In ferner Zukunft leben die Menschen seit mehreren hundert Jahren mit der ständigen Angst vor Erdbeben und Einstürzen in riesigen Höhlen unter der Erde. Bei Arbeiten zur Vergrößerung der Höhle stößt ein Waisenjunge namens Simon auf einen kleinen, leuchtenden Bohrkopf. Kamina, ein Kumpel von Simon, glaubte schon immer fest daran, dass es oberhalb der Höhlen noch eine andere Welt gibt. So versucht er, mit der von ihm gegründeten "Gurren Brigade" zusammen mit Simon, durch die Decke zu brechen. Jedoch werden sie dabei erwischt und Kamina kommt daraufhin ins Gefängnis.
Simon, der mit Leib und Seele als Bergarbeiter arbeitet, bohrt sich unterdessen weiter durch die Höhle und stößt dabei auf ein Gesicht, welches genauso leuchtet wie der Bohrkopf, den er zuvor fand. Das will er nun unbedingt Kamina zeigen und gräbt sich in dessen Zelle, um ihn zu befreien. Auf dem Weg zu dem Gesicht werden sie erneut vom Dorfvorsteher aufgehalten. Als dieser gerade dabei ist, beide zur Rechenschaft zu ziehen, kommt es zu einem Erdbeben und die Höhlendecke stürzt, gefolgt von einem riesigen Roboter, ein. Während Kamina den Eindringling waghalsig zum Kampf herausfordert, taucht ein schwer bewaffnetes Mädchen mit dem Namen Yoko auf und beginnt auf den Roboter zu schießen...
Eigentlich ist das Super-Robot-Genre, wenn man sich in den letzten Jahren bis heute ein wenig umguckt, ein langsam aber sicher sterbendes Genre, das im Laufe der Zeit immer mehr von den „NGE-geprägten“ Mecha-Animes verdrängt wurde. Mit Serien wie „Gravion“ oder „Godannar“ hat man hier und da noch zaghafte Versuche gestartet für ein Revival zu sorgen, aber dann kam so gut wie nichts ... [ mehr lesen ]nennenswertes mehr aus der Richtung. Ironischer weise ist es nun ausgerechnet GAINAX, das Studio das mit NGE den Abgesang der Super-Robots einläutete, welches mit „Tengen Toppa Gurren Lagann“ dem Komapatienten wieder auf die Beine hilft…UND WIE!!!! Zwar sind die Grundkonzepte dieselben, die Story genau so geradeaus und auch die Figuren mit den typischen Charakteristiken ausgestattet die man in Animes des Genres immer wieder findet, aber dennoch ist „Tengen Toppa Gurren Lagann“ in seiner Gesamtheit nicht mehr und nicht weniger als eine Revolution. Wie man aus diesem Genre, bei dem vor allem alte Hasen längst wissen wie selbiger läuft, noch so dermaßen viel herausholen kann und dieses dann auch noch mit derartig hohem und konstanten Tempo auf ein solch gewaltiges, verblüffendes Level hebt, welches keine Grenzen zu kennen scheint und sich selbst immer wieder übertrifft, ist schier… MEISTERLICH! Man hat sich bei dieser Serie nicht damit zufrieden gegeben ein gewisses Unterhaltungsniveau zu erreichen und dieses dann so gut es geht bis zum Schluss zu halten, sondern den Grundatz „Schneller, Höher, Weiter“ ergriffen und regelrecht zelebriert! Ich kann mich an keinen anderen Anime erinnern bei dem ich stetig das Gefühl hatte das die gerade beendete Episode stets besser war als die letzte. Mit im Akkord abgefeierten Action-Szenen, die in ihrer Rasanz und Inszenierung sogar GENREWEIT Ihresgleichen suchen und für die selbst die Bezeichnung „Feuerwerk“ nichts weiter wäre als eine der lächerlichsten Untertreibungen überhaupt, einer Story die in Sachen „Mensch, was ihn antreibt, bewegt, an seine Grenzen treibt und ALLES überwinden lässt“ absolut unvergleichlichen, symbolischen Charakter hat und einem Cast der so voller (positiver) Energie ist das man sich so mitgerissen fühlen wird wie selten zuvor, wird „Tengen Toppa Gurren Lagann“ zu einer vor Adrenalin strotzender