Durch Medikamente und Hypnotisieren kann man in Menschen bestimmte Fähigkeiten wecken. Doch über seine Fähigkeit ist Kamijyou Touma nur mäßig begeistert. Klar, es ist die mächtigste Fähigkeit überhaupt, aber das bringt auch riesige Nachteile mit sich. Kurz gesagt: Er hat ständig Pech. Bei den Mädels unbeliebt, öfters von anderen gejagt, wird einem das Leben wirklich nie langweilig... Allerdings sollte sich Toumas Leben ziemlich verändern und das mit dem Eintreffen eines kleinen Mädchens. "Index" heißt die Kleine und sie ist eine Nonne der Kirche. Allerdings ist sie nicht irgendeine Nonne. Nein, Touma platzt ausgerechnet in die Nonne hinein, die das Wissen von über 103000 Büchern besitzt. Dass diese Bücher nicht ganz normale Bücher sind, dürfte ja schon mal klar sein... Dass Magie hier aber auch existiert, war ihm allerdings nicht so ganz klar. Und dass es bestimmte Organisationen gibt, die das Wissen von Index gerne hätten und nicht davor zurückschrecken würden, sie zu töten... Nun, sagen wir's mal so: Typisch das Pech von Touma Kamijyou.
Der will natürlich nicht, dass so ein kleines Mädchen sterben muss und ehe er sich's versieht ist er schon in einem Abenteuer drin, das er sich niemals vorgestellt hatte!
Von der Art und der Genremischung her wäre To Aru Majutsu no Index Popcornkino wie es schon fast klassischer nicht sein könnte, doch fehlt es dem Anime letztendlich an einem entscheidenden Element: einer echten Story.
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Eine Welt voller Menschen mit unterschiedlichsten Superkräften, ein Hauptpaar aus Durchschnittstyp und knuddeliger weiblichen Begleitung und eine Bedrohung für eben diese weibliche Hauptperson bzw. für die ganze Erde. Alle Zutaten für Popcornkino werden einem in den ersten Episoden präsentiert und sprechen auch demgemäß an. Die Hauptpersonen sind sympathisch, es gibt ein wenig nette Action samt dazu passendem Gewaltanteil und die Story scheint sich auch weiterzuentwickeln. Dann jedoch beginnt sich der Aufbau des Anime zu ändern, wenn man das auch im ersten Moment noch gar nicht so wahrnimmt. Statt die Geschichte rund um Index und Touma konsequent weiterzuerzählen verläuft sich der Anime bald in Einzelarcs ohne größeren Zusammenhang, die man in den meisten Fällen mit „Touma rettet Mädchen mit unterschiedlichem Moe-Faktor aus misslicher Lage“ beschreiben könnte. Das alles könnte man ja noch verzeihen, wenn diese Ereignisse wenigstens wirkliche Auswirkungen auf die Gesamtgeschichte (soweit vorhanden) haben würden, jedoch verpuffen sie mehr oder weniger konsequenzlos und die diversen weiblichen Anhängsel wandern auf die lange Bank. Was diesen misslungenen Aufbau rettet ist der Umstand, dass die Personen zum überwiegenden Teil sympathisch sind – Moe-Faktoren existieren schließlich nicht grundlos - und der Anime sich auch immer ein gewisses Tempo behält. Positiv wirkt sich auch der Humor aus, der die ansprechend-schrägen Charakterzüge der Hauptpersonen auszunutzen weiß und damit insgesamt mehr überzeugt als die Action. An dieser fällt anfangs besonders der Umstand auf, dass Touma nur eine passive Fähigkeit zum Aufheben anderer Fähigkeiten besitzt, was ein entsprechend anderes Kampfverhalten erfordert. Mit der Zeit muss man allerdings auch die Schwachstelle dieses Settings bemerken, nämlich dass die Kämpfe immer so ausgerichtet sein müssen, dass Touma damit gewinnen kann, was mitunter die Widersacher dazu nötigt sich unplausibel zu verhalten und nicht den einfachsten und effektivsten Weg zu wählen um ihn niederzustrecken.
