Arjuna ist ein junges Mädchen, das nach einem Motoradunfall eigentlich tot sein sollte. Da sie aber eine Außerwählte ist, wird sie von einer Organisation kurzerhand wieder zum Leben erweckt und mit sonderbaren Kräften ausgestattet.
Damit beginnt für Arjuna ein Kampf mit sich selbst und der Welt. Sie kann nun "Fühlen" wie es Mutter Natur geht. Sie lernt, wie das Ökosystem der Erde funktioniert, dass alles ein Teil eines riesigen Systems ist und der Mensch in der Lage ist, diese Welt zu zerstören.
Es wird eindringlich gezeigt, dass wir oft gegen das Wohl von Mutter Erde handeln und einfachste Lösungsansätze von der Gesellschaft ignoriert werden und jeder Mensch nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist.
Mein 800. Anime und leider mal wieder eine Mogelpackung.
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Earth Girl Arjuna ist eine Serie für Hardcore-Ökos, Veganer, Straight-Edger und solche die es werden wollen. Nobler Grundgedanke, doch so plakativ wie sie daher kommt, kann und will ich mit der Geschichte eines Mädchens, welches ein zweites Leben geschenkt bekommt und dafür die Retterin der verkommenen Welt spielen muss, nicht sympathisieren. Vor allem anfangs ist dieses Grundkonzept zwar noch sehr packend und lässt auf tiefgreifende Botschaften hoffen, doch je weiter die Serie voran schreitet, um so mehr verrennt man sich im bloßen Anprangern von ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Missständen, entfernt sich immer weiter von der eigentlich interessanten Thematik und zieht das ganze mehr oder minder ins Lächerliche. Lösungsansätze für die angesprochenen Probleme werden zwar gelegentlich sogar offeriert, allerdings bringen diese nur so viel durchdachte Informationen mit wie eine Schlagzeile in der BILD. Phrasengedresche par excellence also und ganz ehrlich wird man mit der Zeit auch zusehens tauber diesbezüglich, da die kontinuierlichen Schläge mit dem Sozialkritikdampfhammer auf Dauer das Interesse schlichtweg abtöten.
Kommen wir am besten mal weg vom mageren Inhalt und widmen uns den wirklich sehenswerten Dingen in Arjuna: Optik und Sound. Erstere muss man wohl neidlos als über die Maßen gelungen einstufen, denn vor allem beim Thema Hintergründe/Peripherie und Animation machen diesem Anime nicht viele etwas vor. Erstklassige Farbgebung, sehr sauber und stets flüssig. Auch das Charakterdesign ist sehr hübsch anzuschauen und der Detailgrat macht ebenfalls was her. Leider aber gibt es mal wieder Unmengen an schlechten CG, die nur in wenigen Fällen wirklich gut ins Bild passen und mir so doch etwas den Spaß an der Visualisierung genommen haben.
Größter Pluspunkt der Serie dürfte wohl der omnipräsente Soundtrack sein, der einen oft trotz der kitschigen Weltverbessererhandlung mitten ins Geschehen reißt. Es gibt einen haufen hervorragender Stücke aus verschiedensten Genres, die SFX sind sehr gut gewählt und untergebracht und auch die Leistung der Seiyuus sollte hier lobend erwähnt werden. Ein Opening gibt es meistens nicht, dafür aber sind alle Ending-Songs große Klasse und passen zur Serie wie die Faust aufs Auge. Die englische Synchro erachte ich persönlich als eher mittelmäßig und daher rate ich zum japanischen Original.
In Kurzform: Man kann mit Arjuna sicher einige Stunden gute Unterhaltung haben und die erste Hälfte ist auch ziemlich spannend. Fakt ist aber, dass dieser Anime über die Zeit stark abbaut und man eine hohe Toleranzschwelle für erzwungenes Umweltgeschwafel mitbringen sollte. Ich kaufe keine Eier aus Käfighaltung, verbrauche so wenig Wasser wie 'möglich', schaue kein Privatfernsehen und muss mir daher nicht von einer TV-Serie weiß machen lassen, dass jedwede Form von Annehmlichkeiten (zu denen wohl auch das vom Produktionsstudio gewählte Medium gehört) schlecht und verabscheuungswürdig ist. Das Ende von Arjuna ist übrigens auch eine ziemlich überhastete Frechheit. So, das wars...
