Frisch an der High School, wird Miyanagi Saki von ihrem Kindheitsfreund Kyoutarou in den Mahjong-Club geschleppt, um dort eine Partie mitzuspielen. Nur widerwillig lässt sie sich dazu überreden, beschränken sich ihre Mahjong-Erfahrungen doch auf Spiele innerhalb der Familie, die alles andere als lustig waren. Doch schon nach ein paar Runden stellt sich heraus, dass Saki bei diesen Spielen mit der Familie gelernt hat, immer einen ausgeglichenen Punktestand von 0 zu erreichen, da sie nur so Streitereien entgehen konnte. Mit den außergewöhnlichen Fähigkeiten, die für eine solche Leistung notwendig sind, kann sie es auch mit dem Star des Clubs, der ehemaligen Mittelschulmeisterin Haramura Nodaka aufnehmen und das Spiel kontrollieren. Doch all ihre Begabung ändert nichts daran, dass Mahjong Saki keinen Spaß macht, was die restlichen Mitglieder des Clubs jedoch schleunigst ändern wollen.
Und wenn man gar nichts über Mahjong weiß…. dann wird man nach Saki auch nicht mehr darüber wissen. Nur Leute, die von dem Spiel wirklich eine Ahnung haben, werden den diversen Spielzügen folgen können. Saki ist ein typischer Sportanime, wo sich die Protagonistin dank besonderer Fähigkeit nach oben kämpft und obwohl ich eine lange Liste über die Defizite dieser Serie erstellen könnte, so kann ich gleichzeitig auch nicht abstreiten, dass ich den Anime zumindest über weite Strecken ganz gerne geschaut habe.
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Man braucht erst gar nicht versuchen während der gezeigten Spiele mitzubekommen, was jetzt genau passiert. Selbst mit zusätzlichen Erläuterungen steigt man als Mahjong-Unkundiger schnell aus, wenn einem die unzähligen Fachbegriffe der diversen Spielzüge und Punkteberechnungen um die Ohren fliegen. Bei Shion no Ou hat man noch gesehen, dass das nicht unbedingt gravierend ist, allerdings gab es dort neben den Spielen noch eine spannende Handlung. Wenn man hingegen Saki betrachtet, dann besteht der Rest aus den gleichen Elementen wie jeder 0815 Sportanime, mit dem kleinen Unterschied vielleicht, dass das Romantikelement höchstens als Yuri Subtext vorkommt. Saki kommt widerwillig in den Club, findet dort neue Freunde und gemeinsam geht es nun darum die nationalen Meisterschaften zu erreichen. Ebenfalls ohne Besonderheiten sind die Charaktere, wie Saki als schüchternes Mädchen mit ungeahntem Potential, Nodoka als die zurückhaltende, aber ehrgeizige Mittelschulmeisterin oder Yuki als kleingewachsenes, verfressenes Energiebündel. Einzig, dass er trotzdem weitgehend sympathisch ist, kann man dem Cast nicht absprechen, was wahrscheinlich der Grund ist, warum die Comedy trotz nicht vorhandener neuer Ansätze dennoch unterhält.
Nach all den Kritikpunkten stellt sich jetzt natürlich die Frage, was denn nun das Positive an Saki ist und warum der Anime trotzdem ganz gut gefällt. Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Auch wenn mir eigentlich immer nur negative Dinge dazu einfallen, macht es zumindest lange trotzdem Spaß dem vorhersehbaren Werdegang der Gruppe zu folgen. Als ganz witzige Besonderheit kann man vielleicht noch die ungemein überinszenierten Spielszenen nennen, deren Präsentation sie in einer schon fast parodistischen Art unglaublich dramatisch erscheinen lässt, was mich irgendwie etwas an Yu-Gi-Oh! erinnert. Im Laufe der Zeit merkt man dann allerdings, dass sich das Konzept doch abnützt bzw. der Anime letztendlich doch zu flach ist um dauerhaft zu unterhalten, was vielleicht auch am etwas eingeschränkten Handlungsspielraum der späteren Turnierepisoden liegt.