Hinsichtlich Charaktere fällt es schon schwer abgesehen von Touma überhaupt große Worte zu verlieren. Durch den Arcaufbau bleibt er eigentlich die einzige echte Hauptperson, selbst Index tritt phasenweise völlig in den Hintergrund. Bei Touma hat man es grundsätzlich mit dem Modell Durchschnittstyp mit Beschützerinstinkt zu tun. Ist seine Hilfsbereitschaft und sein Gerechtigkeitssinn auch genretypisch stark ausgeprägt, vermeidet man es aber immerhin sie allzu penetrant zur Schau zu stellen und er gibt insgesamt einen ganz ansprechenden Shounen-Helden ab. Index wiederum ist aufgeweckt, niedlich,… aufgeweckt, niedlich… ja, eigentlich wars das schon. Man schließt sie schnell ins Herz, aber damit hat sich’s schon, denn die derartige Überzeichnung in den zwei genannten Punkten verhindert gleichzeitig auch, dass man sie wirklich ernst nehmen kann, weshalb sie vor allem in Comedydingen ihre Stärken zeigt. Der Cast abseits von den beiden beschränkt sich im Wesentlichen auf diverse Mädchen, die dank der Charakterarchetypen die unterschiedlichsten Geschmäcker ansprechen sollen, weshalb ich mich jetzt auf Mikoto beschränke, die man noch als Hauptfigur bezeichnen kann. Charakterlich aufbrausend und mit der passenden Fähigkeit des Blitzeschleuderns ausgestattet, spricht sie trotz quasi nicht vorhandener Innovationsfaktoren hinsichtlich Persönlichkeit noch am meisten an, zumindest wenn es um die eigentlich passendste weibliche Hauptfigur geht. Dass das keine Einzelmeinung ist, kann man schon allein daran sehen, dass ihr auch ein Spin-off Manga inklusive Anime gewidmet wurde.
Fazit: Die ersten Episoden, von denen ich noch positiv überrascht war, ließen meine Erwartungen steigen, die letztendlich aber enttäuscht wurden. Statt die Geschichte konsequent weiterzuerzählen, verläuft sich der Anime in Nebenarcs, die ohne größere Auswirkungen bleiben. Was anfangs trotzdem noch gut unterhält, beginnt mit der Dauer unangenehm aufzufallen und spätestens wenn nach 24 Episoden Schluss ist, ohne dass sich nach dem ersten Arc noch groß etwas weiterentwickelt hätte, bleibt man entsprechend enttäuscht zurück. Alles in allem retten den Anime aber seine Figuren samt ihrer unterschiedlichen Marotten, wenn diese Charakterpolitik auch ein zweischneidiges Schwert ist, da die Glaubwürdigkeit und Charaktertiefe darunter leidet.
Bei TAMnI handelt es sich um einen insgesamt soliden Anime der Marke Popcornkino. Hinter diesem vagen Begriff versteckt sich meistens eine Art Eintopf aus vielen Zutaten und das ist auch diesmal der Fall; die Serie bietet eine Mischung aus Action (in einer gegenwärtigen Welt mit etwas Sci-Fi und Fantasy), Elementen des Haremgenres und Slice of Life. ... [ mehr lesen ] Da eine Light Novel bekanntlich so gut wie nur aus reinem Text besteht, hat ein Studio relativ viele Freiheiten bei der Adaption und kann sich die Schwerpunkte selber aussuchen. So könnte die Action im Vordergrund stehen oder die zwischenmenschlichen Konflikte oder aber auch seichter Humor und Fanservice. Wie schon bei Shakugan no Shana hat sich J.C.Staff für eine Mischung aus allem entschieden und während diese bei Shana gelungen ist, kann man das von TAMnI leider nicht behaupten. Die wohl größte Schwäche der Serie ist der fehlende rote Faden. Es gibt keine zusammenhängende Geschichte, sondern relativ unabhängige Arcs, in denen der Held Touma auf unterschiedliche Mädchen trifft und ihnen bei ihren Problemen hilft. Das ist dann auch die Parallele zum Harem-Genre, denn die Mädchen sind dem Helden natürlich alle (mal mehr, mal weniger offensichtlich) zugeneigt.
Am besten gefallen hat mir eigentlich noch der Humor des Animes, vor allem die putzigen Beißattacken von Index, obwohl man, um den Humor etwas abgewinnen zu können, in der Lage sein muss über die extreme Niedlichkeit der Mädchen hinwegzusehen. Schwächer als der Humor sind auf jeden Fall die Actionszenen, die zwar mit spektakulären Effekten protzen, aber nur wenig von einem richtigen Zweikampf an sich haben (außer in einem bestimmten Arc). Es ist zwar interessant, dass Touma seine Gegner mit dem Verstand schlagen muss, aber trotzdem haben mir die "richtigen" Kämpfe gefehlt. Ab Episode 15 fangen die Arcs dann leider auch noch an immer schwächer zu werden, vor allem der "Angel's Fall"-Arc war, so lustig ich ihn am Anfang auch fand, einfach nur langweilig.
