Hattest du schon einmal das Gefühl, dass du etwas sehen kannst, was andere nicht sehen können? Oder dass etwas von dir Besitz ergreift? Dass du eine Vision in deinem Kopf hast, anstatt etwas wirklich zu sehen?
Der junge Kunststudent Eiri Kurahashi wird eines Tages wie aus heiterem Himmel von merkwürdigen Visionen heimgesucht. Eigentlich ist er ein ganz normaler Student, der sich im Antiquitätengeschäft seines Onkels ein bisschen Geld dazu verdient. Jedoch entdeckt er plötzlich während seiner Arbeit ein antikes Glas, das ihn irgendwie in seinen Bann zieht. Immer, wenn er es berührt, bekommt Eiri seltsame Visionen von einem kleinen hübschen Mädchen...
Das blonde Mädchen aus dem Glas heißt Cossette und wartet schon seit mehr als 250 Jahren darauf, dass endlich jemand sie sieht und erlöst. Denn vor langer Zeit wurde sie ermordet und ist seither in diesem Glas gefangen. Geschickt verführt Cossette Eiri, um sich von diesem Fluch zu befreien und ihre Seele aus dieser Welt zu erlösen.
So gerät Eiri in eine mysteriöse Geschichte, aus der es kein Zurück mehr für ihn gibt...
Unter meiner neusten Ausbeute an Anime DvDs befand sich auch diese kleine unscheinbare Geschichte, die ich eher spontan, in meinem Kaufeswahn, miteingepackt habe, nun bereut habe ich es in keinem Fall.... [ mehr lesen ]
Das Bildnis der Petit Cossette erzählt die Geschichte von Eiri, der in einem Antiquitätengeschäft arbeitet und dabei auf ein sonderbares Glas stößt. Durch dieses Glas sieht er die hübsche Cossette und verliebt sich Hals über Kopf in diese surreale Schönheit. Er ahnt noch nicht was für schreckliche Visionen ihn ereilen werden, doch würde er alles für seine Liebe tun...
Als ich die ersten paar Minuten der OVA gesehen habe, plagte mich der Gedanke das alles irgendwoher schon zu kennen. Und tatsächlich sind gewissen Parallelen zu E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“, einem bedeutenden Werk der Schauerromantik von 1817, nicht von der Hand zu weisen. Dort verliebt sich der Protagonist Nathanael in eine Holzpuppe, nachdem er diese durch ein Perspektiv betrachtet, weswegen sie ihm lebendig erscheint, er steigert sich weiter in seinen Wahnsinn hinein und fällt diesem letzten Endes auch zum Opfer. Eine ganz ähnliche Entwicklung macht Eiri in diesem Anime auch mit, zunächst ist er bloß von diesem Übernatürlichen, das ihm die schöne Cossette vorgaukelt, fasziniert doch wird seine Beziehung zu ihr immer intensiver, bis er nicht mehr von ihr lassen kann und völlig in seinen surrealen Traumwelten versinkt. Der Anime legt gerade auf diese Visionen immensen Wert, sie füllen schon bald den Löwenanteil der Zeit aus und haben auch einen entsprechend hohen Stellenwert. Ebenso abstrakt wie faszinierend wurden sie in Szene gesetzt, man muss nicht jedes Detail verstehen was hier gezeigt wird, vielmehr reicht es sich von der erzeugten Atmosphäre verschlingen zu lassen und sich einfach den schaurig schönen Bildern hinzugeben. Die Story ist erfrischend anders, auch wenn sie durch die langen Visionen teilweise etwas auf der Stelle tritt, überzeugt sie trotzdem aufgrund ihrer durchweg stimmigen Inszenierung. Ich empfehle allerdings die Beschreibung auf den Rückcovern der DvDs nicht zu lesen, sie verraten schon nahezu den gesamten Inhalt der drei Folgen und strotzen nur so vor Spoilern, die mir zumindest ziemlich den Spaß verdorben haben.
Größter Schwachpunkt von Petit Cossette sind sicherlich die Charaktere, die so gut wie keine Wandlungen mitmachen, ihre Motive sind schon sehr früh sehr klar und somit als eher oberflächlich anzusehen. Ein weiteres Manko ist, dass anfangs zu stark auf völlig unwichtige Nebencharaktere eingegangen wird, die für die Storyentwicklung zum größten Teil unerheblich sind und höchstens für zusätzliche, aber unnötige, Verwirrung sorgen. Cossette überzeugt dafür aber auf ganzer Linie, sie schafft es als einziger Charakter bis zum Schluss eher schleierhaft, mysteriös zu sein und den Zuschauer immer wieder zwischen tiefster Abneigung, Mitleid und Sympathie für sie wechseln zu lassen.
Optisch sind die drei Episoden ein echter Leckerbissen, die düstere Atmosphäre kommt durch die arg verworrenen Visionen und deren wirklich guten Inszenierung absolut beim Zuschauer an. Ob dabei nun Unmengen an Blut fließen muss, obwohl es keinen wirklich Anlass dazu gibt, darüber lässt sich streiten. Die Farbverfälschungen von Himmel und Umgebung haben mir auch sehr gut gefallen, so unterstreicht ein roter oder gelber Himmel nochmal, dass das, was Eiri erlebt, nicht wirklich real ist, im schönen Kontrast stehen dazu die Wechsel zurück zur Realität, die auch mehr als solche dargestellt wird. Das Charakterdesign weiß auch zu überzeugen, zumindest Cossette als verwöhntes, reiches Mädchen aus dem 18. Jahrhundert hätte man kaum besser treffen können.