Im Animationsstudio… Boss: „Also, der Anime muss in drei Wochen laufen, klar? Hast du die Charaktere animiert, die ultra-moe sind?“ Zeichner: „Check!“ „Hast du die Charaktere, die nie aufgeben?“ „Check!“ „Hast du die fiesen Charaktere, ….die dann doch noch lieb werden?!“ „Nee, noch nicht…“ „Dann halt‘ dich mal ran. Du weißt doch, der Anime darf keinen Spaß machen!“ So könnte die Unterhaltung bei GONZO gelaufen sein, obwohl mir Saki trotz allem sehr viel Spaß bereitet hat. Mahjong…äh Mahjongg oder war’s doch Mah-Jongg… na ja, wer weiß es, ist ja auch egal, Mahjong ist, obwohl aus China stammend, in Japan besonders beliebt. Deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis sich ein findiges Animationsstudio an diese Thematik wagen würde, das sich gedacht hat: „Was Yu-Gi-Oh! mit Karten kann, können wir auch mit Ziegeln!“ Ich stelle nun eine gewagte These in den Raum und werde diese am Ende des Kommentars überprüfen: „Saki“ … ist... besser … als… ... [ mehr lesen ]„Yu-Gi-Oh!“ !
Die Handlung von Saki kann man in einen Satz packen, aber wen wundert das, schließlich braucht ein Anime der Rubrik Ganbatte nur eins – und das ist ein klares Ziel! In diesem Fall lautet das Ziel: „Nationals“, also die nationale Meisterschaft auf Highschool-Ebene und das in Sachen Mahjong. Die alles entscheidende Frage ist nun: „Was hab‘ ich davon, einen Anime zu schauen, in dem 50% der Dialoge ausschließlich aus Mahjong-Fachgesimpel besteht?“ Das hingegen lässt sich nicht in einem Satz beantworten, sondern hat tatsächlich mehrere Gründe. Einer der wichtigsten Stützpfeiler Sakis ist sein Cast und damit mein‘ ich nicht nur die Hauptprotagonisten. So gut wie alle Nebencharaktere fallen überraschend durch ihre Sympathie auf – Ausnahmen gibt es immer, logisch. Natürlich spielt hier auch das Charakterdesign eine wichtige Rolle, die Extraportion Moe miteingeschlossen. Fanservice gibt’s auch, aber wer die „zensierte“ TV-Version schaut, bleibt davon größtenteils verschont. Dabei spielt vor allem Nodoka mit ihrer für eine 15-Jährige astronomischen Oberweite wohl die größte Rolle. Einige Stereotypen sind wieder vertreten, nichts was man nicht schon gesehen hätte, mit geringen „Abweichungen“. Leider hat mir hier ein wenig das Besondere gefehlt, denn das stille Talent, Saki, das quasi von Platz 0 auf 1 schießt, hat man schon zu genüge gesehen. Eine „verrückte“ Charaktereigenschaft hätte womöglich etwas frischen Wind gebracht. Davon abgesehen kann ich in Punkto „Charaktere“ nichts mehr kritisieren.
Nun zum vielleicht wichtigsten Punkt, dem „Gameplay.“ Nachdem ich jetzt alle Folgen von Saki gesehen habe, kann ich mit Fug und Recht behaupten: „Ja, ich weiß jetzt, dass Mahjong sauschwer ist.“ Aber man lernt auch… man lernt z.B., dass Mahjong sehr, sehr viel mit Glück zu tun hat. Dem gegenüber steht Saki und eine Gruppe weiterer Exoten, welche diese Tatsache anscheinend nicht im Geringsten beeinflusst. Es gibt Leute, die können den sogenannten „Flow“ spüren und es gibt Leute, die können sich „unsichtbar machen“ und auf diese Weise tricksen. Und es gibt Saki, die es mit einem Punktrückstand von mehr als 60.000 Punkten schafft, in der letzten Hand, in der letzten Runde einen Sieg zu erringen. Und selbst ich, der fast keine Ahnung hat, wie Mahjong gespielt wird, weiß, dass 60.000 Punkte viel, viel Holz ist und dass man wohl eine gottgleiche Hand bräuchte, um dieses Defizit wieder auszugleichen. Unglaublich? Dann schaut mal „Yu-Gi-Oh!“, denn Saki kommt einem schon fast wie eine Hommage an dieses Werk vor, besonders wenn man sich die Animationen während den Spielen ansieht.