Juna Ariyoshi ist ein ganz normales Großstadtmädchen, das in den Tag hineinlebt und sich nicht groß Gedanken um die Welt um sie herum macht. Doch plötzlich erhält sie die Fähigkeit zu sehen und zu fühlen welchen Preis die Natur zahlen muß, um den Zustand den wir Zivilisation nennen zu erhalten...
... [ mehr lesen ] Inhalt: "In dem Fluß der unendlichen Zeit entspricht die Geschichte des Menschen kaum mehr als einem Wimpernschlag." Wow. Im Prolog zur ersten Episode wird gleich mal klargemacht wo es langgeht. Hier wird die ganz große Moralkeule ausgepackt. Die Serie transportiert einige unbequeme Wahrheiten und stellt diese bewußt sehr plakativ dar. Die Grundlage der hier vorgebrachten Zivilisationskritik stellt die Aussage dar, daß sich der Mensch auf Umweltveränderungen nicht mehr durch Evolution adaptiert sondern durch technische Innovation gezielt und schnell reagiert. Er ist damit nicht mehr "in tune" mit seiner Umwelt. Als Großstadtkind, dazu noch ziellos und ein bißchen trantütig, hat Juna von alledem keine Ahnung. Das ändert sich nach einem Verkehrsunfall schlagartig. Obwohl eigentlich schon tot, bekommt sie vom mysteriösen Chris eine zweite Chance, da sie die Inkarnation der Zeit und damit als Einzige in der Lage sei, diesen Planeten zu retten. Aus Juna wird Arjuna, die fortan in der Lage ist, alles aus dem Blickwinkel der Natur wahrzunehmen. Kaum verwunderlich, daß sie das immer wieder in tiefe Sinnkrisen stürzt, als ihr bewußt wird wie rücksichtlos der Mensch die Bequemlichkeit der modernen technisierten Gesellschaft durchsetzt. Im Laufe der 13 Folgen wird sie mit immer neuen Aspekten der gestörten Mensch-Natur-Beziehung konfrontiert - es ist ein großes Puzzle, daß sich langsam entwickelt und erst ganz zum Schluß gelingt es Juna die Teile zusammenzusetzen und endlich zu verstehen, was sie zu tun hat um ihre Aufgabe und ihr Schicksal zu erfüllen... Kurze Randbemerkung: ich halte die FSK 16 Bewertung aufgrund der behandelten Thematik für angebracht. Wenn man bedenkt, daß die Folge "Vor der Geburt", die u.a. das heiße Eisen Abtreibung anpackt, in Japan zunächst nicht ausgestrahlt wurde, wird die Einstufung umso nachvollziehbarer. Technik: Der Zeichenstil variiert sehr stark. Exzellente CGI-gestützte Sequenzen wie Tokio's Motorradfahrten, daneben extrem detailarme und schlecht animierte Sequenzen, die aber dankenswerterweise eher kurz bleiben (manchmal sieht Juna's Gesicht völlig anders gezeichnet aus - da wäre mehr Sorgfalt angebracht gewesen). Wenn dann zunächst in den Endings und später auch innerhalb der Serie (Appare Genki-Werbespots) Realfilmsequenzen auftauchen und einige der Epiloge in Wasserfarben gemalt sind, wird vollends mit alten Sehgewohnheiten gebrochen. Experimentell und interessant? Vielleicht, aber auf jeden Fall Geschmackssache. Ich will hier nicht verschweigen, daß Bilder auch öfter mal wiederverwendet werden - bei zwei, drei Sequenzen ist mir das wirklich sauer aufgestossen (die kurze Sequenz mit dem aus der Puppe schlüpfenden Insekt sieht man z.B. glaub ich drei- oder viermal). Im Schnitt würde ich die Animationsqualität noch als gut bezeichnen, mit Ausreißern nach oben und unten. Die Szenen, in denen Arjuna sich mit der Erde synchronisiert sind echtes Eye Candy und überdies sehr fantasievoll gestaltet. Der Soundtrack ist herausragend, man hört vom ersten Ton an, daß