Ausgerechnet am Weihnachtsabend findet das Obdachlosen-Trio Gin, Hana und Miyuki mitten auf einer Müllhalde von Tokyo ein entzückendes Baby. Das kleine Findelkind berührt die Herzen des merkwürdigen Gespanns. Vor allem in der alternden Drag Queen Hana erwachen verschollen geglaubte Muttergefühle. Doch bereits die erste Nacht in der Eiseskälte der unwirtlichen japanischen Hauptstadt überzeugt die merkwürdige „heilige Familie“ davon, dass das Kind zurück in die Obhut der besorgten Eltern geführt werden muss. Die Suche nach den Eltern führt die Drei heraus aus den Elendsvierteln und Armutsquartieren und in die besseren Wohngegenden der High Society hinein. Unterwegs werden sie und ihr kleiner Schützling in allerhand verwickelt, in Mord, Unfälle, Verfolgungsjagden und denkwürdige Begegnungen jedweder Art, sie landen auf dieser Reise – wie meist so ist auch diese Suche vor allem eine Suche nach sich selbst – auf einem Friedhof, im Krankenhaus, in einem Nobelhotel und im Sexclub, bevor sie die Eltern des Kindes ausfindig machen können. Und am Ende der Reise ist nicht nur das Kind wieder in Sicherheit, sondern auch die drei Tramps sind ihren eigenen Lebenslügen und –entwürfen auf die Spur gekommen.
"Tragikomödie völlig ad absurdum" oder auch "Weihnachtsgeschichte auf Japanisch"
Tokyo Godfathers erzählt die wirklich schöne und im späteren Verlauf des Filmes auch ziemlich abgedrehte Geschichte von den drei Obdachlosen Gin, Hana und Miyuki, die am Tag des Neujahrsfestes zufällig im Abfall ein Baby finden. Gin und Miyuki wollen es so schnell wie möglich zur Polizei bringen, Hana will es um jeden Preis behalten. Schlussendlich machen die drei sich aber auf die ereignisreiche Suche nach der leiblichen Mutter.
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Das Besondere an Tokyo Godfathers ist für meinen Geschmack der ständige Wechsel zwischen absoluten Brüller-Witzen und todernsten Themen in diesem außergewöhnlichen Setting mit diesen außergewöhnlichen Figuren. Außerdem wirkt er nicht abgehoben, obwohl er gegen Ende so chaotisch wie kaum ein zweiter Anime-Movie wird und immer noch eins drauf gesetzt wird. Dieser Film bittet hintergründig um Menschlichkeit, familiäre Bindungen und Toleranz, während er uns vordergründig präsentiert, dass man auch mit wenig zufrieden, glücklich und ein guter Mensch sein kann.
Tja... Satoshi Kon und MADHOUSE haben hier mal wieder was ebenso ansehnliches wie spannendes abgeliefert, das einen mit einem guten Gefühl in die Nacht entlässt. Lange hat mich kein Film (und auch keine deutsche Synchro) mehr so überrascht. Witzig, tragisch, so nah so fern... ANSCHAUEN!
Tokyo Godfathers erzählt von drei Obdachlosen die zur Weihnachtszeit im Müll ein ausgesetztes kleines Baby finden. Das wollen die drei Obdachlosen seinen Eltern zurückbringen und dabei wird jeder von ihnen mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Tokyo Godfathers ähnelt etwas einem modernen Weihnachtsmärchen und verbreitet dabei den Gedanken von Weihnachten mit der inhaltlicher Thematik "Familie". ... [ mehr lesen ]
Auf das Charakterdesign wurde anscheinend besonders viel Wert gelegt: im Laufe des Anime wird die Vergangenheit der einzelnen Protagonisten beleuchtet und jeder von ihnen ist sehr individuel mit eigenen Stärken & Schwächen.
Die Animation gefällt mir sehr gut - wenn auch der Zeichenstil nicht gleich an einen typischen Anime errinert. Besonders hervorzuheben sind hier die Effekte, mit denen z.B. Autos animiert sind - sieht wirklich sehr gut aus. Auch die Hintergrundgrafiken sind sehr detailreich und schaffen eine wunderbare Atmosphäre.
