Die Geschichte in "Kannagi" dreht sich um unseren jungen, vom Pech verfolgten Protagonisten Jin, der eines Tages den Stamm eines heiligen Baumes aus einem Schrein nimmt, um eine Statue für sein Schulprojekt zu schnitzen. Zu seiner Überraschung verwandelt sich das Stück Holz in ein Mädchen und es stellt sich heraus, dass sie die Göttin des Baumes in diesem Schrein ist. Sie ist nicht gerade begeistert, dass ihr Baum abgeholzt wurde und lebt von diesem Tag an bei Jin. Dort lässt sie ihre Wut aus, indem sie Insekten zerquetscht...
Manche Comedyserien überzeugen durch ihr abgedrehtes Setting, andere durch ihren besonderen Humor. Bei Kannagi lässt sich hier die Qualität im Besonderen auf eine Person zurückführen: Nagi, durch die der Gedanke an Götter zu glauben gleich wieder etwas an Reiz gewinnt.
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Wer beim Stichwort Götter an majestätisch erhabene Gestalten denkt, die besonnen die Geschicke der Welt lenken, der kann sich von diesem Gedanken schnell verabschieden. Eher das antike griechische Göttermodell kann hier angewendet werden, wo sie sich sehr menschlich geben und mit vielen Marotten aufwarten können. Hätte sich seine Holzstatue nicht vor seinen Augen in Nagi verwandelt, wäre es Jin wohl schwer gefallen sie für ein göttliches Wesen zu halten. Launisch, faul und viele Ansprüche, das sind Nagis auffälligste Charaktereigenschaften. Für Jin ist ihr Auftauchen wenig überraschend mit einer Vielzahl von Veränderungen in seinem Leben verbunden. Nicht nur hat er jetzt eine neue Mitbewohnerin mit vielen Marotten, die er erst einmal seiner Kindheitsfreundin erklären muss, zusätzlich muss er Nagi in ihrem Kampf gegen spirituelle Unreinheiten in ihrem Gebiet unterstützen.
Wo man zunächst eine durchschnittliche Romantic-Comedy vermuten würde, bietet sich einem schnell ein vor allem comedylastiger Anime, der durch Nagi seinen besonderen Charme erhält. Für eine Romantic-Comedy ist der Romantikanteil schon fast zu gering und das Wenige beschränkt sich vor allem auf die letzte Episode, wird dort allerdings wie auch der Dramapart sehr gelungen umgesetzt.
Prunkstück der Serie ist eindeutig ihre Hauptperson Nagi. Sie ist launisch ohne zickig zu sein, stellenweise weltfremd ohne naiv zu wirken und lässt auch mal ihre sensiblere Seite durchblitzen, ohne dass an ihrem Image als tonangebender Charakter gekratzt wird. Ob sie in Begeisterung für Magical-Girl Animes einen entsprechenden Zauberstab als ihr Utensil zur spirituellen Reinigung auserkürt oder Jins Umgebung dank ihrer schauspielerischen Fähigkeiten ein völlig konträres Bild von sich selbst gibt, Nagi mag man einfach und auch der Seiyuu muss man hier für ihre gelungene Arbeit Anerkennung zollen. Betrachtet man hingegen den Cast abseits der Hauptfigur, ergibt sich schon ein eher ernüchterndes Bild. Jin als Durchschnittstyp mit leicht perversen Ansätzen, seine Kindheitsfreundin Tsugumi, die um Konkurrenz in Liebesdingen besorgt ist oder Zange-chan als manipulierende Rivalin von Nagi; alles Charaktere, die man in der Form schon mal wo gesehen hat und die dementsprechend weitegehend spurlos an einem vorübergehen. Auch die anderen eher skurrileren Nebencharaktere bleiben alles in allem eher unspektakulär, stellen aber eine gute Ergänzung dar.
Fazit: Auch wenn der Anime in meinen Augen eine One-Woman-Show ist, unterhält er in konstant hoher Qualität. Nagi bringt man schnell viel Sympathie entgegen, der restliche Cast erfüllt seine Rolle und die Handlung bietet genug Abwechslung und besticht auch durch gelungene Interaktion zwischen den Charakteren. Ein durch und durch gelungener Comedy-Anime, der geradezu nach einer Fortsetzung schreit.
