Das romantische Drama Kimi ga Nozomu Eien basiert auf der gleichnamigen Eroge von âge und dreht sich um die Dreiecksbeziehung zwischen Takayuki Narumi, Haruka Suzumiya und Mitsuki Hayase.
Das schüchterne Mädchen Haruka gesteht, mit Hilfe ihrer besten Freundin Mitsuki, dem Jungen Takayuki ihre Liebe und bittet ihn, mit ihr zu gehen. Takayuki stimmt zu, obwohl er sich anfangs über seine Gefühle noch nicht im Klaren zu sein scheint. Sie werden ein Paar und Takayukis Unsicherheiten lösen sich nach einiger Zeit in Luft auf und er genießt die gemeinsame Zeit mit Haruka, bis zu jenem Ereignis, welches sein Leben auf einen Schlag ändert und er sich auf einmal in einer komplett neuen Situation wiederfindet.
Schaut man sich die ersten 2 Episoden von Kimi Ga Nozomu Eien an so könnte man schnell dazu neigen voreilige Schlüsse zu ziehen und diese Serie als eine der vielen klischeelastigen Romanzen die es wie Sand am Meer gibt abzustempeln. Wer das jedoch tut wird spätestens ab Episode 3 Lügen gestraft und Zeuge wie sich dieser Anime grundlegend ändert und von da an in eine völlig andere Richtung läuft. Ich für meinen Teil war sehr überrascht und mein Interesse an dieser Serie wuchs und wuchs.... [ mehr lesen ] Was zu Beginn noch ziemlich harmlos anzuschauen und voraussehbar war entspinnt sich nach und nach zu einem mitreißenden Drama das gleichzeitig zu berühren und schockieren vermag und mich komplett in sich auf nahm und fesselte. Was KGNE so besonders macht ist die realness der Charaktere. Sie wirken so unheimlich authentisch, wie aus dem richtigen Leben gegriffen und sie werden mit bitteren Erfahrungen konfrontiert durch die sie sich alle in verschiedene Richtungen entwickeln und emotional verändern. Durch diese Tatsache bekommt man mit der Zeit einen echten Bezug zu den Figuren und leidet regelrecht mit ihnen da man sich durch ihre Authentik sehr gut in sie hinein versetzen kann. "Was würde ich jetzt in dieser Situation tun?" Diese Frage kam oft in mir hoch und regte mich zum nachdenken an. Mein Gott ich konnte eine Nacht kaum einschlafen weil ich immer wieder an die verschiedensten Dinge denken musste die diesen Anime betreffen, es ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Kimi Ga Nozomu Eien schafft es im Zuschauer Gefühle zu wecken wie Hass, Mitleid, Rat- und Fassungslosigkeit. Mir ging es nach der ein oder anderen Episode echt miserabel und ich habe minutenlang ins Leere geschaut. Kimi Ga Nozomu Eien hat all das bei mir bewirkt und das ist für mich ein klarer Beweis dafür das diese Serie ein absolut großartiges Drama ist das man nicht besser in Szene setzen könnte. Dieser Anime ist unheimlich anspruchsvoll und ganz klar auf ein erwachsenes Publikum zugeschnitten! Ich würde KGNE jedem empfehlen der auch nur ein bisschen was für Dramen übrig hat, denn in meinen Augen ist diese Serie das beste Drama das ich jemals gesehen habe und das beschränkt sich nicht nur auf Anime.
Animation
Da man es hier mit einem Drama zu tun hat dürfte klar sein das man keine besonders spektakulären Animationen zu Gesicht bekommt. Doch es wurde das Beste draus gemacht, alles ist schön gezeichnet und die Palette gibt sich auf die jeweilige Situation mal farbenfroh und mal trist. Die Charaktere sind zeichnerisch besonders gelungen und da ihnen im gesamten Verlauf der Serie die meiste Aufmerksamkeit geschenkt wird schaut man dadurch natürlich mit Freude hin. Jedoch habe ich das Gefühl das die Hintergründe etwas darunter gelitten haben und deshalb nicht übermäßig viele Details bieten. Ansonsten gibt's aber nichts zu meckern.