Achterbahnfahrt bei der einem bei dem Versuch das was gerade auf dem Bildschirm abgeht in Worte zu fassen irgendwann sämtliche Superlative ausgehen! Soviel sei auf jeden Fall gesagt: Die Serie startet mit einem Knall und endet mit einem Atombombeneinschlag, der einen epischen Krater hinterlässt der mindestens genauso lange zurückbleibt wie das Loch das Simon & Co am Ende mit ihrem Bohrer im Herzen des verblüfften Zuschauers zurücklassen! Fazit: Man kann GAINAX für das was sie mit „Tengen Toppa Gurren Lagann“ geschaffen haben nur gratulieren. Nach NGE hat dieses Studio es ein weiteres Mal geschafft einen Mecha-Anime zu kreieren der ohne jeglichen Zweifel den Anbruch einer neuen Ära für das Super-Robot-Genre einläutet und an dem sich alle zukünftigen Animes diese Genres messen lassen müssen. Ja richtig, wir haben es hier mit einem Meilenstein zu tun, der Maßstäbe setzt und dem ganzen Rest das „SO wird’s gemacht-Schild!“ vors Gesicht hält!
Animation
GAINAX ist hinreichend dafür bekannt dazu in der Lage zu sein Top-Animationsqualität zu liefern und spätestens seit FLCL dürfte jeder wissen, wie experimentierfreudig dieses Studio ist und sich nicht scheut zu versuchen animationstechnisch etwas zu schaffen das Einzigartig ist. Bei „Tengen Toppa Gurren Lagann“ hat es GAINAX mal wieder geschafft. Die Animationen glänzen mit Kreativität, Stilbrüchen in besonders ausdrucksstarken Szenen und mit einer unvergleichlichen Rasanz und Flüssigkeit, die jede einzelne Mecha-Schlacht zu einem bombastischen Unikat machen. Anzeichen von Einsparung geben sich zu keiner Zeit zu erkennen und falls es mal zu Standbildern und/oder Szenen mit Speedlines kommt, dann nur um die jeweilige Szene, sei sie jetzt Bedeutungsschwanger oder einfach nur extrem stylisch, einen atmosphärisch, einschlagenden Anstrich zu verpassen. Und wie es die Natur der Serie ist so werden auch die Animationen der Action-Szenen immer bombastischer und es kommt sogar vor das der Bildschirm so voller Bewegung ist das man kaum weiß wo man hingucken soll, egal ob es sich da jetzt um unzählige Explosionen handelt oder um einen ganzen Schwarm von Mechas die sich in Formation auf den Feind stürzen. Unbedingt extra erwähnen muss man den Mecha-Fight in Episode 27, der ohne Zweifel in seiner Inszenierung und Präsentation das Bandmaß so heftig sprengt das man einfach nur noch vom absoluten Clash der Titanen sprechen kann! Was man da zu sehen kriegt wird einen umhauen, OH JA!!! In Sachen Mecha-Design toppt man sich in dieser Kategorie auch in einer Tour. Alles fängt hier mit einem fast niedlich anmutenden Mini-Mecha mit kurzen Ärmchen und Beinchen an und am Ende hat man dann den ultimativen, einfach nur geil aussehenden Über-Mecha-Gott vor Augen, dem vorher noch etliche andere Gattais voraus gehen die nach ihrer Vollendung nicht minder gut aussehen. Das Design der Ganmen wirkt anfänglich vielleicht ein wenig skurril aber auch sie tragen ihren Teil zum individuellen Gesamtbild bei, das der Anime abgibt (Kittans Ganmen schlägt ALLES!!!). Das Charakterdesign hat mir persönlich auch sehr gefallen. Es geht deutlich in Richtung anime-typisch ohne seriös sein zu wollen und passt damit einfach perfekt zum comichaften Feeling, dass die Serie mit ihrer Over the Top-Ausstrahlung vermittelt. Für das Design von Yoko gehört dem Verantwortlichen übrigens ein Ord… ääääh GANZ doll dafür auf die Finger gehauen, dass er eine weibliche Figur so unverschämt sexy gemacht und für eine regelrechte Überflutung an H-Doujinshis gesorgt hat! Tssssss….. (*räusper* hat jemand noch ein paar Quellen? Will meine Sammlung erweitern….*HUST*)
