch labilen Charakteren konfrontiert, was die Horroratmosphäre verstärkt und den Anime zu einem grusligen, schaurigen Thriller macht. Man wird durch viele Ereignisse paralysiert und mit dutzenden Fragen im Regen stehen gelassen. So schafft es der Anime die Spannung immer auf einem hohen Level aufrecht zu erhalten. Ich konnte z.B. es nicht mehr aushalten, bis die nächste Folge kam und ich endlich mehr erfahren durfte bis schließlich die gefürchtete Episode 7 kam. Normalerweise werden ja die Fragen, mit den der Zuschauer bombardiert wird immer Stückchenweise beantwortet. Wie gesagt normalerweise. Nicht bei Chaos Head, da wird kurzer Hand fast die komplette Geschichte in einer Episode erzählt. Es tauchen Gestalten auf, die vorher noch NIE gesehen wurden und es wird einem so eine haarsträubende Geschichte aufgedrängt, dass man nicht weiß ob man lachen oder eher weinen soll. Nach dem dies geschehen ist und der Zuschauer völlig fassungslos und geschockt vor dem Bildschirm sitzt beginnt der „Action-Part“. Die ganze schöne düstere Stimmung die während der ersten 6 Episoden die Folgen schmückte ist somit dahin und durch diese Witzgeschichte ersetzt worden. So wurde aus einem grandiosem Thriller ein billiger Shounen. Die restlichen Episoden gehen dann gemeinsam mit der 7ten Episode langsam zu Grunde und der Zuschauer möchte nur noch von diesem Schund erlöst werden.
Animation:
Animationen sind auf einem soliden Niveau. Die Charaktere sind hübsch gezeichnet und der Hintergrund lässt auch keine Lücken offen. Die Farbpallette wechselt von düsteren Farben während der Gruselatmosphäre bis hin zu hellen und grellen Farben während dem Actionpart. Die CGI-Effekte der Di-Swords sind auf dem Standardniveau. Chaos Head ist animationstechnisch nichts neues und zeigt nur soliden durchschnitt. Für das Jahr 2008 aber dennoch ausreichend.
Sound:
Mit was Chaos Head glänzen kann ist Sound. Der OST ist brillant und sowohl das OP von Kanako Ito als auch das ED von Seira Kagami sind sehr schöne Lieder auch wenn mit das OP persönlich mehr im Blut lag. Schade, dass solche schönen Lieder für so einen Anime verwendet wurden. Auch die BGM zeigte sich von ihrer Schokoladenseite. Die düstere Atmosphäre anfangs wurde mit schöner Thrillerhintergrundmusik geschmückt und verstärkte die Gruselatmosphäre nochmals. Auch als dann der Actionpart kam gab es musikalisch nochmal ein paar Exquisitäten zu hören, besonders in den letzten beiden Episoden. Schade, das soviel Potential und Geld in Sound investiert wurde für einen Anime, der sie nicht mal verdient hat.
Charaktere:
Gut ich gebe zu, dass besonders der weibliche Cast aus der Klischeekiste herausgenommen wurde, aber so gut wie unser Protagonist Takumi gespielt wurde ist beeindruckend. Seine kranke Persönlichkeit war nicht nur beängstigend sondern auch erschreckend gut gemacht worden. Dem Sprecher von Takumi gehört ein Preis verliehen, so gut wie der Gefühle rübergebracht hat. Auch wenn Takumi manchmal wie ein Weichei rüberkam und dauernd an psychischer Verzweiflung litt, ist er ein Wahnsinns Charakter gewesen. Gut über die weiblichen Charaktere möchte ich jetzt nicht viel sagen. Nanami, die Schwester von Takumi hat den typischen „Schwester beschützt großen Bruder“-Instinkt aufgesetzt bekommen. Rimi ist die gut gelaunte Freundin unseres Protagonisten. Ayase ist der bekannte Rey-Klon und Sena hat in etwa den selben Charakterstil. Hab ich was vergessen? Ach ja den Loli-Charakter Kozue somit ist die Klischeekiste leer und die Charaktere an ihren Plätzen. Besondere Sympathie konnte ich bis auf Takumi keinem geben, da sie einfach schlicht und ergreifend stinklangweilige Charaktere gewesen sind, ohne viel Hintergrund. Sie dienten einfach nur als Füller, damit die Zuschauer nicht die ganze Zeit nur Takumi vor ihren Bildschirmen hatten.
Fazit:
Chaos Head startet als spannender Thriller mit einer gehörigen Portion Horror und entpuppt sich als billiger Shounen mit einer haarsträubenden Geschichte. Fans von Thrillern kann ich daher nur empfehlen bis zur 6ten Episode zu schauen und dann abzubrechen um nicht auch in so eine Absurdität an Nonsens zu fallen und sich lachend bzw. weinend den Rest antut.