Sound
Das OP "Precious Memories" gefällt mir ungemein und auch das ED ist ein wirklich schönes Stück. Der beste Song der Serie ist jedoch ganz klar "Rumbling Hearts", es kommt am Ende der 2. Episode mit den dazugehörigen dramatischen Szenen so unheimlich tragisch rüber das ich minutenlang Gänsehaut hatte! Die BGM ist typisch für ein Drama und untermalt jede emotionale Szene passend mit traurigen Pianoklängen oder orchestralischer Musik. Der Soundtrack ist zwar nichts besonderes, gibt der Serie aber den gewissen Touch der ein gutes Drama ausmacht.
Story
Es dreht sich alles um Narumi, Mitsuki und Haruka für die die Welt am Anfang noch in Ordnung zu sein scheint, doch es passiert etwas Unerwartetes das ihr Leben für immer verändert. Von da an nimmt die dramatische Geschichte ihren Lauf und schickt die 3 auf einen Weg voller Leid und Schmerz der so emotional und tragisch ist das man nicht anders kann als diesen Leidensweg mit ihnen zu gehen! Man wird ein ums andere mal überrascht sein welche Wendungen und Plotwists eintreten, man will unbedingt die nächste Episode sehen um herauszufinden wie die Geschichte um die 3 Hauptfiguren ausgeht. Die Storyline bietet genau das was man von einem Drama erwartet und bleibt bis zum Ende höchst spannend! Und was dieses Ende angeht bin ich mir bis jetzt noch nicht mit meinen Gefühlen im Klaren, ich weiss ehrlich nicht ob ich lachen oder heulen soll... und das ist großartig!
Charaktere
Die Charaktere sind sehr authentisch und emotional. Wie emotional sie wirklich sind bekommt man durch ihr Handeln aus ihrer Verzweiflung heraus so gut vermittelt das es einem fast in Fleisch und Blut übergeht und man von einem Wechselbad der Gefühle ins nächste geworfen wird. Man wird schnell von den Figuren eingenommen und bringt ihnen Hassgefühle sowie Mitleid entgegen was sich wiederum im nächsten Moment wieder ändert wenn man um Fassung ringt und nicht glauben kann was er/sie getan hat. Sie gewähren tiefe Einblicke in ihre Psyche und man selbst fühlt sich vor dem Bildschirm fast hilflos es mit ansehen zu müssen. Ein Drama brauch vor allem eins: Überzeugende, glaubhafte Charaktere und in diesem Punkt schöpft KGNE aus den Vollen und überzeugt tadellos auf der ganzen Linie.
Wert
Meiner Meinung nach gehört Kimi Ga Nozomu Eien in die Sammlung eines jeden Fans der etwas für Drama übrig hat und ist jedes Geld wert. Natürlich ist es bei einem Rewatch nicht mehr dasselbe wie beim ersten Mal da man ja nun genau weiss wie die Serie ausgeht und was alles passiert, trotzdem kann man sich die Serie noch mehrmals anschauen. Allein um diese Gefühle und Emotionen noch einmal zu erleben. Pflichtkauf!
Bock auf einen Schlag in die Magengrube? Dann mal immer reinspaziert....
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Ich habe grade lange darüber nachgedacht, was ich dieser Serie für ein Rating geben soll und bin nun zu dem Schluss gekommen, dass ein hoher 8er wahrscheinlich das angemessenste ist. Rein vom dramatischen her ist Kimi ga Nozomu Eien zwar sicher eine 10er Show, doch sie hat mich emotional stellenweise so derbe gefickt, dass ich sie ehrlich gesagt nichteinmal jemandem weiterempfehlen möchte. Selten habe ich solch einen Hass gegenüber einem Anime-Charakter empfunden, dessen Beweggründe ich gleichzeitig so gut verstehen konnte.