Sound
ROW ROW FIGHT THE POWAH! ROW ROW FIGHT THE POWAH! Yessssssss, was ist epischer als ein ehrfurchterbietender Chor der von Orchestermusik begleitet eine epische Mecha-Schlacht unterstreicht? Ein ehrfurchterbietender Chor der von Orchestermusik und RAP begleitet wird!!! Auch hier zeigt sich die Serie durch und durch oberstylisch und überschreitet vermeintliche musikalische Genregrenzen. Gänsehaut pur über mehrere Minuten ist hier absolut keine Seltenheit! Ansonsten trumpft die BGM noch mit einer gelungenen Mischung aus Pop und Rock auf und dem ein oder anderen tollen Insertsong der die (Aufbruch)Stimmung in manchen Szenen so genial einfängt das man die Fingernägel in die Couchlehne bohrt! Überhaupt passt die musikalische Untermalung einfach super zum Thema der Serie. Energiegeladen und heroisch bis zum Kollaps! Die Seiyuus sind ebenfalls einsame Spitze und vor allem die Sprecher von Kamina, Kittan und Simon stechen hervor. Die Energie und der Kampfgeist die in diesen Figuren stecken kommen zur absolut vollsten Geltung und verleitetn zum energischen Mitbrüllen wenn Spiral Power gesammelt und der Feind mit lautem Kampfschrei Head on attackiert wird! Da sprüht das Adrenalin förmlich aus sämtlichen Poren des Körpers, WOW!!!
Story
Die Story präsentiert sich genau so wie man es von einem typischen Super-Robot-Anime erwartet. Alles fängt mit einem Mecha an in den ein kleiner Junge hineinsteigt und dann auch prompt gegen einen Feind nach dem anderen antreten muss. Auch der Verlauf der Handlung ist somit ziemlich klar: In jeder Episode gilt es eine Schlacht zu schlagen und damit dem Ziel den großen Oberfiesling zu vernichten Schritt für Schritt näher zu kommen. Das klingt zwar nicht spannend und das ist es auch wahrhaftig nicht, aber dennoch kann von Langeweile nie die Rede sein. Es dauert nicht lange und man wird einfach mitgerissen und will nichts anderes sehen als das unsere Helden den Sieg davon tragen. Und diese Momente gibt es reichlich, da die Story vom Tempo her von Anfang bis Ende höchst rasant voranschreitet und kaum Momente hat in denen mal Zeit zum Luftholen ist. Was nun bemerkenswert ist, ist die Tatsache das es trotz der Abstinenz von Spannungsbögen die die Stimmung bis zum Showdown normalerweise treppchenweise nach oben treiben, nie der Eindruck entsteht das der Story irgendetwas essentielles fehlt was nötig ist um den Zuschauer zu fesseln. Man starrt einfach nur gebannt auf den Bildschirm in der Erwartung des nächsten Kanonenschlags und will einfach immer mehr davon. Das heißt allerdings nicht dass man hier gänzlich ohne Twists auskommen muss, nein im Gegenteil. In den ersten 15 Episoden hält sich die Story damit noch vornehm zurück, versäumt es aber trotzdem nicht einen heftigen Schocktwist einzubauen der einen um Fassung ringen lässt, aber mit dem Start der 2. Hälfte der Serie geht sie richtig in die Vollen und schmeißt Wendungen in den Heizkessel die das sowieso schon lange heiß lodernde Feuer noch weiter anheizen. Auf einmal fallen Mosaiksteinchen vom Himmel denen man zum Zeitpunkt ihres ersten Vorkommens kaum große Beachtung geschenkt hat und fügen sich so präzise in die Story ein dass diese zu guter Letzt ein verblüffend episches Gesamtbild abgibt. Plötzlich hat man eine eigene Interpretation der menschlichen Evolutionsgeschichte vor sich und das auf Crack im Gurren-Lagann-Style, der das Ganze absolut unvergleichlich und einzigartig macht! Mehr KANN man aus dem längst altbackenen Super-Robot-Konzept definitiv nicht heraus holen! Punkt, Aus, Ende!!!
