Okajima Rokuro ist ein Angestellter einer großen Firma in Tokio. Als sein Schiff auf einer Geschäftsreise in Südost-Asien von einer Gruppe Piraten überfallen wird, wird er als Geisel verschleppt. Die Lagoon Company besteht aus ihrem Anführer Dutch, der schießwütigen Revy und dem Techniker Benny. Die drei haben es nur auf die CD mit Plänen für Atomwaffen abgesehen, die Rokuro dabei hat und wollen mit seiner Entführung noch etwas Lösegeld rausschlagen.
Die Firma interessiert sich aber nicht für das Schicksal von Rokuro, der sich inzwischen mit seinen Entführern angefreundet hat, und entsendet eine handvoll Söldner um Rokuro und die Piraten auszulöschen.
Durch eine rettende Idee von Rokuro werden die Söldner getötet und die Piraten, beeindruckt von seiner Leistung, nehmen ihn in die Crew der "Black Lagoon" auf. Fortan nennt er sich Rock und erfüllt für die Lagoon Company Aufträge für die Mafia und verschiedene Verbrechersyndikate.
Anmerkung: Ich bewerte mit dieser Rezension sowohl die 1. als auch die 2. Staffel!
Bevor ich mir Black Lagoon anschaute hatte ich in diesen Anime schon im Voraus recht simple Erwartungen gesteckt. Was ich mir von Black Lagoon versprach war nichts anderes als sinnfreie Action mit viel Geballer, Explosionen und all dem ganzen Kram den man eben von einem Action-Anime erwarten kann. Ich fühlte mich schon bestätigt während die Opening-Sequenz lief und ich den weiblichen Hauptcharakter sah der mit diabolischem Gesichtsausdruck seine Pistolen sprechen lässt. ... [ mehr lesen ]Ich fühlte mich sofort an Serien wie „Burst Angel“ erinnert und wollte schon anfangen laut zu gähnen angesichts des wohl bald folgenden Klischeeauflaufs. Doch es sollte zum Glück ganz anders kommen, denn Black Lagoon bietet auf den zweiten Blick weit mehr als der erste Eindruck vermuten lässt. Zwar ist es definitiv Fakt das Black Lagoon von Seiten der Charaktere, der Handlung und des Settings nicht unbedingt den Innovationspreis gewinnt, und sich auf etliche altbekannte Geflogenheiten des Action-Genres stützt, die man nicht nur schon in diversen anderen Animes gesehen hat sondern zum Großteil auch in Realfilmen begutachten durfte, aber trotzdem hat es jede einzelne Episode geschafft mich in großem Maße zu unterhalten. Überraschenderweise zeigt sich dafür, wie man es eigentlich erwarten könnte, nicht in erster Linie die Action verantwortlich, vielmehr sind es die Dialoge die für mich der Spaßgarant waren. Das mag sich für einen Anime aus dem Action-Genre jetzt natürlich wie ein Armutszeugnis anhören, aber das ist es nicht. Die Action von Black Lagoon ist durchaus unterhaltsam und auch immer mit genau dem Knalleffekt versehen den man sich von dieser Art von Genre erhofft, aber gegen die unzähligen, unheimlich genialen Konversationen die neben etlichen absolut kultverdächtigen, mit köstlichem, schwarzen Humor angereicherten Sätzen und deftigen aber zum Ambiente der Serie passenden Kraftausdrücken, obendrein noch aus teilweise philosophischen Debatten und popkulturellen Referenzen bestehen, macht sie kaum einen Stich. Tatsache, so ein geniales Dialogskript wie bei Black Lagoon habe ich bisher in keinem anderen Anime entdecken können und sogar Cowboy Bebop erblasst hier im Vergleich. Bemerkenswert ist auch das viele der Konversationen zwischen den Charakteren die sich um Moral und Werte drehen und des Öfteren