Was beginnt wie ein typischer 08/15 Romance Anime und schwer vorhersehbar erscheint, entpuppt sich bald als ebenso fesselnde wie deprimierende Geschichte, deren Hauptpersonen realer und nachvollziehbarer nicht sein könnten. Besonders positiv möchte ich noch anmerken, dass die Charaktere hier mal offen mit einander über ihre Probleme reden und nicht von einer falschen Schlussfolgerung zum nächsten Missverständnis stolpern. Die Figuren wirken extrem erwachsen, nur ist das bei unserem Anti-Helden Narumi leider mehr Schein als Sein und so entwickelt sich aus der Romanze schnell ein Drama zwischen verschiedenen Verantwortlichkeiten, den persönlichen Gefühlen und der Flucht vor ihnen, sowie der Wahl zwischen dem leichten und dem schwereren Weg.
Wer schon immer Wissen wollte, was man in seinem Liebes- und Sexualleben besser nicht macht, ist hier genau an der richtigen Stelle, nur wird er/sie die wahren Schmerzen der Charaktere, an denen sie konstant kaputt gehen und zerbrechen wohl nicht gänzlich nachempfinden können, wenn er sie nicht schon selbst erlebt hat. In einem Wort: Übel...
Von technischer Seite hat man sich hier bei weitem nicht so sehr ins Zeug gelegt, wie bei der Story: Die Zeichnungen sind relativ minimalistisch, die Hintergründe schlicht, die Animationen nicht immer flüssig und alles in allem liegt hier das Urteil "TV-Standard" ziemlich nahe. Ist allerdings vollkommen nebensächlich, denn hier geht es ausschließlich um das Schicksal der Figuren.
Musikalisch ist KgNE passender Weise sehr sehr ruhig und so klimpert mal hier und da ein Piano, erklingt da und dort eine Geige und gelegentlich auch mal die Akustik-Gitarre. Opening und Ending sind ebenfalls ziemlich langsam und besinnlich, für meinen Geschmack allerdings etwas zu nahe an der Grenze zum Schlaflied. Der Sound sticht insgesamt nicht groß hervor, passt aber gut zur Serie und ist zumindest bei entscheidenden Momenten stets präsent.
Fazit: Emotionaler Abfuck der übelsten Sorte, der mich mehrfach an den Rand des Ausrastens und Abbrechens der Serie gebracht hat... Konsum auf eigene Gefahr!
Wer in Episode 8 ebenfalls einen Schreikrampf bekommen sollte, kann die Antwort auf seine brennende Frage in folgendem Spoiler nachlesen (alle anderen sollten das Öffnen tunlichst vermeiden):
"Kimi ga Nozomu Eien" ist wahrlich kein Anime-Meisterwerk wenn man es mit Allround-Kunstwerken à la "Death Note" oder "Full Metal Alchemist" vergleicht die in ihrer Produktion keine Ecken und Kanten besitzen.
Aber das was es macht, nämlich Tragik und Dramaturgie zu erzeugen, das macht diese Serie mehr als richtig!
Grob gesagt geht's um einen Einblick in das Leben von Mitsuki Hayase, Haruka Suzumiya und Narumi Takayuki, angefangen bei der Schulzeit. Direkt am Anfang der Serie merkt man bereits das diese Serie mehr auf Romantik und Beziehungen als auf Comedy und Fanservice (normalerweise üblich bei solchen Schulszenarien) ausgelegt ist. Mehr will ich allerdings noch nicht verraten ;) Die ersten beiden Episoden packen einen ungemein und man will unbedingt mehr sehen. Leider erlebt "Kimi ga Nozomu Eien" danach einen ziemlich Einbruch im Erzählfluss. Bis Folge 8 wiederholen sich ständig die Geschehenisse (insgesamt gesehen passiert eigentlich nicht viel), dafür wird ein tiefer Blick in die Beziehung zwischen Mitsuki und Takayuki geworfen was aber aufgrund der Unentschlossenheit beider Charaktere (mehr dazu später) fast schon zu einer Geduldsprobe wird. Ich hab mir persönlich jede Begegnung mit Haruka herbeigesehnt da diese Begegnungen die doch eher lahme Story in Fahrt bringen konnte. Das Ende war nicht das was ich mir vorgestellt habe, Freunde von Happy-Ends werden wahrscheinlich tief enttäuscht sein. Dafür saß bei mir der Kloß ziemlich weit oben und die storytechnische Talfahrt die die Serie bis hierhin erleben musste sind wie verschwunden.