Charaktere
Der Cast von „Tengen Toppa Gurren Lagann“ ist einfach großartig! Nicht weil die einzelnen Figuren in irgendeiner Weise unheimlich komplex wären oder besonders originelle Persönlichkeiten inne hätten, sondern einzig und allein aus dem simplen Grund das sie den Zuschauer nach kürzester Zeit einfach so heftig mitreißen das man sie bei jeder Schlacht frenetisch anfeuert, sie förmlich zum Erfolg schreien will und mit Gänsehaut übersät den glorreichen Moment des Sieges mit ihnen genießen möchte. Es ist einfach ihr eiserner, unbeugsamer Wille der sie dazu befähigt alles zu schaffen, egal wie schlecht die Chancen auch stehen mögen, der sie so unheimlich sympathisch macht. Irgendwann fängt man an fest an sie zu glauben und lässt keinen Zweifel mehr aufkommen das sie alle Ketten sprengen und den Himmel und sogar die Galaxie durchstoßen werden! Sie verkörpern einfach die positiven menschlichen Tugenden die in Momenten der Unterdrückung oder absoluter Verzweiflung dafür sorgen dass der Mensch weiter nach vorne schreitet, ohne Selbstzweifel und Angst vor dem Versagen. Eben genau das was uns Menschen dazu befähigt Großes zu leisten und über uns hinaus zu wachsen! Meine Meinung zum „Mensch“ allgemein ist eher zwiegespalten aber während „Tengen Toppa Gurren Lagann“ dachte ich mir irgendwann nur noch „Menschen sind das GEILSTE was es gibt!!!“. Dieses Gefühl hatte ich schon einmal und zwar kurz nach dem ich zum ersten Mal „Independence Day“ im Kino gesehen hatte. Auch dort kam die scheinbar übermächtige, außerirdische Bedrohung und die Menschen hatten keine Chance. Doch die gesamte Welt hielt zusammen, zog an einem Strang und rang den Feind gemeinsam nieder! Ich war eine kurze Zeit lang stolz darauf Mensch zu sein und genau so ging es mir auch nach „Tengen Toppa Gurren Lagann“, was einzig und allein diesem tollen Cast zu verdanken ist!
Wert
„Tengen Toppa Gurren Lagann“ ist der ultimative Super-Robot-Anime für die nächste Generation. Dieser Anime revolutioniert ein Genre, setzt Maßstäbe und ist somit ein Instant-Klassiker an dem sich alles andere was aus der gleichen Richtung kommt von nun an messen lassen muss. Diese Serie ist so dermaßen Over the Top und energiegeladen das sie locker dazu im Stande ist auch Leute zu begeistern die mit Mechas bzw. Super-Robots nichts am Hut haben. Es gibt fast nichts Vergleichbares. Der einzige Anime den ich in einem Atemzug mit „Tengen Toppa Gurren Lagann“ nennen würde ist „Yuusha Oh GaoGaiGar-FINAL (TTGL-Fans empfehle ich dringend ein Auge auf diese OVA zu werfen!!!) Ich persönlich werde mir diesen Anime mit 100%iger Sicherheit noch unzählige Male anschauen und der DVD-Kauf ist hier sowieso eiserne Pflicht! Klassiker gehören nun mal in meine Sammlung!