viele ungeliebte Wahrheiten über die Gesellschaft zu Tage fördern, die betreffenden Charaktere um einiges realer wirken lassen als es bei den herkömmlichen Ballerorgien-Animes der Fall ist und das selbst wenn diese Figuren in ihren Attitüden leicht übertrieben dargestellt wirken. Und ja, in dieser Hinsicht hat Black Lagoon tatsächlich auch Ansätze von Tiefgang auf der Habenseite, die sich zwar nicht unbedingt deutlich durchdrücken aber für einen reinen Action-Anime doch recht bemerkenswert sind. Black Lagoon weiß aber auch noch anderweitig aufzutrumpfen, vor allem mit einer Vielzahl von überaus unterhaltsamen Charakteren deren Persönlichkeiten breit gefächert und abwechslungsreich sind. Diese gewisse verruchte, harte und kalte Atmosphäre die von Black Lagoon ausgeht, hat in vielen Figuren und deren Verhalten ihren Ursprung, denn Barmherzigkeit und Skrupel werden hier weiß Gott nicht groß geschrieben. Im Bezug darauf ist Black Lagoon einfach übertrieben „In-Your-Face“ und scheut sich auch nicht davor hier und da, im Hinblick auf das kompromisslose überschreiten von Grenzen, auf der Rasierklinge zu tanzen. Ich mag den Gebrauch dieses Wortes nicht unbedingt aber dadurch ist Black Lagoon einfach nur unheimlich…“cool“ und wusste mich damit auch durchweg zu überzeugen, und das trotz der völligen Abstinenz eines festgelegten Handlungsverlaufs. Black Lagoon ist so eine Serie die dem Zuschauer kontinuierlich ins Gesicht boxt, ohne ab und zu die Magengrube zu vergessen, es dabei aber nicht vergisst mit einem witzigen oder nachdenklich stimmenden Dialog für Unterhaltung und Aufmerksamkeit zu sorgen. Insgesamt ein wirklich toller Anime, der zwar an der Oberfläche einige Klischees beinhaltet, sich aber dank knallharter Action, eines kreativen Dialogskripts und seiner kompromisslosen Natur völlig verdient zur Creme de la Creme der Action-Animes zählen darf!
Animation
Von Seiten der Animationsqualität gibt sich Black Lagoon insgesamt gesehen fast durchweg sehr ansprechend. Um die raue Atmosphäre der Serie zu unterstreichen hat man sich ausschließlich für triste Farbtöne entschieden, was sich stimmungsvoll und zu jeder Zeit passend auf die in Black Lagoon gepflegte Gangart auswirkt. Was ebenfalls besonders ins Auge sticht ist wie man mit der Darstellung von Lichteinfall gearbeitet hat. Schimmernde Outlines von Figuren die sich nah an einem Fenster befinden oder nur schemenhafte Umrisse eines Gesichts im Dunkeln, sind nur zwei Beispiele für Szenen in denen dieser Zustand deutlich wird und absolut realistisch wirkt. Manche Szenen werden dadurch noch um einiges aufgewertet und stylischer. Atmosphärisch ist Black Lagoon in dieser Kategorie auf jeden Fall großartig gelungen. Was die Action-Szenen angeht so müssen auch diese sich nicht verstecken. Zwar bestehen sie meistens nur daraus dass sich zwei oder mehrere Figuren gegenüberstehen, ab und zu einen oder mehrere Schüsse abgeben und dann wieder in Deckung gehen, aber für einen Anime dessen Schwerpunkt nun mal auf Gungefechten liegt reicht es definitiv aus. Hinzu kommen dann noch rasante Verfolgungsjagden mit Autos und haufenweise fette Explosionen, was will man mehr? Was mir besonders gefallen hat war das Charakterdesign. Vor allem dieser eiskalte, diabolische Gesichtsausdruck, den einige Charaktere (wie z. B. Revy, Balalaika, Roberta) immer wieder aufsetzen