Charaktere:
Das Prunkstück dieser Serie sind und bleiben die Charaktere. Aufgrund ihrer Unentschlossenheit, ihrer Unsicherheit sind sie ungemein menschlich, zeigen Schwächen und Abgründe. Mitsuki als bestes Beispiel, man kann sie hassen oder lieben, aber so wie sie dargestellt wird bleibt sie menschlich und nachvollziehbar. Bei mir wanderte sie oft auf einem schmalen Grat zwischen "Hass" und "Ja, vielleicht akzeptiere ich sie". Aber genau das sind die Charaktere die so eine Serie braucht, nicht so herkömmliche Fanservicelitfaßsäulen. Haruka ist mein Lieblingscharakter geworden, allein durch ihre Präsenz hat sie die Serie qualitativ angehoben. Am Ende mag sie wahrscheinlich der größte Verlierer von allen gewesen zu sein, aber durch ihre vorerst unscheinbare Art und ihre Entwicklung zu einem mental-starke Mädchen war sie von allen Hauptcharakteren diejenige vor der ich am meisten Respekt hatte. Takayuki hat eine ähnliche Gratwanderung wie Mitsuki unternommen, blieb aber immer glaubhaft und menschlich. Insgesamt ist der Cast durch seine Menschlichkeit und seine Unbeständigkeit spitze, der einzige Wermutstropfen waren die 2 Diner-Girls die mir ehrlich gesagt einfach nur auf den Zwirn gingen.
Zeichnungen:
Die Charaktere sehen blendend aus, dafür hat man ordentlich bei den Hintergründen eingespart. Durch die bunten Farben (auch betont durch die unkonventionellen Haarfarben der weiblichen Charaktere) und den üppigen Proportionen der Mädels kam ich mir manchmal wie in einer H-Game Verfilmung vor. Aber was letzlich zählt ist der Inhalt und das Äußere ist insgesamt akzeptabel.
Musik:
Die Hintergrundmusik dudelt vor sich hin, hat mich aber nie gestört. Die Openings und Endings sind eine Klasse für sich und unterstützen die Tränendrüse nochmal ein wenig mehr Flüssigkeit rauszudrücken. Muss gestehen das ich mir das Ending seit dem Anime nie mehr angehört habe, weil's einfach nur zu traurig-schön ist um es auf einer Winamp-Playlist unter kommerztriefenden Partykrachern verkommen zu lassen.
Gesamt:
"Kimi ga Nozomu Eien" ist nicht perfekt, aber das was es kann macht es richtig. Ich muss mich auch outen das mir bei diesem Anime am Ende die Tränen liefen und das nicht nur einmal, mir war die ganze Woche danach nicht sehr wohl. Diese Serie ist so ein kleines Stück Meisterwerk welches wahrscheinlich nur von fortgeschritteneren Anime-Guckern gesehen werden kann. Wer zurzeit nur auf "Naruto", "Bleach" abfährt wird damit wahrscheinlich eher weniger anfangen und spätestens ab Episode 3 zu ersterem wechseln.
Trotzdem ist dieses feine kleine Drama eine kleine, stark glitzernde Anime-Perle die man in seiner Sammlung haben sollte. Mir hat dieser Anime eine bittersüße Zeit eingebracht die ich nicht so leicht vergessen werde.