Luke fon Fabre ist Sohn eines Adligen des Königreichs Kimlasca-Lavaldear. Seit er vor sieben Jahren von Agenten eines verfeindeten Reiches entführt wurde darf er das Anwesen des Vaters nicht mehr verlassen. Luke hat keine Erinnerung mehr an das Leben, das er davor geführt hat und seit einiger Zeit verfolgt ihn eine seltsame Stimme, die nur er hören kann.
Als er eines Tages mit seinem Mentor trainiert, dringt eine merkwürdige Frau namens Tear in das Anwesen ein mit der Absicht Van, den Lehrmeister von Luke, zu ermorden. Während der Auseinandersetzung wird Luke zusammen mit Tear an einen anderen Ort weitab seiner Heimat transportiert. Er hat zwar nun die Freiheit erlangt, die er sich gewünscht hat, aber was ihn in der Außenwelt erwartet, erschüttert die Grundfesten seines Selbstbildes...
Tales of the Abyss ist eine ziemlich direkte Übernahme des gleichnamigen PlayStation2 Spiels, welches allerdings nicht in Deutschland erschienen ist. Spielehersteller Namco schnappte sich Sunrise (Inu Yasha) und Bandai Visual (Ghost in the Shell), um einen eher durchschnittlichen Anime zu konzipieren der extrem Fantasylastig ist.
... [ mehr lesen ]
Das angenehmste an diesen Anime ist bis dato die tolle Darstellung mit flüssigen Animationen und kräftigen Farben. Die Kämpfe sind gut choreographiert und sorgen durch ihren rasanten Verlauf für Spannung und Action. Handeln tut der Anime von dem adligen Luke auf der Suche nach seiner Identität. Ihm zur Seite stehen ein paar extravagante Charaktere und andere Kuriositäten wie lebendige Plüschtiere, womit das Genre Fantasy bestmöglich ausgenutzt wurde. Seitens der Story (wer sich etwas anderes erwartet hat ist genauso bläuäugig wir unser rothaariger Adliger auf Abwegen) hält sich das Ganze natürlich bedeckt. Tales of the Abyss pocht auf Action und Abenteuer. Die Handlungsträger sind recht vielfältig, Luke wünsche ich im Verlauf der Geschichte ein wenig mehr Reife, dem Rest des Casts wurden allerdings einige interessante Macken angeheftet. So leidet Guy, der Bodyguard von Luke, unter einer ernst zu nehmenden Frauenphobie. Weitergehend sind die Charaktere interessant gemacht und auch Luke hat so seine Probleme. Unser nobler Held kann keine anderen Menschen töten. So wird auch gleich mit der moralischen Keule geschwungen, allerdings geht der Anime damit glücklicherweise nicht so weit, den Zuschauer zu langweilen.
Tales of the Abyss bringt zwar absolut keine Neuerungen sondern zeigt bekannte Fantasyelemente. Zu erwarten ist ein durchschnittlich bis gut gemachte Fantasy- und Adventure-Anime mit nettem Soundtrack und Animationen.
Am Anfang ist er noch ein solider Fantasy-Anime, aber leider baut Tales of the Abyss im Laufe der Zeit immer weiter ab. Eine überwiegend langweilige Spiel-Adaption, der man ihre Herkunft nur allzu deutlich anmerkt. ... [ mehr lesen ] Denn wie in einem Spiel reisen die Helden von einem exotischen Ort zum nächsten; mitunter hatte ich den Eindruck an einer Sightseeing-Tour teilzunehmen und so schön das Design der Orte auch sein mag; von einem Fantasy-Anime erwarte ich mehr. Natürlich war mir klar, dass die Handlung einfach gestrickt sein wird, denn meistens sind die Geschichten von Spielen eher bruchstückhaft, was ja auch nicht wirklich stört, da es zwischendurch Gameplay gibt und eben dieses Gameplay bietet normalerweise mehr als genug Material für packende Actionszenen. Doch die sind bei Tales of the Abyss leider Mangelware. Wenn sie mal kommen, kann man sich zumindest über die Animationen nicht beklagen, die über dem TV-Durchschnitt liegen. Die Inszenierung andererseits ist eher durchwachsen, die Kämpfe wirken oft so als wären sie direkt aus einem Spiel übernommen worden. Die Techniken werden schön in Reihenfolge eingesetzt, natürlich nicht ohne lauthals ihren Namen zu schreien, und die Dramaturgie beschränkt sich darauf, dass mal einer der Charaktere etwas ernster guckt. Mit anderen Worten erwartet den Zuschauer statt spektakulärer Action meistens nur gepflegte Langeweile. Das einigermaßen geglückte Finale und das gute Opening können leider auch nichts mehr retten, der Anime ist insgesamt gesehen unterdurchschnittlich.