Eine vergnügliche Komödie, die vor allem von der unkonventionellen Göttin Nagi lebt und trotz einiger übernatürlicher Elemente relativ bodenständig bleibt. ... [ mehr lesen ] Dem Anime fällt es etwas schwer sich zu entscheiden, ob er Slice of Life Comedy oder Romantic Comedy sein möchte. Für das Eine ist er nicht episodisch genug und für das Andere spielt die Romantik eine zu untergeordnete Rolle. Kannagi sitzt also ein wenig zwischen den Stühlen, was aber zum Glück dessen Unterhaltungswert kaum schmälert. Die Pointen sitzen fast immer, die Situationskomik überwiegt gegenüber dem Slapstick und die Qualität der Episoden schwankt kaum. Etwas befremdlich ist nur der Fanservice, der im Original so nicht vorkommt und demnach völlig ohne Grund eingebaut wurde. Er ist dann aber andererseits noch niveauvoll genug, um nicht sonderlich zu stören. Obwohl es im Anime wie gesagt einige übernatürliche Elemente gibt, z.B. hat Nagi als Göttin die Aufgabe sich um die kleinen, schwarzen Unreinheiten zu kümmern, handeln die Episoden trotzdem überwiegend vom Schulalltagsleben und dem Chaos, das durch Nagi und die anderen Charaktere hervorgerufen wird. Eben ganz im Stil einer Slice-of-Life-Komödie. Besonders gut sind die letzten drei Episoden, die zeigen, dass Kannagi nicht nur als Komödie überzeugen kann, sondern auch als Drama.
Nagi ist sicherlich die auffälligste Figur des Animes, nicht zuletzt weil sie sich für eine Göttin reichlich ungewöhnlich verhält. Anstatt verantwortungsbewusst, hilfsbereit und gütig zu sein, wie man es normalerweise erwarten würde, ist sie eigentlich das genaue Gegenteil davon, nämlich faul, eigensinnig und frech. Das macht sie unweigerlich zur Sympathieträgerin der ganzen Serie und wie es meistens bei solchen dominanten Hauptcharakteren ist, können die anderen Figuren ihr in keinster Weise das Wasser reichen. Mal abgesehen vom Otaku aus dem Kunstclub, der einen aussichtslosen Kampf gegen die Vorurteile gegenüber Seinesgleichen führt, ist mir keine Figur besonders aufgefallen und ich bezweifle, dass mir irgendjemand von ihnen länger im Gedächtnis bleiben wird. Trotzdem sind die anderen Charaktere neben Nagi nicht unsympathisch und es gibt zum Glück auch keine Figur, die einen auf die Nerven geht.
Ah! Pretty shinnig Love! Yay! Unbelievable!... [ mehr lesen ]
Kannagi ist wahrhaftig ein Juwel unter den Comedyanimes diesen Winters und schafft es wirklich in fast allen Punkten wie ein Edelstein zu glänzen und uns Zuschauer zu unterhalten. Auch wenn Comedy hier wohl das Hauptaugenmerk ist, versprüht der Anime auch einen leichten romantischen Flair und fährt am Ende sogar auf die Dramenschiene, ergo es durchläuft den Zuschauer wiedermal ein Wechselbad der Gefühle und so kann man sich vor lauter lachen kaum noch die Tränen aus dem Gesicht wischen oder einfach mal mit den Charakteren mitweinen. Man munkelt hier von einem ernsthaften Konkurrent, der sogar Haruhi Suzumiya in den Schatten stellen könnte. Verblüffender Weise weißt sogar Kannagi einige Ähnlichkeiten mit Haruhi auf, wie die äußert flüssigen Animationen oder dem so starken weiblichen Charakter. Nagi heißt die gute Dame um die es hier hauptsächlich geht und diese starke Persönlichkeit schafft es über den Gesamten Spielraum ihrer Sendezeit ein mehr als nur positives Ergebnis zu hinterlassen. Viel mehr sogar, ihr gelingt es sogar den kompletten Bann auf sich zu ziehen und dass kann eigentlich nur eine Göttin. Kannagi ist wahrhaftig ein Musst-See und sollte daher von jedem Fan von Comedy natürlich sofort auf die Reservierliste notiert werden.