hier Yoko Kanno wieder gezaubert hat. Ein musikalisches Opening gibt es nicht, dafür gleich mehrere verschiedene Endings. Besonders hervorheben möchte ich das der ersten und der letzten Folge, Mameshiba und Saigo no Mameshiba, schwungvoller JPop, der sich in den Gehörgängen festbeißt. Ansonsten ist der Soundtrack mit viel Pianoeinsatz eher ruhig gehalten und wird atmospärisch ansprechend eingesetzt. Er verleiht einigen Szenen erst die rechte Würze. Exemplarisch seien hier Didn't it Rain in der Szene im Tempel (Folge: "Die unsichtbaren Worte") und One (Folge 13, vor der Schlußsequenz) genannt. Zu den deutschen Synchronstimmen: Juna, Chris und Tokio sind gut besetzt, Cindys penetrant quäkige Kleinkinderstimme hat mir dagegen überhaupt nicht gefallen. Die Übersetzung ist größtenteils sauber gelungen. Charaktere: Juna kann nerven. Man kann das gar nicht oft genug wiederholen. Die Hauptprotagonistin stellt sich manchmal himmelschreiend dumm an und trifft viele falsche Entscheidungen. Dann kommt sie wieder wie eine Öko-Fanatikerin daher (z.B. wenn sie mal wieder versucht, Tokio zu "bekehren"). Gerade das macht aber den Reiz der Figur aus, macht sie menschlich nachvollziehbar. Die ungewollte Gabe zu "sehen" hat ein Chaos aus Gefühlen und Gedanken in ihr hervorgerufen, das sich in ihren unentschlossenen Handlungen manifestiert und es ihr oft sogar unmöglich macht, ihren normalen Alltag mit Schule und Freunden zu meistern. Um das Richtige zu tun braucht sie immer wieder mal einen Schubs von außen. Ihr Counterpart Tokio bleibt in der Charakterentwicklung lange Zeit sehr statisch, er ist aber enorm wichtig, weil er Juna immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt wenn diese sich wieder mal in die Vorstellung versteigt es wäre doch so einfach die Welt zu ändern wenn alle nur an einem Strang ziehen würde. (Tokio: "Wenn alle so denken würden wie du würde bald niemand mehr leben!"). Cindy ist wiederum zwar ein interessanter Charakter, entwickelt sich aber gar nicht, genausowenig wie Chris. Teresa kommt leider zu selten vor und wird nur in einer Folge intensiver behandelt. Für mich neben Juna die reizvollste Figur. Schade daß man ihr keinen größeren Part zugeteilt hat. So bleibt der wesentliche Entwicklungsprozeß Juna überlassen, der dafür aber umso vielseitiger und eindringlicher dargestellt wird, der restliche Cast repräsentiert dabei quasi Facetten aus Junas Gedanken- und Entscheidungswelt dar zwischen denen sie hin- und hergerissen ist. Gesamteindruck: Der am häufigsten vorgebrachte Kritikpunkt an dieser Serie ist, daß sie ihre Öko-Botschaft dem Zuschauer zu aufdringlich unter die Nase reibt. Man kann es aber auch so sehen: Selbst eine Person wie Juna, die plötzlich mit der Gabe ausgestattet ist, all dies zu sehen, ist zunächst nicht in der Lage etwas zu tun oder auch nur zu verstehen was da um sie herum tatsächlich vorgeht. Die Serie erhebt meiner Meinung nach gar nicht den Anspruch den Zuschauer bzw. dessen Denkmuster grundlegend verändern zu wollen. Der Appell der von ihr ausgeht ist vielleicht ein bißchen bewußter durchs Leben zu gehen oder "Im Hier und Jetzt zu leben" wie es Juna sagen würde. Wer auf der Suche nach einem Anime ist, der sich durchaus ernsthaft mit schwierigen Themen auseinandersetzt und dabei atmosphärisch zu überzeugen weiß, sollte zu Chikyuu Shoujo Arjuna greifen.