ist so krass, das man sich beinahe ankacken könnte. ^^ Auch sonst glänzt das Design mit Vielfalt und haufenweise coolness: Tattoos, Sonnenbrillen, Narben oder Hüte, sorgen dafür das der jeweilige damit ausgestattete Charakter noch mal eine Spur cooler, gefährlicher oder bosshafter rüber kommt. Eben voll Gangsta! ^_- Erwähnenswert wären dann noch die Backgrounds, welche zum einen genügend Details bieten und zum anderen nicht durchgängig aus Stills bestehen, wie man es von der Mehrzahl manch anderer Animes gewohnt ist, sondern aus einem zusätzlichen Layer in dem stets Bewegung herrscht. Sitzen z. B. ein paar Figuren auf der Rückbank eines Autos und unterhalten sich, wird man durch die Heckscheibe immer wieder sehen wie Autos vorbei fahren oder eine Person vorbei schlendert. Auch CGI kommt zum Einsatz und diese ist auch gut gelungen ohne zu plastisch zu wirken und allzu aufdringlich zu sein. Ein durch eine Explosion durch die Luft gewirbeltes Auto z. B. legt aufgrund dessen einen äußerst realistischen und spektakulären Flug hin. Insgesamt gesehen bin ich mit der Optik von Black Lagoon mehr als zufrieden. Kaum Unsäuberlichkeiten (mit Ausnahme von Episode 23, die wie eine unpolierte Vorversion wirkt an der man aus Zeitdruck keine Nachbesserungen mehr vornehmen konnte) und immer flüssige Bewegungsabläufe, sowie turbulente Action-Szenen sorgen hier für ein vergnügliches Spektakel für die Augen.
Sound
Musikalisch startet Black Lagoon direkt mit einer Bombe. Das Opening ist ein unglaublich guter Song und kommt mit wummerndem Technobass und Gitarrenbeat, sowie leicht verzerrtem Frauengesang daher. Nicht nur sehr tanzbar sondern auch vortrefflich zur krassen und harten Natur des Animes passend. Das Ending hingegen stellt mit einem ruhigen, finster und melancholisch klingenden instrumentalen Track das genaue Gegenteil des OPs dar und lässt jede Episode mit schummriger Atmo perfekt ausklingen. Was die BGM angeht bekommt man durchweg solide Kost geboten, die jede Szene gut unterstützt ohne groß hitverdächtig zu sein. Hin und wieder jedoch gibt’s ein paar Stücke zu hören die sich in ihrer Qualität stark vom soliden Rest abheben, nicht allzu häufig aber wenn dann sehr hörenswert. Die Soundeffekte sind sehr überzeugend und Pistolen- und Gewehrschüsse hören sich ebenso realistsich an wie Explosionen und in Gegenstände (wie z. B. Metalltüren u.ä.) einschlagende Bullets. Am besten gefällt mir in dieser Kategorie jedoch die Leistung der Seiyuus, denn diese ist definitiv herausragend. Die vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten der Haupt- und Nebencharaktere kommen perfekt rüber und egal ob sie nun einen zynischen, witzigen oder aggressiven Kommentar ablassen, die Stimmlage ist jederzeit absolut perfekt und bringt den Gemütszustand der jeweiligen Figur vollkommen authentisch rüber. Vor allem Revys und Balalaikas Sprecherinnen machen ihren Job vorzüglich und die eiskalte Natur die diese beiden Charaktere immer wieder zum Vorschein kommen lassen, wird stimmlich genial vermittelt. Das einzige was die Seiyuus noch lernen müssen ist die englische Aussprache, denn diese ist so dermaßen mies das sich einem die Zehennägel aufrollen und die jeweiligen Szenen in denen Englisch gesprochen wird unfreiwillig komisch wirken. Nichts desto trotz gibt Black Lagoon auch in dieser Kategorie ein sehr rundes Bild ab.