Die Charaktere sind genauso wie die Handlung überwiegend blass, fallen aber auch nicht besonders negativ auf. Sie könnten wohl alle sympathisch und interessant sein, das Potenzial ist auf jeden Fall da, aber leider wird auf die einzelnen Figuren viel zu wenig eingegangen. Dabei wäre innerhalb der 26 Episoden mehr als genug Zeit gewesen und eigentlich hat ja auch jede Figur Hintergründe, die mit der Handlung verbunden sind, nur werden die bestenfalls angerissen. Am interessantesten ist eigentlich noch Luke, dessen gewollt unsympathischer Charakter eine nette Abwechslung gegenüber dem normalen Shounen-Helden darstellt.
Selbst wenn man noch nie etwas vom Spiel Tales of the Abyss gehört hat, wird man schnell erkennen, dass der Anime starke Parallelen mit diversen RPGs aufweist. Für Kenner des Spiels mag die Serie vielleicht einen besonderen Reiz haben, für mich ist es zumindest bisher nicht viel mehr als ein weitgehend durchschnittlicher Fantasy Anime mit schlechter Inszenierung.
... [ mehr lesen ]
Krieger, Magier, Schurke, Bogenschützin und weiterer Magier treffen sich und erleben auf ihren Streifzügen durch die Lande viele Abenteuer, an deren Ende die Bewahrung des Friedens in der Welt liegt. Klingt jetzt vielleicht ein bisschen gemein, aber recht viel mehr ist der Anime über weite Strecken nicht. Durchgehend bleibt er mit dem „Manko“ einer (japanischen) RPG-Adaption behaftet. was sich sowohl in den Figuren als auch in Teilen der Story bemerkbar macht. Nach einem nur bedingt interessanten Beginn gewinnt die Handlung nach ein paar Episoden allerdings etwas an Fahrt und verläuft nicht mehr ganz so berechenbar wie noch am Anfang. Die Welt in der das Ganze stattfindet ist eine Mischung aus mittelalterlicher Fantasy und einigen Sci-Fi Elementen und ohne jetzt aus Erfahrung sprechen zu können, würde ich annehmen, dass sie dem gängigen japanischen Modell entspricht. So paart sich europäische Architektur mit Bonbon-Stil für magische Gebäude und Gerätschaften und Charaktere wie kleine Mädchen die Bestien bzw. Monsterstofftiere befehligen tummeln sich auf den Schlachtfeldern.
Woran es bei Tales of the Abyss letztendlich vor allem krankt sind die uninteressanten Charaktere und die mangelhafte Inszenierung der Geschichte. Zwar hat jeder der Hauptgruppe eine entsprechend dramatische Hintergrundgeschichte, doch brechen sie nie aus den Archetypen aus, die sie darstellen und man folgt ihren Schicksalsschlägen ziemlich unbeteiligt. Wahrscheinlich schlimmer ist allerdings wie die Handlung des Spiels umgesetzt wurde. Man merkt wie sie heruntergespult wird, was sich durch schnellen, fliegenden Schauplatzwechsel, ein (zu) hohes Tempo in der Handlung und schwache, kurze Kampfszenen zeigt. Wie es scheint war die Geschichte zu umfangreich für diese Episodenanzahl und auch beim Aufbau sah man sich nicht wirklich genötigt, sie für das Medium Anime besser anzupassen.