Ich habe diesen Kommentar noch einmal komplett überarbeiten, da er offenbar zu wenig aussagekräftig war.
Bei einem Motorradunfall mit ihrem Freund Tokio stirbt Arjuna und wird als Auserwählte zum Schutz des Planeten Erde und dessen Ökosystem wiedererweckt und zurückgesandt. Fortan kann sie fühlen, wenn es um Mutter Natur schlecht bestellt ist. Im Dienste der Erdsicherheits- und Schutzorganisation S.E.E.D. kämpft sie mit Hilfe des geheimnisvollen Chris, mit dem eine geistige Verbindung besteht, gegen die Zerstörung unseres Ökosystems.
... [ mehr lesen ] Technisch bietet die Serie nichts aufregendes, aber die Animationen möchte ich doch als guten Durchschnitt bezeichnen, ebenso wie die Hintergründe. Vor allem die deutsche Synchro möchte ich speziell loben. Die Sprecher sind allesamt sehr passend gewählt und machen ihre Sache wirklich großartig. Sogar Cindy‘s gewöhnungsbedürftige Stimme passt prima zu ihrem nervigen Charakter.
Richtige Sympathieträger sind außer Arjuna selbst (mit Abstrichen) allerdings kaum auszumachen, dafür ist die Serie einfach zu ernst und keiner der übrigen schafft es wirklich einem ans Herz zu wachsen. Was wahrscheinlich auch nicht beabsichtigt ist.
Wenn man sich auf die Serie etwas einlässt ist sie sogar ein wenig spannend und man will einfach wissen, wie es mit Arjuna weitergeht. Das Umwelt-Thema selbst wird schon sehr eindringlich dargestellt und wird mit Fortdauer der Serie vielleicht etwas anstrengend. Vor allem die tiefgründigen Gespräche über die weltweite Umweltverschmutzung oder den Sinn des Lebens zwischen den handelnden Protagonisten führen doch zeitweilig dazu, dass man sich selbst als richtig oberflächlich und blind für die Zerstörung unserer Umwelt fühlt. Manche wird dabei vielleicht auch ein wenig Langeweile befallen, da es mit diesen ernsten Debatten zuweilen gar etwas übertrieben wird.
Worauf ich hier noch speziell eingehen möchte ist der wirklich exzellente Soundtrack der Serie. Alleine für die unglaubliche Musikuntermalung müsste ich hier weit über 90% vergeben. Hier ist wirklich alles vertreten, Rockige Songs, sanfte Balladen, irische Klänge und noch viel mehr. Eine derartig hochkarätige Vielfalt ist mir so noch nicht untergekommen. Dabei haben die Songs eine durchgehend hohe Ohrwurmqualität. Die beiden OST-Alben, die ich mir sofort besorgen musste, gehören eindeutig zu den am häufigsten abgespielten Scheiben in meinem Player. Alleine die Musik lohnt daher schon das Ansehen der Serie. Hier wurde eindeutig alles richtig gemacht.
Fazit: Insgesamt bietet diese Serie ordentliche Unterhaltung mit ein wenig Anspruch. Animation, deutsche Synchro und vor allem die geniale Musik der Serie entschädigen für allzu langes philosophieren über den schlechten Zustand unseres Planeten und ähnliche tiefschürfende Themen. Für ein erneutes Ansehen braucht es aber wohl einen etwas größeren zeitlichen Abstand.