Tengen Toppa Gurren Lagann zeigt beeindruckende Mecha-Action in einem post-apokalyptischen Setting und entwickelt sich im Laufe der Zeit zu dem wohl epischten Shounen-Anime aller Zeiten. Dem Anime gelingt es mühelos actiontechnisch alles in den Schatten zu stellen was ich kenne. Nur eines als kleine Warnung: Man sollte den Anime immer mit einem gewissen Augenzwinkern sehen, denn er ist schon nahe an einer Parodie des Genres. ... [ mehr lesen ] Gainax hat mit Tengen Toppa einen Anime geschaffen, der wie die Verkörperung aller Shounen-Klischees wirkt, diese aber so extrem überzeichnet dargestellt, dass das Zusehen einfach nur Spass macht. Die Handlung ist eigentlich sehr simpel. Die Helden treffen auf immer stärker werdende Gegner und schaffen es im letzten Moment sie zu überwinden. Trotzdem schafft es der Anime die ganze Zeit über spannend zu bleiben, weil die hervorragende Inszenierung und die bombastischen Actionszenen so mitreissen, dass man über die immer wiederkehrenden Strickmuster locker hinwegsehen kann. Gerade weil der Anime sich selber nicht ganz ernst nimmt, was man an den absurden Sprüchen der Helden und der immer größenwahnsinniger werdenden Action bemerkt. Spätestens wenn mit Galaxien aufeinander geworfen wird, sollte jedem klar sein, dass der Anime nicht glaubwürdig sein will und dass hier die Macher von FLCL am Werk waren. Passend zur abgedrehten Inszenierung gibt es im Anime eine Menge Comedy, zumindest bis zum Zeitsprung, danach ist die Geschichte relativ ernst (für ihre Verhältnisse). Tengen Toppa schafft es wie kaum ein anderer Anime von der ersten Minute bis zur letzten zu unterhalten. Es gibt keine Längen (wenn man mal von der Recap-Episode absieht).
Genauso wie die Handlung entsprechen auch die Charaktere den Figuren, die man in einem Shounen-Anime erwartet. Besonders Simon, der Hauptdarsteller, ist der Shounen-Held schlechthin, der sich von einem unselbstbewußten, ängstlichen Jungen zum übercoolen Kämpfer entwickelt. Trotz aller Klischees - oder gerade wegen ihnen - sind die Figuren allesamt sehr sympathisch. Neben Simon besonders noch der hitzköpfige, immer optimistische Kamina und die nicht nur für den Fanservice zuständige Powerfrau Yoko. Aber auch Figuren, die am Anfang unscheinbar wirken, wie z.B. Viral, wachsen einem im Laufe der Geschichte ans Herz. Nicht vergessen darf ich natürlich Attenborough, einen der Nebendarsteller, der so dermaßen bescheuert ist, dass ich immer wieder lachen muss wenn ich an seine Auftritte denke.
Für eine TV-Produktion bietet der Anime hervorragende, stilistisch oft ungewöhnliche Animationen und die Actionszenen können kaum spektakulärer sein. Gekrönt wird die Action-Atmosphäre von einem ausgezeichneten Soundtrack, der mal zu bombastischer, orchestraler Musik und mal zu rockigen Stücken greift.
