Auf den ersten Blick ist Sebastian vor allem eines: der perfekte Butler. Von ausgeklügelten Menüs bis hin zur altenglischen Gartenkunst, nichts gibt es, das er nicht mit absoluter Perfektion bewerkstelligen könnte. Und es ist auch nicht wenig was Ciel, der letzte aus dem Haus der Phantomhives, vom ihm verlangt, verbindet die beiden doch ein dunkles Schicksal. Als engster Vertrauter und Beschützer seines jungen Meisters, liegt es an ihm, diesen vor den Gefahren, denen Ciel aufgrund seiner Verbindungen zur dunklen Seite der Gesellschaft ausgesetzt ist, zu bewahren.
Vielleicht der ungewöhnlichste Anime der Herbstsaison, der mit einer kruden Mischung aus Comedy, Mystery und Gewalt aufwarten kann und es einem auch irgendwie schwer macht ihn wirklich einzuschätzen. ... [ mehr lesen ]
Wenn Sebastian von sich selbst meint, er sei „one hell of a butler“ dann kann man dieses Wortspiel ruhig ernst nehmen, denn mit natürlichen Dingen haben seine Leistungen nichts mehr zu tun. Als persönlicher Butler von Ciel, dem letzen Verbliebenen aus der Linie der Phantomhives, ist es seine Aufgabe diesem stets zu Diensten zu sein, sei es als perfekter Diener oder als Bodyguard, wenn sich dieser mal wieder der dunklen Seite der Gesellschaft zuwendet.
Was jetzt die Besonderheit des Animes ausmacht, ist die geradezu schonungslose Mischung der Genres Slapstick-Comedy und Mystery-Horror. Was zunächst noch als Comedy Serie erscheint, zeigt schon in der ersten Episode, dass sich hinter Sebastian weit mehr verbirgt als es zunächst den Anschein hat und spätestens wenn in der zweiten Folge das Blut in Strömen fließt, weiß man, dass Kuroshitsuji wohl doch seine eigenen Wege geht. Das stellt schlussendlich auch einen Glücksfall dar, denn betrachtet man rein den Humor, muss man der Serie eher schlechte Noten geben. Mit Ausnahme der trockenen Sprüche von Sebastian übertreibt man hier und besonders die dafür abgestellten Nebencharaktere ,wie etwa die übrigen Bediensteten des Phantomhive Haushaltes, fallen einem mit ihrem übertrieben auf Comedy getrimmten Gehabe eher auf die Nerven, als dass sie einen unterhalten. So ist man erfreut wenn sich Sebastian und Ciel in dunklere Gefilde begeben, etwa um mysteriöse Fälle aufzuklären. Hier gibt man sich inszenierungstechnisch auch wenig zimperlich und so darf man auch schon mal einen verrückten Serienkiller dabei beobachten wie er sein panisches Opfer auf dessen Hinrichtung vorbereitet, alles untermalt von den Klängen deutscher Opernmusik. Doch selbst wenn die Handlung gerade in diese Richtung ausschlägt, so ist es hier Gang und Gäbe, dass die Personen plötzlich in typische Comedyverhaltensweisen verfallen, samt entsprechender animationstechnischer Überzeichnung. Doch wie schon erwähnt, scheint gerade das die Besonderheit der Serie zu sein und es gibt ihr einen eigenen Flair.
Fazit: Nicht uninteressant, aber zumindest derzeit auch noch nicht völlig überzeugend. Die außergewöhnliche Mischung der Genres stellt allerdings einen gewissen Reiz dar. Ansonsten kann man vor allem Sebastian positiv erwähnen, der, kurz gesagt, einfach Stil hat.
„Denn immerhin bin ich ein höllisch guter Butler.“... [ mehr lesen ] Nach einer etwas längeren Anime-Pause habe ich mich entschieden, einen etwas neueren Anime anzuschauen und bin dabei auf Kuroshitsuji gestoßen. Obwohl der Anime zwar keine große Berühmtheit ist, sollte man ihn dennoch eine Chance geben.
Nach dem Tod seiner Familie obliegt es nun Ciel Phantomhive als einziger Überlebender seiner Familie, die Süßigkeiten- und Spielzeugfirma, die seine Familie ins Leben gerufen haben, aufrecht zu erhalten. Obwohl er ohne Familie in einer sehr großen Villa lebt, fehlt es ihm nicht an Gesellschaft. Bei Seite stehen ihm eine Maid, die tollpatschiger nicht sein kann, ein Koch, der alles, was er kochen will, entweder explodiert oder völlig verkohlt, ein Gärtner, der zwar unglaubliche Körperkraft besitzt, obwohl er sehr schmächtig wirkt, aber es ihm am grünen Daumen fehlt und ein kleiner Butler, der immer Tee trinkt und vor sich hin „ho-ho-ho“t. Aber Ciel besitzt noch einen privaten Butler, ohne den das Haus bestimmt völlig verwahrlost wäre: Sebastian Michaelis. Dieser kann all das, wozu die anderen Angestellten nicht in der Lage sind: Er kann in Rekordzeit die komplette Villa sauber machen, pünktlich zu jeder Zeit das Essen servieren und in fast jeder Folge mit einer neuen Kuchensorte prahlen. Er selbst beantwortet meist die Fragen, wie er dass alles nur schaffen kann, mit zwei Antworten: „Denn nur ein Bediensteter der Phantomhive-Familie ist in der Lage, dies zu schaffen.“ oder „Ich bin immerhin ein höllisch guter Butler“. Letzteres sollte man dennoch ernst nehmen, denn Sebastian ist nicht das, was er vorgibt. Hinter seiner Fassade verbirgt sich ein Dämon, der mit Ciel einen Pakt eingegangen ist, um den Mördern seiner Familie den Gar aus zu machen...
