Neo-Venezia ist eine Stadt auf dem kolonisierten Planeten Aqua, das im Stil unserem Venedig nachempfunden ist. Gondeln, deren Lenker Undine genannt werden, bilden ein wichtiges Verkehrsmittel und die Ausbildung der Lenker gliedert sich in die Abschnitte als Pair (die beiderseits einen Handschuh tragen) über die Single (die nur an einer Hand einen Handschuh tragen) zur ausgebildeten Undine, die keine Handschuhe trägt und selbständig Fahrgäste befördern darf. Die Hauptfigur ist die junge Akari, die als Single für die Gondelgesellschaft Aria Company unter der Leitung von Alicia tätig ist. Konkurrenzunternehmen sind Himeya mit der Auszubildenden Aika und der strengen Herrin Akira sowie Orange Planet mit der jungen Alice und der erfahreneren, aber ziemlich schusseligen Athena. Die Gesellschaften haben als "Präsident" jeweils eine blauäugige Katze, wobei Präsident Aria von Aria Company mit einem Ansatz von Hörnern auf der breiten Stirn und ihrem plumpen Körper eine recht sonderbare Kreatur darstellt. Präsident Hime von Himeya ist dagegen eine elegante dunkelgraue Katzendame.
Der Anime erzählt in ruhigen Bildern die Geschichte von Akari und ihren Genossinnen. Wie ein roter Faden zieht sich Akaris leicht naive und immer herzlich-freundliche Art durch die Episoden. Wer es gewohnt ist, das Opening zu überspringen, sei gewarnt, dass die Handlung währenddessen weitererzählt wird.
Aria, der Entspannungsanime schlechthin. Wenn das perfekt zum Anime passende Opening „Undine“ mit den Worten „Die zarte Brise, die sanft meine Wangen umschmeichelt“ beginnt, dann nimmt dieser Satz schon so ziemlich den Rhythmus der Serie vorweg, welche rein aus ruhigem Slice-of-Life besteht, wenn auch in einem eher ungewöhnlichem Setting.
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Das 24. Jahrhundert hält hier zur Abwechslung mal keine düsteren Zukunftsszenarien bereit, sondern einen durch Terraforming bewohnbar gemachten Planeten, auf dem die Menschheit einen Gang zurückgeschaltet hat und sich der modernen Technologie im Alltag nur noch vergleichsweise selten zu bedienen scheint. Einher geht dieses beschauliche Ambiente mit der Handlung der Serie. Die meiste Zeit schippern Akari und ihre Berufskolleginnen gemütlich über die Kanäle von Neo-Venezia, einer Kopie bzw. Wiederaufbau des echten Venedigs, unterhalten sich oder treffen auf neue Bekanntschaften, mit denen dann ein Alltagsabenteuer erlebt wird. Vereinzelt mischen sich auch übernatürliche, märchenhafte Elemente in die Geschichten und auch ein Hauch von Coming-of-age ist vorhanden.
Der Anime ist nun sicherlich auch Geschmacksfrage. Auch wenn ich oft von ruhigen Anime schreibe, zählt Aria sicher zur ruhigsten, unspektakulärsten Kategorie, die vor allem dazu geeignet ist, wenn man sich zur Entspannung von positiven, unschuldigen Geschichten unterhalten lassen will. Unglück scheint fern von dieser Welt und alle Menschen begegnen einander freundschaftlich. Unterstrichen wird dieses vielleicht schon träumerische Setting durch den Schauplatz Venedig mit den vielen malerischen Kanälen und engen Winkeln sowie von einem superben Soundtrack aus diversen sanften Musikstücken. Schwachstellen des Anime sind allerdings etwas die Charaktere, die zwar durchgehend sympathisch sind, die aber wohl auch bedingt durch die einseitig positive Ausrichtung des Anime keine Möglichkeit haben Tiefe zu entwickeln. Auch unnötig sind die Comedyeinlagen seitens des (deformierten) Katzenmaskottchens Präsident Aria, die eher infantil und nicht wirklich lustig sind.