Zugegeben, eigentlich bin (war) ich nicht wirklich ein Fan dieser Mecha Animes. Doch Tengen Toppa Gurren-Lagann schickt sich an und befreit mich von diesem Vorurteil. Hatte ich doch nach dem enttäuschenden Shinseiki Evangelion, die Hoffnung schon aufgegeben irgendwann Mechas zu mögen, so wurde ich aber von Gunbuster 2 direkt zu Gurren-Lagann befördert. Wer glaubt dieser Anime ist wieder nur ein weiterer der unzähligen Mecha Animes, der täuscht sich, er besitzt seinen eigenen einzigartigen Charme, der einen von Anfang ein fesselt und bishin zum Ende nicht wieder loslässt. TTGL hat mich sozusagen bekehrt, vom Mecha-Hasser zu jemanden der nun nichtmehr so schnell Vorurteile gegen bestimmte Genres hat. Tengen Toppa Gurren-Lagann ist ein Anime voller Superlative, demnächst widme ich mich den anderen hochrangigen Mechaserien und bin sehr gespannt ob sie diesen hier noch überbieten können. ... [ mehr lesen ] Zeichenstil
Sehr lobenswert wie sich die Entwickler hier ins Zeug gelegt haben um durch den Zeichenstil eine einzigartige Atmosphäre zu kreieren. Besser hätte man es nicht machen können. Die stellenweise "mangahaften" Zeichnungen tragen ihres dazu bei. Beim Charakterdesign kann man auch nicht meckern, die Charaktere sind übelst cool ausgefallen, besonders Kamina und Yoko verbinden aussehen mit Persönlichkeit einfach fantastisch. Besonders erfreulich, das wieder mal auf Computereffekte verzichtet wurde, für mich jedenfalls^^. Ausschließlich Zeichnungen, das in einem Stil der an Coolness und Innovation nicht zu überbieten ist, endlich wird wieder mal was neues versucht und siehe da es klappt. Das oben schon erwähnte Charakterdesign gehört zu den Besten überhaupt. Der zweite absolut wichtige Punkt im Bereich der Animationen, sind die einfach grandios inszenierten Mechakämpfe. Jede einzelne Schlacht für sich ist ein reines Actionfeuerwerk. Gurren-Lagann selbst stellt sich auf den ersten Blick als ein Standart Mecha-Held vor, auf den zweiten aber ist er durch seine Features und seine Kampfweise einzigartig, genau wie die vielen anderen Ganman die allein schon durch ihr aussehen äußerst auffällig sind. Man nehme all diese Vorzüge und stelle sich das Ganze durch 27 Folgen vor, das ist Gurren-Lagann.
Sound
Wie so oft wiederhole ich mich schon wieder, denn ebenso wie die Zeichnungen ist auch die musikalische Untermalung, sowie alle Soundeffekte, Waffengeräusche und sonstige Laute einfach nur Top. Zwar hat man schon besseres gehört in dieser Kategorie, dennoch hat TTGL hier einiges zu bieten, nicht nur das die BGM wiedermal spitze ist, Nein! Auch OP und ED können sich durchaus hören lassen. Wobei das 2te Ending meiner Meinung nach das Beste war. Und wer schon immer mal wissen wollte wie sich eine richtige Schlacht anhört mit Raketen, Laserpistolen und auf sich eindreschende Mechas, der darf sich TTGL auf keinen Fall entgehen lassen.