An der deutschen Synchro gibt es meiner Meinung nach nichts auszusetzen. Der Soundtrack passt perfekt und zeigt sich sehr vielseitig - so besteht das Ending z.B. aus einer weihnachtlich "japanisierten" Version von Beethovens 9. Sinfonie.
Fazit:Ein wunderschönes Märchen über die Zusammenführung mehrerer Familien zur Weihnachtszeit. Tokyo Godfathers würde sich auch sehr gut zu Weihnachten im TV machen...
Der Titel täuscht. Mit "Tokyo Godfathers" erwartet den Zuschauer nicht eine japanische Animeversion des berühmten Paten von Francis Ford Coppola, sondern ein etwas anderes Weihnachtsmärchen aus dem Hause Kon. Ja ihr habt richtig gehört: Satoshi Kon, der ansonsten mit seinen abgedrehten und mysteriösen Animewerken wie Perfect Blue oder Paprika jeden Zuschauer in den Wahnsinn treibt, wandert in diesem Film auf etwas konventionelleren Pfaden und zeigt damit eindrucksvoll, dass er sich in jedem Genre heimisch fühlt.... [ mehr lesen ]
Die Geschichte nimmt ihren Anfang an Heilig Abend, als die drei Obdachlosen Gin, Hana und Miyuki in einem Müllhaufen ein ausgesetztes Baby finden. Gin und Miyuki wollen das Kind der Polizei übergeben, doch aus Rücksicht auf die alternde Drag-Queen Hana, bei der plötzlich ungeahnte Mutterinstinkte erwachen, nehmen sie das Kind zunächst in ihre Obhut. Nach einer harten Nacht, in der sie dank Windeln wechseln, Füttern und Trösten kein Auge zu drücken können, beschließen sie jedoch, das Findelkind zu ihren Eltern zurückzubringen. Die Suche nach der Familie, die sich vom Weihnachtsabend bis zum Neujahr hinzieht, führt die drei an die ungewöhnlichsten Orte und in die absurdesten Situationen, gleichzeitig aber auch wieder zurück in ihre Vergangenheit. Auf ihrer Reise quer durch Tokyo, tragen die drei Obdachlosen nicht nur Stück für Stück die Geschichte ihres Findelkindes zusammen, sondern sehen sich auch dazu gezwungen, ihre eigenen Lebensgeschichten zu überdenken.
Satoshi Kon trifft vor allem bei der Charakterisierung seiner Figuren immer den richtigen Ton, lässt sie trotz all ihrer Besonderheiten nicht zu Karikaturen verkommen. Statt den Zuschauer mit unzähligen krachenden Gags zu bombardieren, setzt er auf fein dosierten, eher lakonischen Humor, der kein falsches Mitleid für die Protagonisten aufkommen lässt, aber trotzdem tiefes Verständnis für diese gescheiterten Existenzen erzeugt. Dabei weigert sich der Film immer wieder, den einfachen, naheliegenden Weg zu gehen, sondern brennt ein irrwitziges Feuerwerk an kleinen Ideen und Überraschungen ab, die bei genauer Betrachtung erst den eigentlichen Reiz der Story ausmachen. Der Film reiht eine verblüffende Wendung an die andere, steigert das Tempo von Minute zu Minute und mündet schließlich in einen unerwarteten Action-Showdown, der noch ein paar weitere Überraschungen bereit hält. Für meinen Geschmack vielleicht ein paar zuviel, denn trotz weihnachtlichem Wunderbonus, ist es doch manchmal übertrieben, was hier aus dem Hut gezaubert wird.
Nichtsdestotrotz bietet "Tokyo Godfathers" beste Unterhaltung mit einem ansehnlichen Charakterdesign, fantastischen Hintergrundbildern, die Tokyo glaubhaft zum Leben erwecken und einem erfrischenden Soundtrack, der sogar vor Beethovens "Ode an die Freude" oder auch "Stille Nacht, heilige Nacht" nicht zurückschreckt.
Fazit: Flott, dramatisch, lustig und wunderschön. Ein Film der das Herz erwärmt und für gute Laune sorgt. Wer mal wieder abseits der ansonsten eher depressiven Animekost ein positiv stimmendes Werk erleben möchte, liegt mit "Tokyo Godfathers" goldrichtig.