Wie eben schon angesprochen haben die weiblichen Charaktere alle eine Extraportion Niedlichkeit abbekommen und was das bedeutet kennt man ja schon aus vielen anderen Anime - mehr als Niedlichkeit gibt es da meistens nicht. Das gilt besonders für die Titelfigur Index, die ich zwar wirklich irgendwie noch niedlich finde, aber es mir vermutlich gerade deswegen sehr schwer macht sie überhaupt ernst zu nehmen. Richtig grotesk wird es bei Toumas Lehrerin. Sie wird wohl in den Zwanzigern sein, auch in Japan wird man sicherlich das Lehramt studieren müssen, nur wer nun eine erwachsene Frau erwartet hat sich geirrt. Sie ist nicht nur so klein wie ein Kind, sondern sieht auch wie eines aus (obendrein schläft sie in einem Tierkostüm). Glücklicherweise gibt es noch Figuren wie Mikoto, die zwar auch etwas vertikal herausgefordert ist, aber durch ihren tomboyshen Charakter zumindest auf der Sympathieebene überzeugen kann und eigentlich auch eine viel bessere Protagonistin als Index gewesen wäre. Die einzige große Ausnahme stellt die herbe Schwertkämpferin Kaori dar. Nur ist sie tragischerweise auch gerade der Charakter, der am wenigsten in der Serie auftaucht. Ironischerweise gefällt mir dafür die männliche Hauptfigur, denn Touma ist weder so ein Schwächling wie Yuji (Shakugan no Shana) noch ein "Hero of Justice" wie Shiro (Fate), sondern ein (fast) ganz normaler Mensch, der zufälligerweise (naja bei seinem Pech ist es nicht ganz so zufällig) in alles reingezogen wird. Im Prinzip entspricht er dem Typus "ausgeglichener und erträglicher Shounen-Held".
Rein Subjektiv, also vom Bauchgefühl her, würde ich "To Aru majutsu no Index" gerne noch etwas höher bewerten, aber dafür weist es zu viele Schwächen auf, was meine Bewertung stark nach unten drückt. "To aru majutsu no Index" ist eine Serie, die nach der Kurzbeschreibung zunächst sehr "Interessant" klingen, (Magie vs. Wissenschaft) jedoch relativ unbefriedigend das eigentlich interessante Szenario auszureizt...
... [ mehr lesen ] Nun, wenn man schon einen "Popcornkino" sehen will, dann erwartet man zumindest einige Grundzutaten wie Charaktere, die man sympathisch findet oder abwechslungsreiche Actionszenen. Was das Erstere betrifft, ist zwar recht gelungen, aber die Actionszenen... sind ein rechter Reinfall. Jedesmal wenn man einen spannenden kampf erwartet bzw wenn sich ein Kampf anbahnt, dann zücken die Protagonisten ihre waffen und.... reden und reden und reden ohne Ende. Die Dialoge bestehen meistens aus Hintergrundinformationen, die jedoch nicht wirklich relevant sind (auch zu sehr in die länge gezogen), was einen mit der Zeit wirklich frustrieren kann. Und auch sonst sind einige Dialoge viel zu übertrieben lang ausgekommen. Einer der größten Schwächen wäre das Fehlen von einem roten Faden. Es scheint, als hätten die Regisseure einfach wahllos von der light novel Vorlage irgendwelche Arcs ausgegriffen und sie animiert, ohne sie irgendwie miteinander zu verknüpfen. Einige Arcs sind auch viel zu kurz ausgefallen (es gibt sogar einen 1-episode Arc !!) und haben dementsprechend auch inhaltliche Lücken. Daraus resultiert dann wiederum ein Charakterüberbevölkerung (mittlerweile sind es über 24 Charaktere - in einer 24 - Episoden Anime!!) und es fehlt deshalb auch an Charaktertiefe. Der Cast an sich ist jedoch gelungen. Die Hauptprotagonisten sind durchaus sympathisch (der heimliche Held(in) in dieser serie hier ist IMHO Misaka ^^) und die Nebencharaktere sind durchaus passabel. Immerhin sind die meisten Arcs interessant aufgebaut und sorgen häufiger für Kurzweil - wenn auch einige ziemlich banal aufgelöst wurden. Und hin und wieder gibt es einige wirklich lustige Momente und ein Hauch von Fanservice - aber leckerer ;) Gekrönt wird das noch von einer genialen Opening. Tja, und hier muss ich wieder seufzen: Wäre "To aru Majutsu no Index" nur so düster gehalten wie das erste opening, wäre es garantiert spannender und qualitativer gewesen.
(vorläufiges) Fazit: Ein klarer Fall von verschwendetem Potenzial. Wäre die Atmosphäre stimmiger und die Balance zwischen Action und Drama ausgeglichener, wäre es mit Sicherheit ein mehrbesserer Anime geworden. (Schade auch um die zwei grandiosen Endings) Anschauen lohnt sich zähneknirschend noch - einfach Anspruch ein bisschen runterschrauben =) Tipp: Wenn ihr mehr von Misaka wollt dann lest den Manga To Aru Kagaku no Choudenjibou (A Certain Scientific Rail Gun). Ist meiner Meinung nach deutlich besser gelungen als der Anime und die Charaktere kommen auch sympathischer rüber. FUCK YEAH ES WIRD ANIMIERT WOOT ^^