Story
Die Story von Black Lagoon ist mit Sicherheit nicht übermäßig originell und präsentiert sich in altbekannter Cowboy-Bebop-Manier: Wir haben es hier also mit einer Gruppe von Outlaws zu tun die Aufträge annimmt um sich damit finanziell über Wasser zu halten und dabei ständig in diverse kritische Situationen gerät, die in mindestens 90 % der Fälle in einem Kugelhagel enden. Auch was den Handlungsverlauf angeht sind Parallelen zu Cowboy Bebop zu erkennen, denn einen roten Faden sucht man hier vergebens. Stattdessen ist die Serie in kurze Storyarcs unterteilt die im Schnitt 3 Episoden lang sind und nach deren Abschluss geht es dann direkt mit der nächsten in sich abgeschlossenen Arc weiter. Diese Arcs haben keinen Bezug zueinander und das einzige was man in späteren Episoden wieder sieht, sind diverse Charaktere die im Vorfeld bereits aufgetreten sind. Das Schema ist fast durchgängig das gleiche und stellt sich so dar das die Black Lagoon-Crew entweder eine Mission annimmt bzw. durchführt oder in die Angelegenheiten von diversen zwielichtigen Gestalten hineingezogen wird. Das stellt sich dann so dar das es entweder einen Haufen von Fallobstgegnern zu bekämpfen gilt oder es taucht ein Hauptfeind auf der gerade soviel drauf hat um Revy (die natürlich in so gut wie allen Schießereien die zentrale Rolle spielt) in Schwierigkeiten zu bringen. Das klingt zwar monoton aber dennoch besitzt jede der kleinen Storyarcs genügend Abwechslung und auch vom Skript her wissen einige zu glänzen. Auch überraschende Wendungen kommen nicht zu kurz, die ein ums andere Mal sogar schwer schockieren können (am Ende von Ep 15 z.B. konnte ich erstmal minutenlang kein Wort rausbringen >_<). Die ein oder andere Arc kommt zugegeben ein wenig übertrieben daher (Roberta-Arc, Psychozwillinge-Arc) aber wenn man sich selbst nicht allzu viele Logikfragen stellt, sollte dem Spaß daran dennoch nichts im Wege stehen. Allzu viel Tiefgang sollte man hier nicht erwarten. Es gibt zwar den ein oder anderen Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Werte & Moral, aber diese werden vom explosiven Anteil des Plots mit Leichtigkeit überschattet. Was allerdings in meinen Augen genial ist, sind die mal mehr und mal weniger dezent eingestreuten Hommagen an diverse Realfilmklassiker wie z. B. „Indiana Jones“, „Terminator 2“ und auch aktuelle Produktionen wie „Hostel“, bei denen ich aus dem Grinsen kaum noch raus kam. ^^ Im Großen und Ganzen muss man sagen das die Story sicher nicht den stärksten Part von Black Lagoon repräsentiert, aber eben genau das abliefert was man von einer Action-Serie zu erwarten hat: Nicht allzu viel Anspruch aber dafür viele, viele Knallbonbons.
Charaktere
Ebenso wie die Story ist auch der Cast nicht zwingend innovativ und besteht aus vielen Stereotypen die man alle schon irgendwo mal gesehen hat. Revy könnte zum Beispiel locker als die vermisste Schwester von Jo aus Burst Angel durchgehen, Dutch als Abspaltung von Jet Black aus Cowboy Bebop und Benny ist mit jedem hawaiihemdtragenden Technikfreak mit Brille und Pferdeschwanz verwandt den etliche Filme und Serien schon unzählige Male hervorgebracht haben. Rock hingegen ist da schon ein mehr individueller Charakter und vor allem die ständigen Kollisionen seiner Vorstellungen von Gerechtigkeit und Moral mit der skrupellosen Welt der Gesetzlosen und die harten Erkenntnisse die ihm immer wieder