Obwohl der Anime sich wohl (wahrscheinlich) im düsteren Bereich befinden will, wird dieser durch Comedy-Einlagen oder durch Kämpfe wieder hervorgehoben. Der Großteil der Slapstick-Einlagen kommt entweder von Seiten der Angestellten, Sebastians oder durch sehr seltsame Nebencharaktere wie ein männlicher Shinigami, der Sebastian gerne einen Kuss entlocken würde, oder durch andere Gehilfen, die Ciel in unterschiedlichen Situationen helfen wollen. Manchmal aber sind die Einlagen etwas unpassend und eine zuvor gehaltene Stimmung geht verloren.
Die Animationsqualität finde ich persönlich wirklich gut, denn auch während Kämpfen ist diese schön flüssig und das London im 19. Jahrhundert ist wirklich sehr schön dargestellt. Der Soundtrack der Serie gibt der Serie ein schönes Feeling und lässt manchen auch schön „mysteriöser“ darstellen (was ich aber wirklich toll finde, ist, dass einiger der Lieder des Soundtracks in Latein oder auf Deutsch gesungen werden).
Der Anime enthält so einiges an Genres, aber ein starker Fokus auf Mystery sticht doch heraus. Wer also etwas leicht mysteriöses mit einigen lustigen Szenen suchen will, kann sich diese Serie ruhig anschauen. Mir persönlich hat die Serie wirklich gefallen, aber durch einige Stellen wie z.B. der Weg zum Schluss hin ging meine Wertung ein bisschen nach unten. Aber ein positiver Aspekt für mich ist das Verhalten den Charaktere, denn noch skurrileres Verhalten habe ich bis jetzt bei keiner anderen Figur in einem Anime gesehen. Deshalb von mir eine 8.5, dessen Beitrag auch Sebastian dazu geleistet hat, denn wo findet man sonst einen so perfekten stilvollen und zugleich höllisch guten Butler?
Kuroshitsuji aka Black Butler ist ein spezieller Anime, in vielerei Hinsicht. Mit seiner einzigartigen Genrevielfalt, etwas "anderen" Charaktere und den Schauplatz London, hat die Serie einen Platz in der Top Ten der seltsamen Titel verdient. Nein, der Anime ist wahrlich kein Toptitel sondern leider nur ein durchschnittliches Werk mit einigen Schwächen.
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Kuroshitsuji fängt stark an. Das erste Drittel konnte mich durch die düstere Atmospähre, der blutigen Action und den amüsanten Charakteren toll unterhalten. Leider ist gerade einer der zwei Hauptcharakteren für mich einer der grössten Schwachpunkte der Serie, namentlich Ciel Phantomhive. Selten konnte ich, trotz der harten Schicksalsschlägen, mit ihm mitfiebern oder sympathisch finden. Das wäre zu verschmerzen gewesen, wenn nur die anderen zwei Drittel ebenso gut wären. Durch die Einführung von weiteren Storyarcs und Fillern ist kaum noch ein roter Faden zu sehen, denn der Anime entfernt sich immer weiter vom Manga bis er zum Schluss ein eigens, kreiertes Ende bekommt. Durch diese Abweichung wirken die Filler wie billig gemachte Bonusepisoden, denn inhaltlich wie auch äusserlich verkommt die Serie zur üblichen Animedurchschnittsware. Der Humor nutzt sich ab, die Charakteren wirken ein bisschen klischeehaft sowie die Atmosphäre und Spannung leiden durch den qualitätsmässigen Abbau.
Wie schon erwähnt, schwankt die Animationsqualität erheblich, wie zum Beispiel die Kämpfe am Anfang, die überdurchschnittlich animiert und mit ordentlicher Inzensierung glänzen und dann im Gegensatz die Fights im Mittelteil, die mit Standbildern "punkten" und einfach schlecht aussehen. Dafür sind immerhin das Chrakterdesign, die Zeichnungen und die Hintergründe sehr gelungen. Erwähnenswert wäre noch, dass das London des 19. Jahrhunderts sehr gut dargestellt wird und der Soundtrack die einzelnen Szenen passend untermalt. Ja, die Serie hat wirklich einige Schwächen aber dank des zweiten Hauptcharakter und des letzten Viertels kam ich überhaupt auf meine 60%. Sebastian, der dämonische Butler. Nur Dank ihm hat mir die Serie schlussendlich soviel Freude gemacht. Er hat nicht nur Stil, sondern ist dazu noch cool, besonnen und fast immer für die guten Dialogwitze zuständig; knapp gesagt, einer meiner Lieblingcharaktern. Die Episoden 18-23 kommen wieder an den Anfang heran und der Schluss... nach einem kleinen Rewatch gefiel mir das Ende umso mehr, weil es der einzige vernünftige Abschluss war und das Ganze sich abgeschlossen anfühlt.
Diese Serie ist nur für Leute, die auf düstere Fantasy mögen, auf schräge Chraktere (insbesondere Sebastian und Ciel) stehen und über grössere Schwächen hinwegsehen können.