Was die musikalische Inszenierung von Petit Cossette angeht, so musste ich lange überlegen, wo ich einen ähnlich perfekten Soundtrack jemals in einem Anime gehört habe. Was hier abgeliefert wird könnte stimmiger kaum sein, herrliche Piano und Violinenklänge treffen auf epochale Orgelstücke oder Kirchenchöre, hier wird Eiris Tragik, seine Melancholie und das schaurig-romantische an seiner Geschichte nochmal besonders hervorgehoben, wirklich super!
Die DvDs sind eher spärlich mit einigen Gallerien zu Produktionsskizzen, Postkarten mit den Coverabbildungen oder japanischen TV-Spots bzw. dem original japanischen Opening und Ending bestückt. Die Collectorsbox beinhaltet aber noch den Sountrack, der es im Nachhinein sogar wirklich wert gewesen wäre, und eine weitere DvD mit einem Making Off. Die deutsche Tonspur liegt in 5.1 vor, die japanische, die mir wiedermal besser gefallen hat, normal in Stereo mit ein wenig zu klein geratenen, aber trotzdem noch einigermaßen gut lesbaren Untertitel. Genießen darf man das ganze Spektakel zum Glück auch in 16:9. Dass die Verteilung von drei Episoden auf drei DvDs aber nicht gerade fanfreundlich ist brauche ich wohl nicht extra noch zu erwähnen...
Im Kurzüberblick:
+ Spannende Mystery/Romance Story... + ... in klasse Optik und mit einem grandiosen Soundtrack - Eher oberflächliche Charaktere - Drei mäßig ausgestattete DvDs für gerade mal drei Episoden...
Fazit: Das Bildnis der Petit Cossette ist meiner Meinung nach erfrischend anders, sieht super aus und hat einen großartigen Soundtrack. Wer sich nicht zu sehr den Kopf über die arg verworrenen Visionen und deren Inhalte zerbricht wird sicherlich gut unterhalten werden, zumindest wenn man sich die Beschreibung auf den DvD Rückcovern nicht durchliest... Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen und da die Tokyopop DvDs im Moment ja wirklich günstig sind bereue ich auch den Kauf von drei Episoden dieser Klasse auf drei DvDs verteilt nicht wirklich, auch wenn man das wirklich fanfreundlicher hätte gestalten können.
Cossette no Shouzou erzeugt stellenweise eine wirklich gute Horroratmosphäre, verliert sich dann aber wieder in übertriebenen, teils surrealistischen Bildabfolgen, die zwar oft schön anzusehen sind, aber nicht über die Mängel bzw. den Leerlauf in der Story hinwegtäuschen können. Auch die Charaktere sind durch die Bank ziemlich oberflächlich gestaltet, was bei einem Anime wie diesen leider stark auf Kosten der Stimmung geht.
Fazit: Ich hätte wohl die Anzahl der Folgen auf zwei reduziert, die meisten Nebencharaktere herausgestrichen und so im Gegenzug eine dichtere Story erhalten, denn in Bezug auf die Atmosphäre ist hier durchaus ein größeres Potential vorhanden.
Begeistert oder nicht begeistert, das ist hier die Frage. Eine, der man sich als Zuschauer dieses Animes unumstritten stellen muss.
„Cosette no Shouzou“ lockt mit einer ausgefallen klingenden Inhaltsangabe, welche Horror, Gothic, Intrigen und böses Spiel verspricht. Die Realität sieht allerdings anders aus.
... [ mehr lesen ] Es wird versucht gruselige Atmosphäre zu erzeugen, indem so oft wie möglich Blut eingesetzt wird. Ob aus Kästen, Geschirr oder dem Protagonisten selbst spielt dabei keine Rolle.
Durch diese Passagen bleibt auch häufig die melancholische Stimmung, die mehr als nur aufgesetzt wirkt, auf der Strecke. Pausenlos wird in ständig gleich wiederholten Szenen Eiris Leid verdeutlicht.
Ebenso zwingt einen dieser Anime zu ununterbrochenen Denk- bzw. Zornesfältchen (je nach Zuseher) auf der Stirn, da der Großteil der Dialoge, hauptsächlich zwischen Cossette und Eiri geführt, zwar höchst philosophisch klingt, meinem Eindruck nach, allerdings kaum oder gar nichts aussagt. Während des Zuschauens drängt sich einem häufig der Gedanke auf: „Hab ich was verpasst? Bin ich zu blöd für den Anime?“ Gen Ende zeigt sich aber, dass man nichts verpasst hat, da nichts passiert ist, hart ausgedrückt. Die Intrigen und das böse Spiel, welches man sich zu Beginn erhofft bleiben aus, die Gefühle werden überhastet und oberflächlich geschildert und eine wirkliche Aufklärung des Geschehens vor 250 Jahren bleibt aus. Man erfährt aus den Anime genau das, was schon auf dem Cover zu lesen war. Keinerlei Überraschungen.
Dennoch hatte auch dieser Anime seine kleinen Vorteile. Zum einen eine Grafik, die stellenweise wirklich anzusprechen weiß. Sei es durch eine plötzliche Rottönung des gesamten Bildes oder das Charakterdesign Cossettes, welche genau so wirkt, wie sie sollte: Schön, liebreizend, kalt.
Das Beste ist jedoch eindeutig der Soundtrack, besser gesagt diese eine Melodie, die auf der einen Seite sanft und melancholisch wirkt und auf der anderen eine sachte Gänsehaut hervorruft.
Letztendlich möchte „Das Bildnis der kleinen Cossette“ als künstlerisch betrachtet werden. Ob das gelingt oder nicht kann jeder nach den ersten 10 Minuten selbst entscheiden, denn viel ändern wird sich in den weiteren nicht.