vor den Kopf stoßen wenn er glaubt verstanden zu haben wie sie funktioniert, machen ihn zu einer Figur die die Rolle eines Beobachters spielt, zu einem Fremdkörper der wie ein Meerschwein in ein Bärengehege geraten ist aus dem es kein entrinnen gibt. Es ist stets interessant seinen Werdegang zu verfolgen und dabei zuzuschauen wie er ständig auf die harte Tour erfahren muss das er nichts von der Welt versteht in die er wie in kaltes Wasser geworfen wurde. Er ist ein gutes Beispiel dafür dass man in einem Action-Anime nicht zwangsläufig mit einer Knarre wild um sich ballern muss um als unterhaltsame Figur zu gelten. Dieser Part ist allein für Revy reserviert und sie verdient sich ihre Sympathien mit all dem was der Fan sehen will: Sie ist eiskalt, kompromisslos, hat ein ziemlich schmutziges Mundwerk, sieht in ihren Hotpants einfach sexy aus und reißt ihren Gegnern reihenweise die Ärsche auf. Wenn sie mit ausdrucklosem Gesicht durch die Gänge stapft und alles und jeden ohne mit der Wimper zu zucken über den Haufen schießt wird sogar der Terminator neidisch und der Zuschauer feiert frenetisch jede Szene in der sie ein weiteres Opfer in ihrer unwiderstehlichen Art zu ihrem Bodycount hinzufügt. Primitiv? Mag sein, aber es macht trotzdem diebisch Laune. Ich finde es nur ein wenig schade das nicht näher auf ihre Vergangenheit eingegangen wird, denn ich habe von Anfang an darauf gebrannt zu erfahren was genau sie in ihrer Jugend geprägt hat, das sie so geworden ist wie sie ist. Mehr als kleine Hints darauf gibt es leider nicht. Neben den Mitglieder der Lagoon-Crew tritt noch eine Unmenge an Nebenfiguren in der Serie auf und diese sind fast durchgängig großartige Additionen. Manche von ihnen bringen sogar ihren eigenen Background mit und können trotz ihrer kurzen Präsenz Eindruck hinterlassen. Sei es nun aus dem Grund weil sie fast genau so reinhauen wie Revy (Eda ist DIE Hardcore-Nonne schlechthin und Roberta treibt Schwarzenegger die Schamesröte ins Gesicht) für amüsante Dialoge sorgen (Chang und Shenhua sind herrlich, schade das sie nur kurz auftreten) oder einfach nur abgedreht und gestört sind (ich liebe den hyperaktiven Haschischjunkie in Episode 12 und die kindlichen Geschwister sind so herrlich krank das man Gänsehaut bekommt ^^). Ach ja, und niemand ist so verdammt Hardcore wie Balalaika. Ich schwöre diese Frau hat ihr eigenes Herz herausgerissen und es anschließend aufgefressen! Oh Shit, was für eine Furcht einflößende Person, selbst der Teufel würde vor ihr parieren…Fazit: Das Klischee mag zwar auch in dieser Kategorie Einzug erhalten aber diesen Umstand macht der Cast durch seine krasse, gangstermäßige Art, mehr als nur locker wett. Es hat mich sogar nach nur ca. 3 Episoden nicht mal mehr im Entferntesten gekratzt.
Wert
Black Lagoon ist meiner Meinung nach einer der besten Action-Animes der letzten Jahre und zeichnet sich vor allem mit seiner extrem kompromisslosen Härte aus, die man kaum in einem anderen Vertreter dieses Genres finden wird, ebenso wie das durch und durch geniale Dialogskript welches ich neben der Action hier noch als Hauptgrund angebe sich diesen Anime nicht entgehen zu lassen. Ich hätte jetzt direkt schon wieder große Lust mir die ein oder andere Episode noch einmal anzuschauen oder gleich die gesamte Serie. Die DVDs kaufe ich mir ohne mit der Wimper zu zucken, sobald sie hierzulande erhältlich sind. BANG!!!
