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geschrieben am 29.11.08, um 00:31Uhr |
"Chirin no Suzu" ist ein besonderer Anime. Er erzählt eine düstere, deprimierende und vor allem unglaubliche Geschichte, die ich so noch nirgends vergleichbar gesehen habe.
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Kommentar enthält Spoiler!
Zum Inhalt: Es handelt von einem kleinen Lamm namens Chirin, welches mit seiner Mutter und weiteren Schafen auf einer eingezäunten Weide lebt. Schon gleich zu Beginn verlangt die Mutter von Chirin, dass er niemals das umzäunte Gebiet verlässt, geschweige denn den dunklen Berg betreten darf, da dort ein böser Wolf haust. Deshalb trägt Chirin eine Glocke um den Hals, damit seine Mutter immer weiß, wo er zu finden ist. Kurze Zeit später jedoch werden die Schafe von eben diesem Wolf heimgesucht und Chirins Mutter wird von ihm getötet als sie versucht ihren Sohn zu beschützen. Daraufhin folgt Chirin dem Wolf in die dunklen Berge um sich an ihm zu rächen, doch er muss schnell feststellen, dass er keine Chance gegen ihn hat. Schließlich bittet er den Wolf, dass er ihn lehren soll, so stark wie er selbst zu werden um so nicht mehr die Machtlosigkeit ertragen zu müssen, die ihn plagt. Der Wolf reagiert zunächst kühl mit Ignoranz aber nach einiger Zeit kann selbst er sich nicht dem unbändigen Willen des jungen Lamms entziehen und so gehen sie einen gemeinsamen einsamen Weg in eine ungewisse Zukunft entgegen.
Der Anime fängt mit dem Opening Song, dem Schneeszenario und der Sorge der Mutter schon sehr beklemmend an und man spürt förmlich die Gefahr, die in der Luft liegt. Als die Mutter schließlich getötet wird und Chirin gegen ihren (letzten) Willen das umzäunte Gebiet verlässt um den Wolf zu jagen und nicht so tatenlos rumzustehen, wie seine Artgenossen, fängt das Unglaubliche an der Story an. Chirin bittet den großen bösen Wolf ihn auszubilden, damit er ihn eines Tages umbringen kann, wenn er stark genug ist. Und so lässt der Wolf ihn an seinem einsamen Leben teilnehmen und Chirin lernt die Gefahren, die Einsamkeit und die Bitterkeit des Lebens selbst kennen und er sieht die Welt bald mit anderen Augen. In dieser Zeit der Wanderschaft entwickelt sich das einst kleine Lamm zu einem großen Widder mit langen Hörnern. Von da an erkennt man Chirin nicht wieder, sogar der Sprecher im Off bezeichnet Chirin nun als furchterregendes Biest und selbst Chirins einst so reines, unschuldiges, weißes Fell, das sich vom tristen grau der Berge und den meist kalten Farbtönen abgehoben hat, ist nun genauso trist geworden. Ebenso ähnelt seine Seele mehr und mehr der des Wolfs und er muss feststellen, dass der Wolf nun der einzige ist, den er noch hat.
Ich kann den Anime jedem weiterempfehlen, der sich für Fabeln interessiert. Für einen Kurzfilm ist es eine echte kleine Perle, da er allein durch seine Einmaligkeit was Besonderes ist. Auch schafft es der Anime gänzlich auf Blut zu verzichten (die Ermordung der Mutter durch den Wolf bspw. wird perfekt dargestellt, fast schon harmlos), jedoch spielt er seine Karten dafür auf der psychologischen und symbolischen Ebene gekonnt aus. Ingesamt ein sehr bedrückendes Werk, welches zum Nachdenken anregt.
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