Story
Keine Ahnung wer sich das ausgedacht hat, aber eigentlich ganz toll. Gegen Ende fand ich es nur ein kleines bisschen übertrieben, nur ein Stück weit, wer soweit ist wird wissen wieso. Zur Story selbst: Simon und Kamina leben wie viele andere auch in ihrer Stadt unter der Erdoberfläche, nichtsahnend wie es dort oben wohl aussieht. Kamina will in die Fussstapfen seines Vaters treten und genau wie dieser an die Oberfläche, das ist auch der Grund wieso er immer mal wieder gegen den Chef des Dorfs rebelliert. Eines Tages geschieht dann das unvorstellbare. Ein Ganman stürzt von der Oberfläche in das unterirdische Dorf und Simon macht eine Entdeckung. Mit diesem Moment beginnt für Kamina und Simon eine unglaubliche Aneinanderreihung von Ereignissen, wie sie niemand vorrauszusagen vermocht hätte. Was für ein Pfund! Das eigentliche Hauptstorygerüst selbst glänzt nicht mit viel Einfallsreichtum, die Inszenierung jedoch schon. So viele Geschehnisse und Wendungen, es ist einfach großartig. Aber was dann im Verlauf der Story geschieht ist einfach unbegreiflich, ein so einschneidendes Ereignis, das man zunächst denkt: "Was soll der Sch***!" Mit offenem Mund stand ich da und konnte es zunächst einfach nicht fassen wie eben dieses eine Ereignis die Story komplett durcheinander wirft und so viele Gefühle hochkommen. Ich will natürlich nicht verraten was, aber alle sollten sich auf einen Hammer gefasst machen, der noch vor der Hälfte des Animes kommt! Etwas das den ganzen Anime nachhaltig beeinflusst und zumindest bei mir zunächst eine gewisse Fassungslosigkeit/Enttäuschung ausgelöst hat. Doch egal wie man das annimmt, der Anime entwickelt sich ganz klar in eine Richtung, egal ob man nun drüber sauer ist oder nicht. Und zwar Richtung Meisterwerk!
Charaktere
Und wieder mal ein Cast über den man sich eigentlich nicht beschweren sollte/kann. Passt eigentlich genau zum Rest der Serie, auch wenn man nach den ersten Folgen glaubt das Simon wieder so ein kleines Würstchen ist, dass dauernd Angst hat usw. Bei ihm ist jedoch so eine verdammt große Entwicklung festzustellen wie ich es nicht oft gesehen habe, mehr verrate ich aber nicht. Mein Lieblingschara Kamina: Immer stets cool drauf, immer einen Spruch auf den Lippen und natürlich mit einen gehörigen Portion Selbstvertrauen. Mehr Charaktere möcht ich auch gar nicht erwähnen, außer vielleicht noch Yoko und das hauptsächlich weil sie so verdammt sexy ist und immer wieder für Humor und Fanservice sorgt. Doch davon abgesehen ist sie ebenfalls ein sehr interessanter Charakter. Dazu gesellt sich noch ein Haufen anderer Haupt- und Nebencharas. Und ich meine wirklich ein Haufen! Die natürlich fast alle ihre eigene Geschichte haben, welche man dann auch verständlicherweise erfährt. Einige Charaktere, so scheint es seien nur eingebaut worden um mit Witzen zu "glänzen". Schon lustig, aber nicht immer, vor allem wenn man immer über das gleiche lachen soll (Leeron, Attenborough). Nach dem dritten und vierten Mal ist´s noch lustig, dann stört´s leider ein wenig. Am Rande erwähnen möcht ich noch Viral, den ich ebenfalls für sehr gelungen halte. Am Anfang merkt man noch gar nicht das es sich bei ihm um einen "richtigen" Hauptcharakter handelt. Insgesamt hat mir der Cast super gefallen, da so viele Charaktere einfach schon durch ihr Auftreten so überzeugend rüber kommen, das es schwer fällt diese nicht zu mögen.
Fazit
Was ich befürchtet habe ist eingetreten, Tengen Toppa Gurren-Lagann hat mir richtig gut gefallen. So gut, das ich schon fast (wiedereinmal) von einem Meisterwerk sprechen möchte. Außerdem war es genau dieser Anime der mich von meiner "Mecha-Hasserei" geheilt hat und das rechne ich ihm hoch an. Auch wenn dieser Satz in den anderen Reviews schon gefallen ist möchte ich ihn dennoch zitieren und so mein Review abschließen, da es sich dabei wirklich um eine zentrale Aussage handelt: "Your drill is a drill which will pierce the heavens!"