Black Lagoon ist eine Mischung aus typischer Baller-Action und weitaus weniger typischen Reflexionen darüber. Obwohl die 12 Folgen viel zu schnell vorbei sind und Lust auf mehr machen, wird man das Gefühl nicht los, das hier noch mehr drin gewesen wäre... ... [ mehr lesen ] Inhalt: Infolge unglücklicher Umstände landet ein japanischer Angstellter in der Hand der drei Piraten Dutch, Revy und Benny, die auf ihren Raketenboot die Gewässer Südostasiens unsicher machen. Obwohl er ihnen zunächst nur ein Klotz am Bein ist und deshalb abwertend Rock genannt wird, schließt er sich ihnen an und schafft es, sich im Laufe der diversen Abenteuer mit Mafiaclans, Neonazis und Guerilleros mehr und mehr Respekt zu verschaffen. Lediglich bei Revy, die in der Welt aus nackter Gewalt und der Suche nach dem schnellen Geld lieber erst 3 Mal schießt bevor sie Fragen stellt, eckt er mit seinen Skrupeln und dem stetigen Infragestellen des Handelns der Truppe weiter an, was zu ernsten Rangeleien führt.
Bewertung: Lange Zeit hab ich um Black Lagoon einen großen Bogen gemacht, da Action bei mir genremäßig am unteren Ende der Anime-Nahrungskette rangiert. In gewisser Weise hat die Serie meine Erwartungen auch punktgenau getroffen. So ist z.B. der Charakterpool mit der schießwütigen Amazone Revy, dem kühlen Commander Dutch und dem eher ruhigen Technikfreak Benny mit den klassischen Stereotypen besetzt, und das Setting mit Kanonenboot in der Südsee weckte bei mir schauerhafte Erinnerungen an Thunder in Paradise. Zudem sind die Action-Szenen, obwohl packend inszeniert, völlig unrealistisch, vor allem wenn sich die Figuren ohne Bedenken mitten in den Kugelhagel stellen und erstmal coole Sprüche ablassen bevor sie schießen. Dazu kommen die typischen Gegner, die immer vorbeizielen aber so lange so viel Müll quatschen, bis sie endlich jemand über den Haufen schießt. Actiontechnisch gesehen kann BL daher nicht wirklich überzeugen.
Das ist allerdings noch nicht das Ende vom Lied. Die Serie hat nämlich noch eine andere Seite, die sie wirklich sehenswert macht: Zwischen den Sequenzen, wo Revy mit einem Grinsen auf dem Gesicht zig Bösewichte plattmacht, tauchen plötzlich Szenen auf, in denen Rock und manchmal auch Dutch ihr Verhalten infrage stellen und Revy zur Rechtfertigung ihres Handelns zwingen. In diesen Momenten dreht sich der Charakter von BL schlagartig um 180°, und wo die Gewalt eben noch als reines Entertainment zelebriert wurde, rückt nun ihre Grausamkeit und Sinnlosigkeit in den Vordergrund. War einem das Grinsen von Revy grade noch so sympathisch wie das von Tom der Jerry einen Streich spielt, steht man in der Szene wo Dutch sie mühsam vom Töten einer unbeteiligten Schiffscrew abhalten muss plötzlich vor dem Grinsen einer eiskalten Psychopathin, bei dem einen das Blut gefriert. In diesen Momenten mutiert BL zu einem Monster von Anime, der einen gnadenlos in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt. Unglücklicherweise sind diese Momente recht selten. In meinen Augen verschwenden die Folgen zu viel Zeit mit den unterhaltsamen aber letztlich schlechten Actionszenen und gehen zu wenig auf die Charaktere vor allem von Revy und Dutch ein. Hätte man dem düsteren Teil von BL mehr Achtung geschenkt wäre hier ein erstklassiges Actiondrama drin gewesen, das in seinem jetzigen Zustand aber einen nicht geringen Teil seines Potentials verschenkt.
Fazit: Insgesamt bezweifle ich, ob anspruchsvollere Action-Fans bei BL wirklich auf ihre Kosten kommen, da die Kampfszenen einfach vollkommen unglaubwürdig sind. Freunde sinnfreier Ballerunterhaltung wiederum dürften sich durch die teils sehr nachdenklichen Dialoge irritiert fühlen, die immer wieder den Drive aus der Handlung nehmen und der anfänglichen Rock’n’Roll-Atmosphäre schnell den Todesstoß versetzen. In gewisser Weise setzt sich BL also zwischen alle Stühle, erhält aber gleichzeitig bei diesem Versuch einen recht originelles Flair, dem man sich nur schwer entziehen kann. Wer sich für die Mischung aus Action und Drama erwärmen kann, sollte man hier durchaus mal reingeschaut haben. Unterhaltung bietet die Serie auf jeden Fall genug.