Story: 26/30
Kannagi weiß selbst nicht, welchen Storyfaden es folgen soll, denn Möglichkeiten gibt es unzählige. Ob Magic oder eher Slice of Life beides wäre perfekt. So entschieden sich die Macher beide Genres miteinander zu vermischen wobei doch eher der Slice of Life Part mehr Priorität bekommen hat. Nagi, die sich für eine Göttin hält, sich aber für einen Gott dennoch sehr bodenständig benehmt teilt ihr Alltagsleben mit dem Zuschauer. Ihre Aufgabe ist es eigentlich spirituelles Ungeziefer zu beseitigen. Dies verliert aber an Bedeutung, da Nagi als Göttin noch ziemlich unerfahren in der Welt der Menschen ist und so viel lieber die Welt um sich erkunden will anstatt ihrer Aufgabe nach zu gehen. Nichts desto trotz schafft es die Story über die Gesamte Länge ein überdurchschnittliches Ergebnis zu liefern und es macht einfach ungemein Spaß unserer Nagi und ihren Freunden zuzuschauen, wie sie ihren Alltag bzw. die Altagsprobleme bewältigen.
Animation: 20/20
Vom Animationstechnischen gesehen ist Kannagi ein wahrhaftiges Meisterwerk. Die Bewegungen der Charaktere sind sehr flüssig und realitätsnah. Des Weiteren sind die Charaktere alle bildhübsch und sehr detailgenau. Besonders die Augen von Nagi sind ein totaler Hingucker. Auch der Hintergrund wurde mit sehr viel Detail geschmückt und was bei mir immer sehr hoch angerechnet wird, sind die Bewegungen im Hintergrund, was Standbilder komplett vermeidet. Volle Punktzahl von mir im Bereich Animation und schon allein deswegen ein Must-See.
Sound: 18/20
Der OST ist, wie man es so schön nennt „Affengeil“. Das OP ist ein schönes flippiges Lied, was noch zusätzlich von einer schönen flüssigen Tanzeinlage unserer Nagi geschmückt wird und den Zuschauer fesselt. Das ED ist dann etwas ruhiger und klingt jede Folge mit den passenden Tönen aus. Die BGM ist mir leider nicht mehr so im Gedächtnis geblieben. Es liegt aber bestimmt nur daran, dass ich mich die ganze Zeit über Nagi kaputtgelacht habe und somit auf BGM nicht geachtet habe. Im Ganzen aber hat sich Kannagi auch in der Kategorie Sound gut geschlagen und wenn das OP ein Ohrwurm ist, reicht es schon.
Charaktere: 30/30
Genau wie Haruhi eine entsprechende Dominanz ihrer Persönlichkeit ist, ist auch Nagi ein mächtiges Wesen, was eine starke Persönlichkeit besitzt. Ihre Selbstüberzeugung und Eigensinnigkeit begleiten sie durch den Tag und sollte es der faulen Dame mal nicht passen, wie es gerade läuft, dann wird sie auch noch frech und übermutig. Wer aber Angst hat, dass solch eine dominante Person wahrscheinlich auf die Nerven gehen kann, den kann ich wieder beruhigen, denn diese Person kann man gar nicht hassen, soviel Sympathie wie sie ausstrahlt. Die anderen Charaktere spielen zwar eine etwas untergeordnete Rolle, tragen aber dennoch eine gute Portion zur Unterhaltung bei. Auf nervige Charaktere stößt man zu keiner Zeit, was natürlich den Unterhaltungswert zu keiner Zeit beeinträchtigt.
Fazit:
Kannagi ist ein Anime der unbedingt gesehen werden sollte. Die Comedy trifft hier genau ins Schwarze und unterhält bombastisch JEDEN Zuschauer. Wer also Haruhi gesehen hat, der MUSS Kannagi anschauen, aber auch jeder andere, der gerne was zu lachen hat ist hier willkommen. Ich hoffe, dass es wirklich bald MEHR von Kannagi gibt, da 13 Episoden für meinen Geschmack einfach viel zu wenig waren und das Ende ja doch noch Platz für MEHR gelassen hat. *freu*