Diese sind so übertrieben actionlastig dargestellt, dass man gar nicht anders kann, als zu glauben, dass Mahjong ein geiles Spiel ist und hier Action an der Tagesordnung steht. Aber wie das so ist, die Realität sieht meistens anders aus. Auch nicht den Realitätsgehalt fördernd, sind die kleineren „Kampfsequenzen“, die hin und wieder während einer Runde eingeblendet werden. Das ganze muss man sich wie eine Actionszene in einem Fantasy-Anime vorstellen, die sich in der Phantasie der Protagonisten abspielt. Absurd, aber immerhin eine nette Abwechslung.
Obwohl der Anime fast durchgehend Unterhaltung bietet, gibt es doch einen größeren Wermutstropfen. Um nämlich an den Nationalmeisterschaften teilnehmen zu können, muss unser Team von der Newcomer-Schule zunächst die in der Präfektur abgehaltene Qualifikationsphase überstehen, in der nur ein Team gewinnen kann. Und hier liegt das Problem. Diese Phase dauert lange, lange, verdammt lange, mit anderen Worten die Hälfte der Serie. Das bedeutet: Lange Runden, viel Mahjong, noch mehr Fachchinesisch. Trotzdem baut der Anime in dieser Phase ordentlich Spannung auf, so dass man kaum aufhören kann, gebannt auf den Bildschirm zu schauen. Diese Phase wird etwas durch Reminiszenzen der Protagonisten getrübt, die mehr oder weniger von moralischer Natur sind, aber die Spannung extrem reduzieren. Weniger wäre hier mal mehr gewesen.
Saki ist und bleibt ein kleines Mysterium. Auf seine Weise überzeugt der Anime, auch wenn dabei Realismus in das Fremdwörterbuch verbannt wird. Dafür kann Saki mit ansprechenden Charakteren glänzen, die nicht alle vom Fließband stammen. Verschiedene Komponenten machen Saki für mich sympathisch, die für Unterhaltung sorgen und das ist die Hauptsache. Die Tatsache, dass Mahjong im Mittelpunkt des Anime steht schmälert dieses Urteil nicht. Allerdings ist Saki von vorne bis hinten eine Ode an Mahjong, die in einem auf jeden Fall für kurze Zeit das Interesse an diesem Nationalsport weckt. Abschließend bleibt zu sagen: Saki… ist… besser… als… Yu-Gi-Oh! ... nur… etwas… mehr… Moe.
... [ mehr lesen ] 咲-Saki- erzählt eigentlich die Geschichte von einem Mädchen gleichen Namens, dass ihre Liebe zu Mah-Jongg wiederfindet und mit neugewonnenen Freunden, die die selbe Schule wie sie besuchen, an Turnieren teilnimmt. Den Irrtum, dass es im Anime um Mah-Jongg ginge, bemerkt man spätestens zeitgleich mit der Feststellung, dass keiner der weiblichen Charaktere Pantsu trägt. Leichte Schlussfolgerung, denn vorher bekommt man es zwar mit allen Elementen eines Fighting Shounen zu tun, nur liegt der Fokus dabei auf den Mädchen, nicht auf dem was diese machen und die paar Männer die den Blick auf sie versperren könnten, kann man an einer Hand abzählen. Dass sich Saki als eine Art Parodie auf Fighting Shounen versteht sorgt aber leider nicht lange genug für Unterhaltung um die 25 Episoden zu füllen und die langsame Bestätigung des Fakts, dass nicht nur alle Charaktere moe, sondern auch lesbisch zu sein scheinen hat zumindest bei mir auch nicht soviel daran geändert.
Unterm Strich ein Anime der viel moe bietet und mit seinen Charakteren steht und fällt.___