[rewatch-Faktor: mittel]
Update: Nachdem ich die zweite Staffel gesehen habe, hab ich meine Wertung nochmal um 10% aufgestockt. Genau genommen ist The second Barrage keine zweite Staffel sondern der zweite Teil der Serie, der untrennbar dazu gehört. Die Story wird nahtlos weitergeführt und gewinnt nocheinmal an Tiefe - wem also der erste Teil gefallen hat, sollte nicht lange fackeln...
Ich habe mir den Anime angesehen, weil er so gut bewertet wurde, ohne zu wissen worum es überhaupt ging und war von den ersten Episoden begeistert und alle zwölf Episoden waren schneller gesehen, als ich dachte. ... [ mehr lesen ]
Die Actionszenen in "Black Lagoon" lassen Actionfans nicht im stich und bieten sowohl Verfolgungsjagten, als auch Feuergefechte. Diese können sich dank der erstklassigen Schnitt- und Kameratechnik wirklich sehen lassen. Explosionen und Schießeinlagen gibt es in jeder Episode ausnahmslos und sind unterhaltend, auch, wenn man vieles, die Schießerei in einer Bar, schon aus vielen Actionfilmen kennt. Die Szenen sind teilweise hart und auch es gibt nicht wenige Leichen, wirken aber nicht brutal, aber realistisch, was sie noch reizvoller machen.
Die Charaktere haben alle ihr gewisses Etwas und einfach auf einen Actionfilm zugeschnitten. Die vier Personen, um die es sich hauptsächlich dreht, sind unterschiedlich und ergänzen sich sehr gut. Entwicklungen stellt man, außer bei Rock, nicht fest. Das ist auch gut so, sonst würden sie vermutlich ihre Reize verlieren, zudem sind sie sowieso schon geformt. Alle Charaktere sind entsprechen dem Klischee des Genres, sind aber trotzdem stilvoll und charismatisch. Die Mischung aus schwarzem Humor, der Blutrünstigkeit von Revy und teilweise doch wieder tiefsinnigeren Gesprächen gibt dem Anime eine tolle Atmosphäre, die in jder Episode zu begeistern weiß. Die Storyabschnitte sind nicht zusammenhängend, einen Leitfaden habe ich aber nicht vermisst, da sie alle gut erzählt werden und spannend sind. Allerdings manchmal etwas übertrieben, was die Fähigkeiten einiger Personen angeht. Roberta war mir einfach zu krass für diesen Anime und wird nicht zu unrecht von Rock als "Terminator" bezeichnet.
Die Animationen sind wirklich vom feinsten und lassen gerade die Actionszenen teilweise grandios aussehen. Die Hintergründe sind sehr detailiert und bei Ortswechseln fällt einem der vielfältige Stil auf, den der Anime hat. Der Soundtrack ist gelungen und passt zur Stimmung des Animes. Viele Szenen bleiben allerdings ohne Musikuntermalung und lässt den Zuschauer sich auf die Gespräche konzentrieren. Dies fällt aber nicht weiter ins Gewicht, da unter anderem die Charaktere alle gut synchronisiert sind. Ganz besonders das Intro hat mir gefallen, da derschnelle Rocksong zu der Serie passt, das Outro dagegen ist zwar ruhig, aber trotzdem ideal.
Für Actionfans ist dieser Anime genau das Richtige: Coole Actionszenen und kultige Charaktere. Dank der guten Technik auch noch super verpackt. Wer darauf steht, sollte sich das Spektakel nich entgehen lassen! Und ich schaue mir derweilen die zweite Staffel an.