In "Boys Be" geht es um das Leben in der Oberschule und seine Auswirkungen auf sechs Klassenkameraden: Die drei Jungs Kanzaki Kyoichi (der Künstler), Kurumizawa Makoto (der Computerfreak) und Kenjou Yoshihiko (der Baseball-Star) und die drei Mädchen Nitta Chiharu (die Leichtathletin), Mizutani Aki (die Fotografin) und Kazama Yumi (das Mädchen mit der Brille). Diese Freunde machen ihre ersten Erfahrungen in Sachen Liebe und Beziehungen, wobei Freude und Leid oftmals nahe beieinander liegen. Eine ruhige und bedächtige, teilweise recht nachdenkliche Serie, im Gegensatz zu den üblichen Romantic Comedies.
Ich muß zum Glück ja nicht für andere sprechen, denn ich habe keine Ahnung warum dieser Anime in den Wertungen so schlecht rübergekommen ist. Für mich hat er sich beachtlich geschlagen, auch wenn es sicher hier und dort einige Kritikpunkte gab, dazu aber später:
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Story: Die erste und manchmal auch die zweite Liebe... Ja ja, wer erinnert sich da nicht an seine Jugend mit all den up und downs. Denn das präsentiert uns Boys be meines erachtens auf eine sehr einfühlsame teilweise aber auch fast schon melancholische Weise. Ich möchte da auch gar nicht weiter darauf eingehen, da die Kurzbeschreibung das Thema sehr gut erfaßt hat. Das einzige was ich noch hinzufügen würde wäre vielleicht der Punkt, dass es doch überwiegend in den Storys um Koyichi (Künstler) und Chiharu (Sportlerin / laufen) geht. Was nicht verwundern sollte, da die Geschichte aus Sicht von Koyichi erzählt wird (er repräsentiert die Erzählerstimme). Dabei ist der Anime so strukturiert, dass er aufbauend auf vorangegangene Episoden, abwechselnd das Alltagsleben der Hauptprotagonisten aufarbeitet, aber doch immer wieder mit einer Prise Koyichi und Chiharu mehr.
Die Erzählweise der Story hat mich teilweise nachdenklich gemacht, auch wenn diese gar nicht so tiefsinnig ist, aber die Art wie der Anime aufgezogen ist, hat einen förmlich dazu gezwungen (im positiven Sinne) über die Sichtweisen der beteiligten nachzudenken, was mir sehr gefallen hat. Der Melancholische Teil, der so ab der Hälfte des Anime beginnt, ist darüber hinaus sehr gut gelungen.
Charaktere/Animation: Und schon sind wir bei den Kritikpunkten angelangt, weshalb ich beide Beurteilungskriterien zusammengefaßt habe. Denn bei beiden, aber vor allen bei der Animation, muß Boys be mächtig federn lassen.
Beginnen wir aber bei Charaktere. Wie man sich denken kann, ist es äußerst schwierig in 13 Folgen eine gute Abhandlung über 6 Haupt- und diverser Nebencharaktere zu schaffen. Eigentlich fällt mir kein Anime ein, der solch eine Konstellation befriedigend abschließen konnte. Boys be ist damit automatisch in meiner Äußerung einbezogen. Die Umsetzung des Anime ist jetzt dadurch nicht schlecht gelungen, aber natürlich mußte der eine oder andere Charakter dadurch in seiner Entwicklung doch arg zurückstecken, sofern es eine gab. Auch hier machen oben genannte zwei doch den deutlichsten Entwicklungsprozess durch. Für die vorhandene Zeit gut gemacht. Hätte man sich ein wenig mehr Zeit gelassen, ginge es sicherlich noch besser .
Kommen wir damit zu dem unangenehmsten: Die Animation. Keine Ahnung ob die Zeichner es aus Bösartigkeit gemacht haben oder einfach nur schlecht gefrühstückt hatten. Sie haben es zu keinster Zeit geschafft, den ohnehin eher mittelmäßigen Zeichenstil auf ein Konstantes Level zu halten. Die Figuren wirkten teilweise aufgedunsen, mal steif, und wenn keines von beiden dann einfach nur schlecht gezeichnet. OK, es gab auch hin und wieder einige Lichtblicke (die letzte Folge zählte dazu), aber die waren wirklich selten. Also in dieser Sparte wurde doch ziemlich auf Sparflamme gekocht. Was mir aber trotzdem nicht den Spass an Boys be nehmen konnte. Dies ist allerdings nur den trotzdem sympathisch ausgefallenen Charakteren und der liebevoll erzählten Liebesgeschichte(n) zu verdanken.
Fazit: Wenn man über die dürftige Darbietung der Animation hinweg schauen kann, hat man einen richtig guten Romance-Anime der etwas anderen Art. Ruhig erzählt, nachdenklich wirkend und zu keiner Zeit schnulzig. Das ende könnte man als ein wenig offen bezeichnen, da man hier schon wieder gezwungen wird, sich seinen eigenen Teil dazu zu denken. Aber das muß nicht immer schlecht gemacht worden sein, oder überhaupt negativ rüberkommen. Das beweist für mich dieser Anime. Selbstverständlich ist das, wie bei jedem Kommentar, alles aus der eigenen Sicht wiedergegeben. Darauf weise ich nur hin, weil der Anime hier doch bei vielen (für mich wie angedeutet unerklärlich) nicht so gut angekommen ist, wie bei mir. Also viel Spass beim ausprobieren und der Bildung einer eigenen Meinung über Boys be...